Pressespiegel
zur Wentorfer Kommunalpolitik
Neben den Berichten aus den öffentlichen Ausschüssen bieten wir hier einen Pressespiegel aus den kommunalen Tages- und Wochenzeitungen: Bergedorfer Zeitung (www.bergedorfer-zeitung.de). Der Reinbeker (www.derreinbeker.de) und Sachsenwaldzeitung (www.glinder-zeitung.de). Fehler in der Berichtserstattung werden hier nicht kommentiert.

Politisch Interessierte können somit auf unserer Seite alles finden, was in der Gemeinde Wentorf diskutiert und entschieden wird. Wenn Sie Fragen zu den Inhalten haben, wenden Sie sich gern an unsere Fraktionsmitglieder.
Die Kontaktadressen finden Sie auf unserer Seite Fraktion.

Glinder Zeitung / Sachsenwald 15.08.17

Der SPD-Landtagsabgeordneter Martin Habersaat bei Bürgermeister Dirk Petersen
Gymnasium: Zurück zum G9-Abitur?

Wentorf (hap) - Nach dem Regierungswechsel in Kiel und der Kurskorrektur in der Bildungspolitik rechnet Wentorfs Bürgermeister Dirk Petersen damit, dass das örtliche Gymnasium von G8 zu G9 zurückkehrt. Das erklärte er bei einem Besuch des Reinbeker SPD-Landtagsabgeordneten Martin Habersaat, für den die Visite zugleich ein Antrittsbesuch war - denn Petersen ist seit dem 1. April Verwaltungschefin der Gemeinde.
Die Bildungspolitik in Schleswig-Holstein, die in den vergangenen Jahren besonders in Wentorf heftige politische Kontroversen auslöste, war einer der Schwerpunkte des Gesprächs.
Nach einer Entscheidung der großen Koalition 2007 war am Wentorfer Gymnasium das Abitur nach acht Jahren eingeführt worden. CDU und FDP räumten den Gymnasien im Lande dann 2011 eine Wahlmöglichkeit ein, mit der Folge, dass das Gymnasium Wentorf zu G9 zurückkehren wollte. CDU und UWW in Wentorf verhinderten dies jedoch. Nach der Kommunalwahl 2013 wurde die Wahlmöglichkeit von der neuen Mehrheit in Kiel wieder aus dem Schulgesetz gestrichen.
Unter der neuen Mehrheit seit der jüngsten Landtagswahl sollen nun alle Gymnasien zu G9 zurückkehren, könnten nur mit einer 75 Prozent-Mehrheit bei G8 bleiben. Dirk Petersen rechnet fest mit einer Rückkehr zu G9. Habersaat wies auf einen besonderen Umstand hin: „2011 gab es ausdrücklich eine Mitsprachemöglichkeit für Schulträger. Die gibt es jetzt nicht - G9 wird von der Landesregierung angeordnet. Das bedeutet, dass das Land auch für zusätzliche Kosten, wie Räume, Ausstattung, Lehrmaterial, aufkommen muss.“
Skeptisch blickte Petersen auf die Regelungen, die der Koalitionsvertrag für Gemeinschaftsschulen bereit hält. Die Regionalschule Wentorf ist nach der letzten Schulgesetzänderung zur Gemeinschaftsschule geworden. „Chancen auf eine eigene Oberstufe gibt es nicht mehr, wenn ich den Koalitionsvertrag richtig interpretiere“, so Petersen. Dabei sei die Gemeinschaftsschule eine starke Schule mit guten Entwicklungsmöglichkeiten.
Petersen betonte, er könne sich gut vorstellen, dass Wentorf von der Möglichkeit Gebrauch macht, künftig auf die Erhebung von Anliegerbeiträgen für den Straßenausbau zu verzichten. Eine entsprechende Gesetzesänderung hat die Regierung in Kiel angekündigt. Er sagte: „Ich fand schon immer, dass diese Kosten über die Steuern von der Allgemeinheit getragen werden sollten.“
Bei der Sportförderung mahnte Habersaat, das ganze Land im Blick zu behalten. Der Landtag hatte jüngst in einem Nachtragshaushalt 15 Millionen Euro für die Sanierung von Sportstätten zur Verfügung gestellt. „Der Haken: Allein sieben Millionen sind für den Umbau des Stadions von Holstein Kiel für die zweite Liga reserviert“, so Habersaat.

Bergedorfer Zeitung 14.08.17

CDU-ANTRÄGE
Weg mit dem Unkraut, her mit Fußgängerüberwegen

Wentorf (sho). Die CDU Wentorf hat die Grünflächen der Gemeinde im Visier. Das „spontane Begleitgrün“ - sprich Unkraut - nehme Überhand. Mittlerweile drohten deshalb sogar Schäden an Gehwegen und Straßen. Der Grund liegt für die CDU auf der Hand. Wegen der Haushaltskonsolidierung hatte die Politik die Mittel für Fremdfirmen gestrichen, die für die Grünpflege verantwortlich waren. Insgesamt fielen 70 000 Euro für diese Arbeiten weg.
Nun muss der Betriebshof der Gemeinde die ganze Arbeit on top leisten - eine Zusatzbelastung für das Team. Der Rasen beispielsweise kann nicht mehr wie früher alle zwei Wochen, sondern nur noch einmal am Anfang der Saison und einmal am Ende gemäht werden.
Auch Einwohner hatten sich über Wildwuchs beschwert
Das ungepflegte Grün fällt nicht nur der CDU auf. Auch Einwohner hatten sich immer wieder bei der Gemeinde über den Zustand von Bäumen, Büschen und Hecken beschwert (wir berichteten). Jetzt will die CDU die Notbremse ziehen und stellt für den Liegenschaftsausschuss im September den Antrag, dass Bürgermeister Dirk Petersen zum einen prüfen soll, welche Kapazitäten der Betriebshof noch frei hat, um sich vermehrt der Grünpflege zu widmen. Zum anderen soll er Grundstückseigentümer anschreiben und sie auf ihre Pflicht hinweisen, Wildwuchs rund um ihre Häuser zu stutzen. Sollte all dies nicht ausreichen, um die Situation zu verbessern, soll die Gemeinde die Grünflächenpflege wieder ausschreiben und an Fremdfirmen vergeben. Ob die anderen Parteien dem folgen, klärt sich am Donnerstag, 7. September, 19 Uhr, im Rathaus, Hauptstraße 16.
Überweg für Fußgänger an der Berliner Landstraße
Zudem macht sich die CDU dafür stark, einen Fußgängerüberweg mit Beschilderung an der Berliner Landstraße einzurichten. Begründung: In diesem Bereich gebe es derzeit lediglich drei Möglichkeiten, die Straße sicher zu überqueren, der Fußgängerüberweg im Bereich des Zugangs zum Casino-Park/Edeka-Markt, die Ampelanlage an der Kreuzung Berliner Landstraße/Am Grotensahl/Zwischen den Toren sowie die Ampelanlage in Höhe der Moorkoppel (Bedarfsampel). „Der zwischen diesen Möglichkeiten liegende Abschnitt ist sehr lang, durch parkende Fahrzeuge am Straßenrand schlecht einsehbar und durch das immer noch hohe Verkehrsaufkommen auf der Berliner Landstraße für die Überquerung durch Fußgänger gefährlich“, beschreibt Kristin Thode für ihre Fraktion die Ausgangslage. Das führe dazu, dass zum Beispiel Grundschüler an parkenden Autos vorbei auf die Straße treten würden. „Die Situation birgt ein nicht unerhebliches Gefahrenpotenzial für die Fußgänger.“

Bergedorfer Zeitung 12.08.17

Ostseeausflug voller Erfolg
RUNDER TISCH fährt mit 42 Flüchtlingen ans Meer

Wentorf (sho). Ein Bus, 42 Flüchtlinge aus Syrien, Iran, Irak, Afghanistan und Eritrea, acht engagierte Wentorfer, bestes Badewetter und viel Sonnenschein - der Ausflug des „Runder Tisch Asyl“ an die Ostsee in dieser Woche war ein voller Erfolg. „Unsere Gruppe war bunt gemischt. Vom sechs Wochen alten Baby bis zur 83-jährigen Wentorferin war alles dabei“, sagt Günther Binder, Mitglied des Runden Tisches. Ziel der Reise war das rund 130 Kilometer entfernte Großenbrode am Fehmarnsund. Auf dem Programm standen Fußballspielen, baden, am Strand spazieren gehen. „Gerade für die neun Kinder war dieser Ausflug toll“, sagt Günther Binder.
Er selbst hat mit seiner Frau rund 20 Jahre im Ausland gelebt, geschäftlich mit Syrien zu tun gehabt. „Ich habe mich sofort in das Land verliebt, Land und Leute damals kennengelernt. Nun möchte ich den Menschen einfach helfen, hier Fuß zu fassen“, erklärt er seine Motivation, sich in der Flüchtlingshilfe zu engagieren. Dass sich alle Ausflugsteilnehmer mittlerweile auf deutsch unterhalten konnten, freut ihn besonders. Einige Flüchtlinge waren am Dienstag sogar locker mit anderen Strandbesuchern ins Gespräch gekommen. „Auf der Strandpromenade haben wir jedoch auch gehört, dass jemand zu seiner Begleitung sagte ,Geh schnell weiter, die Flüchtlingen klauen doch alle’“, erzählt Binder. „Das tut weh“, gibt der 78-Jährige zu, der viele Flüchtlinge seit Monaten begleitet, ihnen bei der Wohnungs- und Jobsuche hilft.
Der Runde Tisch Asyl freut sich über weitere Mitstreiter. Treffpunkt ist jeden ersten, dritten und fünften Freitag im Monat das Cafe in der Alten Schule, Teichstraße 1,15 bis 18 Uhr. Mehr unter www.rundertischasylwentorf.com.

Bergedorfer Zeitung 12.08.17

ANGEBOTE SENIOREN
PC-Training und Tipps zur Ernährung

Wentorf (sho). Sechs freie Plätze sind in der Computer-Gruppe des Seniorenbeirats Wentorf noch zu vergeben. Anfänger haben die Gelegenheit, nach den Sommerferien am Mittwoch, 6. September, einzusteigen. Die Teilnehmer treffen sich um 16 Uhr in der Gemeinschaftsschule, Achtem Höben. Wer dabei sein möchte, melde sich bis Ende August unter der E-Mail Seniorenbeirat.Wentorf@gmail.com an. Interessenten, die noch keinen E- Mail-Zugang haben, werfen einen Zettel in den Briefkasten des Seniorenbüros an der Alten Schule, Teichstraße 1. Am 6. September gibt es zudem noch einen interessanten Vortrag. Von 15 bis 1630 Uhr gibt Ernährungsberaterin Britta Gerlach-Bogumil Tipps zu Ernährung und Bewegung. Gäste sind im ersten Stockwerk des Rathauses, Hauptstraße 16, willkommen.

Bergedorfer Zeitung 11.08.17

REICHSBÜRGER-GEBÜHR
Fünf Euro pro Tag für Passabgabe

Kiel (Ino). Ein neuer Gebühren-Tarif aus Schleswig-Holstein weckt vor dem Hintergrund der Reichsbürger-Bewegung das Interesse anderer Bundesländer. Wer im Norden einen noch gültigen Pass oder Ausweis bei den Behörden abgeben will, muss dafür fünf Euro pro Tag zahlen. „Wer unsere Verfassung und unsere Gesetze nicht akzeptiert, wer unsere Behördenmitarbeiter aufs unflätigste beschimpft, dem müssen wir zeigen, dass unsere Rechtsordnung wehrhaft ist“, sagte gestern Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU).
Hintergrund der von Grotes Vorgänger Stefan Studt (SPD) erlassenen Verordnung ist die Abgabe gültiger Papiere bei Behörden. Deren Mitarbeiter müssen die Ausweise und Pässe aber sicher verwahren. Laut Ministerium nehmen seit der Einführung knapp 70 Prozent der „Abgabewilligen“ ihre Papiere wieder mit.

Bergedorfer Zeitung 11.08.17

In dieser Badesaison helfen Regenschirm und viel Humor
TONTEICH Schlechtes Wetter vermiest Besucherstatistik - nun gibt es TV-Werbung

Von Susanne Holz
Wohltorf. Der Tonteich in Wohltorf kommt nun in Norderstedt ganz groß raus. Ein Team des dortigen Lokalsenders noa4 präsentiert seinen Zuschauern das idyllische Naturbad als Ausflugstipp. Tonteichbad-Geschäftsführer Bernd Wyrwinksi wusste gleich, womit er neben der fantastischen Kulisse gestern vor der Kamera noch punkten konnte. „Wir sind garantiert chlorfrei“, sagte er ohne Lampenfieber ins Mikrofon, das ihm Moderatorin Sara Bresan entgegenhielt.
Nach eigenen Angaben kennen rund 83 Prozent aller Norderstedter den Lokalsender, 63 Prozent schauen ihn fast täglich. Eine gute Plattform für das Tonteichbad also, das ein bisschen Werbung in dieser Saison wahrlich gebrauchen kann. Denn das schlechte Wetter vermiest dem Verein derzeit die Besucherbilanz.
„Bis Ende Juli hatten wir nur 22 000 Besucher“, sagt Wyrwinski. Vergangenes Jahr um diese Zeit waren es bereits 31000 Gäste. Auch das war im August 2016 noch kein richtig gutes Ergebnis. „Gerettet haben uns im Vorjahr die zwei Septemberwochen. Knapp 12 000 Schwimmer und Sonnenbader statteten dem Tonteich da bei bestem Wetter noch einen Besuch ab“, so der Geschäftsführer. Ob ein solches Hoch in diesem Jahr noch kommen wird? Wyrwinski wagt es kaum zu hoffen.
Finanziell kommt der Verein gerade so über die Runden. Das Wichtigste: Die Personalkosten sind dank der kommunalen Zuschüsse aus Reinbek, Wentorf, Wohltorf und Aumühle gedeckt. Doch groß Rücklagen bilden, das ist nicht drin. Eine geplante Sanierung zum 60. Geburtstag des Bades 2018 muss deshalb verschoben werden. Für neue Kacheln, Toiletten und Waschbecken ist kein Geld da. In den vergangenen Jahren hatte das Badteam nach und nach die Stege und den Sprungturm erneuert, den Spielplatz modernisiert und den Bereich neben dem Kiosk überdacht. Eine richtig große Sause zum Jubiläum ist deshalb nach heutigem Stand nicht geplant. Nur ein größeres Kinderfest soll es geben. Das hiesige wird am Freitag, 1. September, von 14 bis 18 Uhr gefeiert. An diesem Sonnabend wird Musiker Ike Moritz ab 20 Uhr auftreten.
Noa4-Moderatorin Sara Bresan war gestern so begeistert vom Tonteich, dass sie eine Schwimmrunde drehte. Auch für alle anderen gibt es keine Ausreden, die Wassertemperatur liegt bei 20 Grad. „Und wenn der Tonteich die erstmal erreicht hat, gibt er sie so schnell nicht mehr her“, weiß Bernd Wyrwinski.

Bergedorfer Zeitung 09.08.17

Aussicht auf frühere Sprachheilschule
KUNSTSAMMLER Rik Reinking gewinnt Bieterverfahren –
Museum, Skulpturengarten und Restaurant geplant

Von Anne Müller
Wentorf. Seit knapp drei Jahren versucht das Land Schleswig- Holstein, die frühere Sprachheilschule an der Golfstrafte zu verkaufen. Bisher ohne Erfolg. Jetzt gab es ein neues Gebotsöffnungsverfahren im Kieler Finanzministerium. Das Ergebnis könnte Wentorf zu internationalem Ruf verhelfen: Nach Informationen dieser Redaktion hat der renommierte Kunstsammler Rik Reinking das Verfahren gewonnen.
Auf Anfrage äußerte sich der Hamburger gestern überglücklich, aller Voraussicht nach den Zuschlag für das Anwesen zu bekommen. Der 41- Jährige war vor zwei Jahren auf sein „Traumgrundstück“ aufmerksam geworden und hatte sich bereits mit anderen Bietern in der Gemeinde vorgestellt.
Im Finanzministerium hält man sich derweil noch zurück. „Es sind Angebote eingegangen“, sagt der stellvertretende Sprecher Sven Hashagen. Bis der Landtag nach der Sommerpause im September einem möglichen Kaufvertrag zustimmt, werde sich das Ministerium nicht äußern. „Bevor der Landtag nicht tagt, ist nichts in trocknen Tüchern“, so Hashagen.
Reinking hatte sich zwischenzeitlich keine Hoffnungen mehr gemacht, beim Bieterverfahren um das 103 Hektar große Areal mit denkmalgeschütztem Park, Villa, Hof- und Schulgebäuden im Rennen zu bleiben. Unter der Hand kursierte in der ersten Runde eine Summe von 9 Millionen Euro. Diese konnte nicht realisiert werden. Die meisten Interessenten kamen aus dem Bereich Wohnen. Der Flächennutzungsplan sieht jedoch vor, dass es ausschließlich für Bildungszwecke genutzt werden darf. Und das soll nach Meinung der Wentorfer Politik auch so bleiben.
Der Bildungszweck passt ins Konzept des Kunstsammlers, der ein Haus für seine Sammlung gesucht hatte, um sie dauerhaft öffentlich zu machen. „Ich habe die Anlage gesehen, und hier stimmt alles, was ich in Hamburg nicht gefunden habe“, schwärmte er bereits vor zwei Jahren von dem „Ort der Magie“.
Die Kommunalpolitiker hatte er bei der Vorstellung seiner Pläne spontan mit seiner Begeisterung angesteckt. Ein Museum mit Skulpturengarten, Restaurant, Cafe und Künstlerstätten sowie Ausstellungen könnten das Kulturleben bereichern.
Die Spürnase für junge Kunst, der mit 16 Jahren sein erstes Bild erwarb, hat Werke von 200 Künstlern in seiner Sammlung. Malerei der Gegenwart. Graffiti oder Konzeptkunst lagern verborgen in Transportkisten und sind nur temporär in Museen weltweit zu sehen. Für den Louvre hat Rik Reinking eine Ausstellung mit Werken des belgischen Konzeptkünstlers Wim Delvoye präsentiert.

Glinder Zeitung / Sachsenwald 08.08.17

E-werk sachsenwald erweitert seinen Service
Zweite E-Ladestation

Wentorf (bro) - Bürgervorsteher Andreas Hein und Bürgermeister Dirk Petersen haben zusammen mit Thomas Kanitz, Geschäftsführer des e-werk Sachsenwald, am vergangenen Freitag die zweite Stromtanksäule in der Gemeinde vor dem Rathaus eingeweiht. Nach etwas weniger als zwei Monaten erhalten E- Mobilbesitzer eine zusätzliche Möglichkeit, um in Wentorf Strom zu tanken. Die erste E-Tanksäule wurde - wie berichtet - vor kurzem auf dem Parkplatz des Casinoparks freigegeben.
„Ich bin stolz darauf, dass wir jetzt in Wentorf eine weitere Tankmöglichkeit für E-Mobile in direkter Nähe des Rathauses zur Verfügung haben“, sagte Bürgermeister Petersen bei der Einweihung der E-Säule. Auch hier ist die Parkfläche gut sichtbar blau angestrichen und mit einem Elektrosymbol markiert. Ein zusätzliches Schild weist darauf hin, dass die zwei Parkplätze ab sofort ausschließlich für E-Mobile reserviert sind.
„Das ist jetzt die zehnte von zwölf Ladesäulen, die bereits in diesem Jahr in Betrieb gegangen ist“, sagte Thomas Kanitz. „Damit geht der versprochene Ausbau der Ladenetzinfrastruktur in unserer Region zwischen Hamburger Stadtrand und Sachsenwald weiter voran und gibt dem Mobilitätswandel vor Ort weitere Impulse“, machte er deutlich.
Die neue Tanksäule ist mit zwei Ladepunkten und einer Leistung bis zu 22 Kilowatt ausgestattet. Auf jeder Seite befindet sich eine Typ-2-Steckdose. Ein vierzeiliges LCD-Display dient der Statusanzeige und ein Sichtfenster auf jeder Steckdosenseite ermöglicht das Ablesen des Zählers.

Bergedorfer Zeitung 07.08.17

SCHLESWIG-HOLSTEIN
Grundschüler lernen Schreibschrift

Kiel (Ino). Die Schreibschrift bleibt auch in Zeiten von SMS, Chat-Programmen und Videobotschaften wichtig. Die schleswig-holsteinische Landesregierung wolle deshalb die gebundene Schreibschrift an den Grundschulen schnell wieder einfuhren, sagte die neue Bildungsministerin Karin Prien (CDU). „Denn die Kinder haben zunehmend Schwierigkeiten, die Schreibschrift zu erlernen.“ Immer mehr kämen mit unzureichenden motorischen Fähigkeiten in die Schule. „Die neue Landesregierung will deshalb den Fokus auf die Grundschulen richten.“
Allerdings gibt es keine Überlegungen, auch eine Note zu vergeben. Sie werde sich die Lehrpläne noch einmal ansehen, sagte Prien. „Denn jeder Schüler sollte die Chance erhalten, die Schreibschrift zu lernen.“
Ab wann diese an den Schulen wieder verpflichtend wird, sei aber noch unklar. „Denn wir wollen das mit Sorgfalt angehen.“ Mehr Lehrerstellen brauche das Land dafür nicht, nur überarbeitete Lehrpläne.

Bergedorfer Zeitung 02.08.17

24 Wohnungen im Ortskern
NACHVERDICHTUNG Am Wischhoff wäre Platz für vier Häuser

Wentorf (hof). Freie Bauflächen werden rar, auch in der Gemeinde Wentorf. Und so geraten auch großzügigere Grünflächen zwischen Mehrfamilienhäusern ins Visier von Planern. Mitten in Wentorf, in absolut zentraler Lage an der Straße Am Wischhoff, soll deshalb jetzt nachverdichtet werden.
Die Pläne des Eigentümers, hier vier neue Gebäude mit 24 Wohnungen zwischen die vorhandenen Wohnhäuser beziehungsweise rückwärtig zu bauen, hat Architekt Klaus Giffey im jüngsten Umwelt- und Planungsausschuss den Politikern vorgestellt. Gerade für ältere Wentorfer seien die geplanten Wohnungen in Größen um die 60 Quadratmeter ideal, wirbt der Planer.
Die neuen Häuser sind in dreigeschossiger Bauweise geplant. Sie sollen dort errichtet werden, wo derzeit eine asphaltierte Decke Parkplätze vor den Mietblocks ausweist sowie hinter den Häusern. Für die wegfallenden Parkplätze könnte eine benachbarte Parkpalette mitgenutzt werden. „Den Eigentümern des Grundstückes ist es wichtig, dass es sich um eine lockere Nachverdichtung handelt“, so der Hamburger Architekt. Baurechtlich sieht er keine Probleme für mehr Wohnraum zwischen vorhandenen Gebäuden.
Die Ausschussmitglieder und Bürgermeister Dirk Petesen nahmen die Ausführungen des Bauexperten wohlwollend zur Kenntnis. „Wir werden das Thema noch ausführlich mit der Wentorfer Bevölkerung beraten“, sagte Petersen. Für die Verdichtung der Bebauung sei im Herbst auch ein Workshop geplant, an dem sich alle beteiligen können.

Bergedorfer Zeitung 28.07.17

„Unser Ziel: gesunder Gewerbe-Mix"
INTERVIEW Bürgermeister Dirk Petersen hat sich nach gut 100 Tagen im Rathaus eingearbeitet

Wentorf. Seit gut 100 Tagen ist Wentorfs neuer Bürgermeister Dirk Petersen (58) im Amt. Der ehemalige Fraktionschef der Wentorfer Grünen, Ex- Kreistagsabgeordneter und Diplom-Ingenieur hat einen radikalen Schnitt mit seinen politischen Ämtern und dem bisherigen Berufsleben gemacht. Bei der Bürgermeisterwahl im vergangenen September hatte er mit deutlichem Sieg das Rathaus erobert. 56 Prozent der Wähler sprachen ihm das Vertrauen aus. Jetzt ist er am Zuge, es im Rathaus einzulösen und sprach darüber mit Redakteurin Anne Müller.
Im April haben Sie Ihr neues Bürgermeisterbüro bezogen, was hatten sie mitgebracht?
Etwas, das mir vertraut ist. Die Bilder meiner Frau, die als Grafikdesignerin auch leidenschaftlich gerne malt.
Verlief der Wechsel an die Spitze einer kommunalen Verwaltung reibungslos?
Ja, ich habe mich von meinem Job in der Verbraucherzentrale verabschiedet, bewusst einen radikalen Schnitt gezogen.
Fiel es Ihnen leicht, von der Politik auf die ausführende Seite des Verwaltungschefs zu wechseln?
Ich hatte mich bereits im Dezember aus allen Ämtern in der Gemeindevertretung und auch im Kreistag zurückgezogen. Ich gestehe, es ist mir schwergefallen, rauszugehen. Dafür wurde es mir von meinen neuen 120 Mitarbeitern leicht gemacht, in die neue Aufgabe hereinzukommen. Das war ein sehr angenehmes Gefühl.
Was reizt Sie an der neuen Aufgabe?
Ich sitze an den Schaltstellen und kann mit vielen interessanten Menschen Gespräche führen und danach an der einen oder anderen Stellschraube drehen. Zum Beispiel habe ich gerade die neue Staatssekretärin im Finanzministerium kennengelernt und zu einem Gespräch über die Zukunft der Sprachheilschule eingeladen.
An welchen Stellschrauben würden Sie gern drehen?
Für mich ist es vor allem spannend zu erleben, wo den Bürgern der Schuh drückt. Dafür habe ich bei meinen Sprechstunden im Casinopark ein offenes Ohr und versuche in Richtung Politik weiterzugeben, was die Menschen bedrückt.
Was sind das für Themen?
Zum Beispiel die Grünpflege. Da ist mein Einfluss allerdings limitiert. Aufgrund der aktuellen Haushaltslage müssen wir Abstriche machen. Die Politik hat uns auferlegt, keine Fremdverträge für die Grünpflege mehr zu vergeben. Daran ist nicht mehr zu rütteln.
Drohen aufgrund der Haushaltstage weitere Einschnitte für die Bürger?
Wir versuchen, die Konsolidierung des Haushaltes weiter hinzubekommen. Allerdings wird diese keine weiteren unmittelbaren Auswirkungen, wie etwa die Steuererhöhungen im vergangenen Jahr, mehr haben.
Wentorf geriet kurz vor den Haushaltsberatungen finanziell in die Schieflage, weil ein Unternehmen, das noch vor drei Jahren größter Gewerbesteuerzahler war, Probleme bekam. Was tut die Gemeinde, um solche Einbrüche künftig zu verhindern?
Wir arbeiten händeringend an der Gewerbeentwicklung, um künftig bei den Gewerbesteuereinnahmen nicht von einzelnen Firmen so stark abhängig zu sein. Das Ziel ist eine gesunde Mischung. Da werden wir in absehbarer Zeit Ergebnisse vorlegen können. Ein Positives ist auf jeden Fall, dass der Casinopark inzwischen einen neuen Eigentümer hat.
Wie steht es um das Prisma, das in der Konsolidierungsliste auch zur Disposition gestellt wurde?
Die Idee einer Schließung ist nicht weiter diskutiert worden. Die Folgen wären auch fatal gewesen. Ich gehe davon aus, dass das politisch auch nicht gewünscht ist.
Im Rathaus werden zurzeit viele Investoren vorstellig.
Wie steht es um das verkaufte HSB-Gelände?
Der Investor ist bei uns inzwischen vorstellig geworden. Wir werden im dritten Quartal dieses Jahres ein Gespräch führen. Es ist schon befremdlich, dass jemand so ein großes Areal erwirbt, ohne im Vorfeld mit uns ein Gespräch zu führen.
Ist die Gemeinde für Wohnbebauung dort verhandlungsbereit?
Ich gehe davon aus, dass wir in den kommenden fünf bis zehn Jahren nicht mehr in die Wohnbebauung gehen. Wenn alle aktuellen Neubauprojekte bezogen sind, hat die Gemeinde 14 000 Einwohner. Da müssen wir erst im Auge haben, wie das mit der vorhandenen Infrastruktur funktioniert.
Was sind die aktuellen Baustellen, die die Verwaltung beschäftigen?
Akut der Reinbeker Weg. Da haben wir alle Hände voll zu tun. Parallel werden wir den Friedrichsruher Weg angehen. Hier ergibt sich noch die Frage der Kostenumlage. Im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung wird die Möglichkeit eröffnet, auf eine Straßenbaubeitragssatzung ganz zu verzichten und das Geld über Steuern umzulegen. Die Frage muss noch von der Politik entschieden werden. Viel Aufklärungsarbeit haben wir zurzeit auch beim Thema Niederschlagswasserbeseitigung auf Privatgrundstücken zu leisten. Ein Konfliktfeld, das wir momentan abarbeiten.
Wo sehen sie Gestaltungspotenzial für die Gemeinde?
Das liegt ja nicht nur beim Thema Wohnen. Es gibt noch viel zu tun. Zum Beispiel beim Thema öffentlicher Nahverkehr. Die Anbindung an die S- Bahn Reinbek könnte verbessert werden durch höhere Taktungen der Busverbindungen. Ich bin auch im Gespräch mit Car-Sharing-Firmen, die ihre Angebote auf Wentorfer Gebiet ausweiten könnten.
Wenn Sie einen Wunsch an eine Fee hätten, was würden Sie veranlassen?
Sofort den Reinbeker Weg öffnen.
Wo werden Sie die Sommerferien verbringen?
In Wien und in der Steiermark. Das war ein Wunsch meiner Frau und meiner beiden jüngsten Töchter (17/19). Ich freue mich sehr, dass sie noch am Familienurlaub teilnehmen möchten.

Bergedorfer Zeitung 27.07.17

Frischer Wind im Casinopark
WECHSEL Neuer Eigentümer aus Hamburg kümmert sich künftig vor Ort um das Einkaufszentrum

Von Anne Müller
Wentorf. Sie packen es jetzt gemeinsam an. Endlich hat Jan Vogel (52) wieder Unterstützung vor Ort. Eine klemmende Tür, eine flimmernde Beleuchtung oder abblätternde Farbe: Es gibt viel zu tun im EKZ Casinopark. Bisher wurde es von Berlin aus betreut und der engagierte Hausmeister hatte nicht immer den Etat bekommen, den er sich für Reparaturen gewünscht hätte. Jetzt hat der ehemalige Eigentümer, die israelische Fondsgesellschaft Gazit Immobilien GmbH, das Objekt abgegeben - und es quasi wieder in Wentorfer Hände gelegt.
Der neue Projektentwickler Arne Hopmann (53) lebte bis zu seinem 20. Lebensjahr in Wentorf, wo auch heute seine Eltern noch zu Hause sind. Der Geschäftsführer von Concept-Immobilien betreut von Hamburg aus bundesweit ähnliche Einkaufszentren und Bauvorhaben.
„Ich habe verfolgt, dass Wentorf wächst und gedeiht und mit vielen Einzelhändlern vor Ort gesprochen“, sagt Hopmann, der von dem Standort überzeugt ist. Inklusive des Kaufpreises werden die Hamburger Projektentwickler 25 bis 30 Millionen Euro in Wentorfs Ortsmitte investieren. Vor allem in die Pflege und Betreuung des Ensembles rund um den Casinopark. „Zurzeit sanieren wir das Parkdeck, um es wieder heller und freundlicher zu gestalten“, so Hopmann. Auch die Erweiterung des Aldi-Marktes sei in Vorbereitung. „Wir sind hier am Anfang des Bauleitverfahrens", fügt Hopmann hinzu. Zufrieden sei er vor allem auch mit dem Ankermieter, Edeka-Feinkosthaus R.A. Schulz KG, mit seinem großen Angebot an frischen Lebensmitteln. Das Herz des Nahversorgungszentrums ziehe viele Kunden nach Wentorf.
Um die Läden des Zentrums macht sich Hopmann keine Sorgen, allerdings würde er den Platz gern wieder etwas mehr beleben: „Wir möchten zum Beispiel den Wochenmarkt stärken, das gastronomische Angebot verbessern und Veranstaltungen anbieten, damit die Menschen hier auch gern verweilen.“ Auch gehe es darum, die Sortimentsvielfalt zu ergänzen. Sieben kleine Läden stehen derzeit noch leer.
Wochenmarkt soll wieder gestärkt werden
Künftig soll auch ein Betreuer vor Ort als Ansprechpartner für die Geschäfte zur Verfügung stehen. Zur Wirtschaftsinitiative Wentorf (WIW) hat der Hamburger Projektentwickler bereits Kontakt aufgenommen.
Die Gesamtmietfläche, welche sich auf fünf Gebäude verteilt, beträgt etwa 12 800 Quadratmeter und schlüsselt sich wie folgt auf: 9100 Quadratmeter Fitness- und Einzelhandelsfläche, etwa 1400 Büro- und Praxisfläche und 1600 Betreutes Wohnen sowie 700 Quadratmeter Wohnen. Die Einzelhandelsfläche verteilt sich auf 25 Ladenlokale.
„Derzeit befinden wir uns in der Vermietungsphase, zur Auswahl stehen Einzellokale - zwischen 30 und 350 Quadratmeter groß. Interessenten können sich gern bei uns melden“, sagt Hopmann. Telefonisch ist die Projektentwicklungs GmbH unter (040) 20 94 22 28 zu erreichen.
Im April 2002 wurde der Casinopark in der neuen Ortsmitte vom damaligen Investor Hans-Dieter Schmitter eröffnet. Aldi hatte bereits ein Jahr zuvor noch auf der Baustelle eröffnet. Als ein Joker erweisen sich auch die 600 Parkplätze rund um das Center. Das Parkhaus bietet 180 weitere Stellflächen.

Bergedorfer Zeitung 27.07.17

Kinderbetreuung mit Zertifikat
QUALIFIZIERUNG für die Tagespflege

Schwarzenbek (cus). Vier anstrengende Monate liegen hinter den 17 neuen Tagesmüttern und einem Tagesvater: An jeweils zwei Abenden in der Woche und an vielen Sonnabenden wurden sie im Evangelischen Familienbildungszentrum (FBS) am Verbrüderungsring 14 durch acht Referenten in 160 Stunden Theorieunterricht auf ihre neue Tätigkeit vorbereitet.
Zur Qualifizierungsmaßnahme gehörten Themen wie: Wie erziehe ich und wie wurde ich erzogen? Welche rechtlichen und finanziellen Grundlagen benötige ich für meine künftige Aufgabe? Dazu wurde im Kursus auch gespielt und gesungen oder Anregungen aus der Psychomotorik mit Alltagsmaterialien für die Betreuung der Kinder gegeben.
15 der 18 neuen Tagesmütter kommen aus dem Kreisgebiet, drei reisten sogar aus Lübeck zum Kursus an. Während einer Feierstunde überreichte jetzt FBS-Leiterin Kerstin Dlugi den Teilnehmern ihr Zertifikat, das gemeinsam mit der Praktikumsbescheinigung und dem Nachweis der Ersten Hilfe Basis für die vom Kreis Herzogtum Lauenburg oder der Stadt Lübeck zu erteilende Pflegeerlaubnis ist. Ohne diese darf keine Tagesmutter arbeiten. Die Namen und Adressen aller zertifizierten Kindertagespflegepersonen gibt es auf der Internetseite des Kreises unter www.kreis-rz.de/kindertagespflege. Weitere Informationen gibt es beim Leiter der Fachberatung Kindertagespflege des Kreises, Klaus Riemann, unter (0 45 41) 88 85 65.
Das sind die neuen Tagesmütter: Klaudia Rondzisky (Lübeck), Julia Jörn (Behlendorf), Stephanie Trost (Ratzeburg) , Jennifer Hoffmann (Lauenburg), Sabrina Herzig (Schwarzenbek), Karina Willhöft (Walksfelde), Bärbel Stephan (Kollow), Julia Mahn (Gülzow), Henrike Hecht (Wentorf), Jaqueline Knocke (Wiershop), Kathrin Krahn (Gudow), Jasmin Schwarz (Groß Gronau), Sandra Gala (Lübeck), Christoph Wojichiowsky (Lübeck), Ines Neizel (Mölln), Andrea Marin-Benito (Geesthacht) und Monika Nadler (Schwarzenbek).

Bergedorfer Zeitung 26.07.17

Kiel bringt Verbot der Pferdesteuer auf den Weg
ABGABE vor dem Aus - Besitzer atmen auf

Von Wolfgang Schmidt
Kiel. Als eine ihrer ersten Maßnahmen hat die neue Landesregierung das angekündigte Verbot einer Pferdesteuer in Schleswig-Holstein eingeleitet. Mit einer Änderung des Kommunalabgabengesetzes soll die Erhebung einer Steuer auf das Halten von Pferden untersagt werden, wie Innen-Staatssekretärin Kristina Herbst gestern erläuterte. Zuvor hatte das Kabinett den Gesetzentwurf des Innenministeriums zur Kenntnis genommen.
Auslöser war die Entscheidung der Gemeinde Tangstedt im Kreis Stormarn für eine Pferdesteuer. Nach einer seit 1. Juli trotz massiver Proteste geltenden Satzung sollen dortige Halter 150 Euro jährlich für ein Pferd zahlen.
CDU, Grüne und FDP hatten sich bei ihren Koalitionsverhandlungen darauf verständigt, gegen eine solche Steuer vorzugehen. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu, die Erhebung einer Steuer „auf die Ausübung eines Sports“ sollte untersagt werden. Nach juristischer Prüfung entschied sich das Innenministerium aber dafür, eine Steuer auf das Halten von Pferden zu verbieten. Darauf bezieht sich auch der entsprechende Passus in der Tangstedter Satzung. Nach der nun anstehenden Verbandsanhörung wird sich das Kabinett wahrscheinlich am 26. September das zweite Mal mit dem Gesetzentwurf befassen und ihn dann dem Landtag zuleiten. Dieser könnte dann möglicherweise im November entscheiden. „Wenn das Parlament unserem Entwurf zustimmt, ist mit dieser Regelung die Pferdesteuer vom Tisch“, erklärte Staatssekretärin Herbst. Dies würde auch für Tangstedt gelten. Die Gemeinde könnte dann aber klagen.
Gesamtgesellschaftliche und sozialpolitische Erwägungen könnten es erfordern, bestimmte Bereiche dem Steuererhebungsrecht der Gemeinden zu entziehen, sagte Herbst. Bei der Pferdesteuer sei das eindeutig der Fall. Es gehe hier nicht nur um den Spitzensport, sondern auch um den Breitensport mit seiner Jugendarbeit. Aus Sicht des Innenministeriums wiegt ein landesweites Verbot einer Pferdesteuer schwerer als das Interesse von Gemeinden an einer „geringfügigen Verbesserung ihrer Einnahmen“.
Kaum eine Entscheidung hatte in Schleswig-Holstein in den letzten Monaten so viel Aufregung ausgelöst wie die Pferdesteuer von Tangstedt, das als erste Gemeinde im nördlichsten Bundesland diesen Schritt gegangen war. Auf Mehreinnahmen von fast 100 000 Euro jährlich hatte die Gemeinde gehofft - diese Rechnung geht wohl nicht auf.
Eine Pferdesteuer wäre ein Einschnitt für das Reiterland Schleswig-Holstein, sagte Herbst. Die geplanten Änderungen bei den Kita-Kosten und beim Finanzausgleich würden die Gemeinden und damit auch Tangstedt im Übrigen stärker entlasten, als es die Mehreinnahmen über die Pferdesteuer bedeutet hätten.
Diese könne auch nicht mit der Hundesteuer gleichgesetzt werden, sagte Herbst. Schon die Dimension sei eine andere. Über die Hundesteuer hätten die Gemeinden 2016 rund 15,9 Millionen Euro eingenommen. Aufgrund der Reinigungskosten sei die Belastung der Gemeinden durch Hunde erheblich höher. Zudem stehe bei Hunden der Sportcharakter nicht an erster Stelle.
Die CDU-Fraktion im Kieler Landtag setzte sich dafür ein, ein Pferdesteuer-Verbot schnell umzusetzen. Nach FDP-Ansicht tragen Einzelmaßnahmen wie eine Pferdesteuer nicht wirklich dazu bei, die finanzielle Ausstattung der Gemeinden zu verbessern. Dies müsse über eine Neuordnung des kommunalen Finanzausgleichs laufen.

Bergedorfer Zeitung 26.07.17

Immer weniger Einbrüche im Norden
IN EINIGEN KREISEN ging die Zahl der Delikte sogar um bis zu 80 Prozent zurück

Kiel (Ino). Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in Schleswig-Holstein zurückgegangen. Sie sei auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren, teilte das Landeskriminalamt gestern mit. Im ersten Halbjahr 2017 sank die Zahl der vollendeten und versuchten Wohnungseinbrüche im Vergleich zum Vorjahr um 898 polizeilich registrierte Fälle auf landesweit 2757 Fälle (2016:3655 Fälle). „In einigen Kreisen des Landes kann man im Vergleich zu den Vorjahren sogar von einem erfreulichen Rückgang der Wohnungseinbruchsdelikte um bis zu 80 Prozent sprechen“, sagte Kriminaldirektor Rainer Bretsch.
Besonders starke Rückgänge verzeichneten die Polizeidirektionen Bad Segeberg und Ratzeburg. Dort wurden zusätzlich zu den üblichen Maßnahmen auch Anhalte- und Sichtkontrollen durchgeführt. „Wir haben aber nach wie vor Tätergruppen, die bestimmte Bereiche wie den Hamburger Rand oder die Nähe zu Autobahnen bevorzugen“, sagte Bretsch. In größeren Städten wie Kiel und Neumünster gebe es darüber hinaus aktive örtliche Täterstrukturen, die sich ihre Ortskenntnisse zunutze machen.
In Schleswig-Holstein wird die Tatortarbeit nicht nur von Polizisten, sondern seit einigen Monaten auch durch 28 speziell ausgebildete Spurensicherungskräfte gewährleistet.

Glinder Zeitung / Sachsenwald 25.7.17

100 Tage als Bürgermeister im Amt: Dirk Petersen Im Gespräch
mit der Glinder Zeitung • Sachsenwald
„Wentorfer haben mich sehr gut aufgenommen"

Am 1. April begann die Amtszeit von Dirk Petersen als Bürgermeister in Wentorf. Nun sind die ersten 100 Tage vorüber, eine gute Gelegenheit, um eine erste Bilanz zu ziehen. Journalistin Barbara Schult sprach mit Dirk Petersen.
Haben Sie Ihre 100 Tage Schonzeit bekommen?
Ich betrachte die erste Zeit nicht als Schonzeit, denn ich erwarte nicht, dass die nächsten 1.000 Tage härter werden. Ich habe ein Rathaus vorgefunden, das sehr gut funktioniert. Auch die Politik arbeitet sachbezogen und ist nicht darauf fokussiert, der Verwaltung das Leben schwer zu machen.
Was hat Sie besonders gefreut?
Ich habe mit den Wentorfern bereits viele gute Gespräche geführt. Meine Bürgermeistersprechstunden sonnabends im Casinopark eigneten sich gut dazu. Die Gespräche verliefen immer in freundlicher Atmosphäre, auch wenn es mal kontroverse Meinungen gab. Ich freue mich auch, dass ich von den Bürgern ebenso wie von der Verwaltung und der Politik gut aufgenommen wurde.
Was hat Sie besonders geärgert?
Ich ärgere mich über die Ignoranz einiger Verkehrsteilnehmer, die die Sperrung im Reinbeker Weg nicht akzeptieren. Durch das unerlaubte Befahren des Baustellenbereichs werden die Arbeiten behindert. Das gefährdet den Zeitrahmen. Dass die Sperrung vielen Bürgern zu lange dauert, verstehe ich gut. Aber es muss viel koordiniert werden und geht daher nicht schneller.
Was war anders als Sie sich das vorgestellt hatten, als Sie zur Wahl antraten?
Ich habe mir gar nicht so konkrete Vorstellungen gemacht. Bei vielen Gesprächen ist es für mich als Verwaltungschef jetzt eine andere Kragenweite. Ich muss Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Aber genau das war es ja auch, was ich wollte.
Was war das bestimmende Thema der ersten Zeit?
Es gibt etliche Dinge, die vorher bereits da waren und jetzt weitergeführt werden. Dazu gehört der Casinopark, die große leere Fläche attraktiver zu machen und mit mehr Leben zu füllen. Ich sehe große Chancen, mit dem neuen Betreiber dort eine attraktive Ortsmitte zu gestalten.
Eine positive Entwicklung zeichnet sich für die ehemalige Sprachheilschule ab. Laut Auskunft vom Ministerium in Kiel können wir Mitte August mit Ergebnissen rechnen, die uns Planungssicherheit geben. Das Votum Wentorfs, dass wir dort keine Wohnbebauung wünschen, ist angekommen. Das Land hat die Kröte geschluckt. Es gab bereits einen Interessenten aus der Kunstszene, der dort ein Museum einrichten möchte. Aber es sind wohl noch weitere Interessenten da.
Sehr schön ist auch die Idee, am Rand der Gemeinde einen Japanischen Garten anzulegen. Das erfordert noch viel Vorbereitung. Doch ich habe die Hoffnung, dass ich das so begleiten kann, dass ich auch die Eröffnung noch im Amt erlebe.
Außerdem arbeiten wir intensiv an der Gestaltung einer neuen lnternetseite. Unser veralteter Internetauftritt soll bürgerfreundlicher und interaktiv werden. Ich habe die Hoffnung, dass wir in diesem Jahr eine erste Version vorstellen können, die dann auch schnell umgesetzt wird.
Was haben Sie sich für die nächste Zeit außerdem vorgenommen?
Ein großes Anliegen ist es mir, mehr Unternehmen für eine Gewerbeansiedlung in der Gemeinde zu gewinnen. Wir führen intensive Gespräche mit Gewerbetreibenden und werden von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Herzogtum Lauenburg (WFL) unterstützt. Gewerbeflächen stehen zur Verfügung. Ich bin überzeugt, dass sie auch für viele Betriebe attraktiv sind. Ein Plus für uns ist die absolute Nähe zu Hamburg.
Eine große Baustelle ist noch die eingeschränkte Grünflächenpflege. Die Politik hatte beschlossen, dass die Fremdvergabe aufgegeben wird, um 70.000 Euro einzusparen. Der Baubetriebshof schafft jedoch nicht mehr, als er jetzt erledigt. Nun beklagen sich Bürger über den Wildwuchs. Mein Appell, Patenschaften für Grünflächen zu übernehmen, findet leider bisher wenig Gehör. Ich hoffe, dass sich das noch ändert.
Zudem machen wir uns zurzeit Gedanken über die Entwicklung der Einwohnerzahl und die Zukunft der Gemeinde. Wir müssen beschließen, wo wir hin wollen, wenn die Baugebiete bezogen und die Nachverdichtungen erfolgt sind. Wir bereiten einen Workshop für den Planungs- und Umweltausschuss vor, in dem Ziele des Wachstums und die Auswirkungen auf die Kapazitäten der Infrastruktur zum Beispiel der Kindertagesstätten und Schulen beraten werden.

Glinder Zeitung / Sachsenwald 25.07.17

Öffentlichkeitsbeteiligung
Wo gibt es Probleme mit Lärm?

Reinbek (pt) - Das Eisenbahn-Bundesamt aktualisiert den Lärmaktionsplan für die Bahnstrecken.
Ziel der Lärmaktionsplanung ist die Regelung von Lärmproblemen und Lärmauswirkungen. Die erste Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung findet vom 30. Juni bis zum 25. August 2017 statt. Alternativ zur online-Beteiligung können Beteiligungen auch per Post an die Redaktion „Lärmaktionsplanung“, Postfach 601230,14412 Potsdam, geschickt werden. Der dafür erforderliche Fragebogen kann vom 30. Juni 2017 an über die angegebene Internetadresse heruntergeladen oder postalisch über die oben stehende Adresse angefordert werden.
Unter der Adresse www.laermaktionsplanung-schiene.de sind die Ergebnisse der ersten Umgebungslärmkartierung veröffentlicht.
Die Anwendung zur aktiven Beteiligung wird rechtzeitig zum Start der Öffentlichkeitsbeteiligung freigeschaltet. Fragen zur Lärmkartierung im Eisenbahn-Bundesamt sind an die folgende E-Mail-Adresse zu richten: laermkartierung@eba.bund.de.
Kontakte in den Rathäusern Reinbek und Wentorf bei Hamburg: stadtentwicklung-umwelt@reinbek.landsh.de bzw. a.ohde@wentorf.de und telefonisch unter 040-727 50-332 für Reinbek und 040-720 01-276 für Wentorf.

Bergedorfer Zeitung 24.7.17

So schnell ist das langsame Abitur
GYMNASIEN müssen rasch entscheiden

Von Matthias Popien
Kiel Schleswig-Holsteins Gymnasien stehen vor grundlegenden Veränderungen. 88 der 99 Schulen müssen bis spätestens kommenden Februar klären, ob sie in Zukunft nach neun Jahren zum Abitur führen oder beim derzeitigen Modell bleiben wollen. Elf der 99 Gymnasien sind aus dem Schneider: Sie bieten schon jetzt G9 an.
Karin Prien (CDU), die neue Bildungsministerin, schreibt den Schulen einen straffen Zeitplan vor. „Entscheidend ist für uns, dass die Eltern schon Ende Februar 2018 wissen, ob die jeweilige Schule künftig G9 oder G8 oder beides anbietet, denn dann finden dort die Informationsveranstaltungen für die Eltern statt“, sagt Prien.
Um dieses Ziel zu erreichen, bleibt den Schulen nur ein kleines Zeitfenster. Denn zunächst muss das Schulgesetz geändert werden. Mit der parlamentarischen Arbeit daran kann frühestens nach der Sommerpause begonnen werden, also im September. Prien hofft, dass die Gesetzesänderung bis Jahresende abgeschlossen ist. Erst dann kann der wichtigste Schritt erfolgen: Die Schulkonferenzen entscheiden im Januar oder Februar, wie schnell oder langsam die jeweilige Schule zum Abitur führt.
Politisch gewollt ist, dass dies in neun Jahren geschieht. Das lässt sich unschwer an der hohen Hürde ablesen, die zu überwinden ist, falls die Schule bei G8 bleiben will. Dafür wird eine 75-Prozent-Mehrheit in der Schulkonferenz benötigt. Selbst Grundgesetzänderungen sind mit weniger Zustimmung hinzubekommen (hier reicht eine Zweidrittelmehrheit).
G9 soll Kindern wieder mehr Raum für schöne Dinge geben
Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass diese Hürde den meisten G8- Gymnasien den Garaus machen wird. Prien selbst hofft, dass mindestens 80 Prozent der Schulen zum langsameren Abitur zurückkehren werden - am besten noch mehr. Die inhaltliche Begründung für die „Rolle rückwärts“ in der Schulpolitik ist bekannt. G9 soll den lästigen Nachmittagsunterricht reduzieren und den Kindern wieder mehr Raum für Hobbys, für gesellschaftliches Engagement und auch für die schönen Dinge des Lebens geben. Für die Umstellung auf G9 haben die Schulen ein bisschen Zeit. Sie soll erst zum Schuljahr 2019/2020 vollzogen werden und für die fünften und sechsten Klassen gelten. Insofern sind auch die Schüler betroffen, die im Sommer kommenden Jahres ihre Gymnasialkarriere starten.
Prien will für den Umbau der G8-Gymnasien die Kenntnisse nutzen, die die G9-Gymnasien in den vergangenen Jahren gemacht haben. Dort lägen Lehrpläne, Fachanforderungen und Prüfungsordnungen bereits vor. Noch im August will die Ministerin mit den Leitern der G9-Gymnasien erörtern, wie man von deren Erfahrung profitieren kann.

Bergedorfer Zeitung 21.7.17

G8 oder G9 - noch ist alles offen
GYMNASIUM wartet Sommerferien ab

Glinde (ug). Die Landesregierung will an Gymnasien zu einem Abitur nach neun Jahren (G9) zurückzukehren. Das war ein zentrales Versprechen der CDU im Wahlkampf. Laut Bildungsministerin sollen die Gymnasien Anfang 2018 die Möglichkeit bekommen, sich mit einer Dreiviertel-Mehrheit in der Schulkonferenz für einen Verbleib bei G8 zu entscheiden. Andernfalls sollen sie zu G9-Gymnasien werden.
Eva Kuhn, Leiterin des Glinder Gymnasiums, kann noch nicht sagen, wohin die Reise geht. „Wir werden uns nach den Sommerferien mit dem Thema beschäftigen. Wir warten ab, bis ein offizielles Schreiben aus Kiel vorliegt.“
Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD- Landtagsfraktion, kritisierte gestern hingegen in einer Debatte im Kieler Landtag, „dass eine Dreiviertel-Mehrheit eine wahnsinnig hohe und willkürlich gesetzte Hürde ist“. Die Schwelle für eine Änderung der Landesverfassung sei niedriger gelegt, hier ist eine Zweidrittel-Mehrheit nötig. Besser wären laut Habersaat: dreimal 51 Prozent der Stimmen - von Eltern, Lehrer und Schülern.
Auch gab er zu bedenken, dass eine neue Klassenstufe mehr Raumbedarf bedeute, der wiederum für Kosten bei Schulen und Schulträger sorgt. „Damit dürfen sie aber nicht allein gelassen werden, da muss das Land einspringen und für die Kosten geradestehen“, fordert der Reinbeker.
Sollte sich das Glinder Gymnasium für G9 entscheiden, fällt die Einführung in die Umsetzungsphase der Schulfusion beider Gemeinschaftsschulen. Geplant ist, dass das Gymnasium dann mit der Gemeinschaftsschule Wiesenfeld die Räume tauscht, an den Holstenkamp umzieht. Nach ersten Berechnungen der Verwaltung reicht das Raumangebot auch am neuen Standort für einen zusätzlichen Jahrgang aus.
Gemeinschaftsschulen verlieren an Attraktivität
Da allerdings ist der große Ansturm auf die Gymnasien nicht eingerechnet. Den aber befürchtet Martin Habersaat, wenn der größte Unterschied zwischen G8 an Gymnasien und G9 an Gemeinschaftsschulen wegfällt. Gemeinschaftsschulen könnten an Attraktivität verlieren.
Schon jetzt sind die Anmeldezahlen an der Gemeinschaftsschule Wiesenfeld rückläufig, wandern die Schüler wegen der umstrittenen Fusionspläne nach Barsbüttel und Reinbek ab. „In Glinde könnte das neue Varianten in der Debatte um Fusion und Standorte nötig machen“, sagt Martin Habersaat.

Bergedorfer Zeitung 22.7.17

„Hai" für den Japanischen Garten
VORHABEN von Politik gelobt –
Anwohner äußern Sorge vor „Bruchlandung" und Einstieg in Bebauung

Wentorf. Wentorfs Politiker haben „Hai“ gesagt - das ist Japanisch und bedeutet „Ja.“ Am Donnerstagabend haben sie sich im zuständigen Umwelt- und Planungsausschuss einstimmig dafür ausgesprochen, das Projekt „Japanischer Garten“ weiter zu verfolgen. Vertreter aller Parteien fanden lobende Worte für das Vorhaben, an dessen Ende auf dem jetzigen Acker im Bereich Mühlenstraße/Hamburger Landstraße einer der größten japanischen Gärten Deutschlands entstehen könnte.
Das Projekt Japan-Garten scheint ein wahrer Glücksfall für die Gemeinde zu sein, auch das haben die Ausschussmitglieder noch einmal betont. Im besten Fall kostet es die Gemeinde keinen Cent, schafft dafür aber einen überregionalen Publikumsmagneten und zugleich eine exotische Erholungs-Oase für die Wentorfer. Möglich wird das ganze durch den Wentorfer Tetsuo Hayashi. Der gebürtige Japaner möchte den Japan-Garten auf einer ihm gehörenden Fläche von insgesamt sechs Hektar realisieren und finanzieren. Auf die Art möchte er der Gemeinde, in der er seit rund dreißig Jahren lebt, „Domo Arigato“ sagen - Dankeschön.
Während der Ausschuss-Sitzung wurde ebenso deutlich, dass auch bei einem Geschenk genau hingesehen werden muss. Tatsächlich birgt der Japan-Plan noch so einige offene Fragen und ungeklärte Punkte. Um diese anzusprechen, waren einige Anwohner der Mühlenstraße zur Ausschuss-Sitzung erschienen. So macht sich Jörn Mertes Sorgen, dass der Japanische Garten nur vorgeschoben sei und wollte wissen: „Kann der Beschluss, den japanischen Garten zu errichten, am Ende dazu führen, dass aus dem jetzigen Acker Bauland wird?“
Der Ausschuss-Vorsitzende Torsten Dreyer und der ebenfalls anwesende Bürgermeister Dirk Petersen bestätigten, dass ähnliche Bedenken schon zuvor geäußert worden seien. Dreyer aber versuchte die Sorgen zu zerstreuen: „Der jetzige Beschluss ist keinesfalls ein Freibrief für die Zukunft.“ Er betont, dass die noch zu erfolgende Änderung des Bauplanes punktgenau ausfällt: „Dann ist dieses Garten-Vorhaben möglich und sonst nichts.“ Was dann in fernerer Zukunft geschehe, dafür wollte der Politiker seine Hand allerdings nicht ins Feuer legen.
Eine andere Anwohnerin mahnte die Politiker vor möglichen falschen Versprechungen des fernöstlichen Investors. Was passiere beispielsweise mit dem Japan-Garten, wenn dem Investor das Geld ausgehe? So etwas sei schließlich auch in anderen Kommunen schon vorgekommen. Die Politiker gelobten, auch hier besonders sorgfältig hinzuschauen. Der Bürgermeister: „Wir werden keine Bruchlandung hinlegen. Das Risiko trägt allein der Investor.“
Oliver König, der ebenfalls mit seiner Familie an der Mühlenstraße wohnt, wollte wissen: „Gibt es so etwas wie einen Wirtschaftlichkeitsplan durch den Investor?“ Auch andere Fragen beschäftigten den in Finanzdingen bewanderten Steuerexperten: „Ist eine Obergrenze für Besucher vorgesehen und reichen die vorgesehenen Parkplätze wirklich aus, damit es nicht zum Wildparken in unserer Straße kommt?“
Die Politiker betonten, dass das eigentliche Planverfahren noch gar nicht begonnen habe. Spätestens dann würden die Bedenken und Sorgen der Anwohner gründlich geprüft. Vor allem aber sollen alle notwendigen Schritte transparent erfolgen. „Hier wird nichts hinter verschlossenen Türen entschieden“, so Torsten Dreyer. Nach der Ausschusssitzung lässt sich eines jedenfalls sagen: Wentorf ist dem Tag nähergerückt, an dem der japanische Garten seine Türen öffnen kann.

Glinder Zeitung / Sachsenwald 18.07.17

Erster Kommunalpolitischer Abend für Entscheidungsträger im Mittelzentrum
Am Grill Gemeinsamkeiten entdecken

Glinde (bs) - Seit fast acht Jahren sind Glinde, Reinbek und Wentorf ein Mittelzentrum. So soll die Region vorangebracht werden. Doch die Verbindungen können über offizielle Sitzungen hinaus noch besser werden, war man sich in den drei Kommunen einig. So lud Glindes Bürgermeister Rainhard Zug zum ersten Kommunalpolitischen Abend ein.
Dabei war gegenseitiges Kennenlernen ganz ohne Tagesordnung angesagt. Rund 30 Kommunalpolitiker aus allen drei Orten waren zum Grillen an einem der schönsten Orte Glindes, an der Kupfermühle, willkommen. Der Heimat- und Bürgerverein hatte dort ein Zelt aufgebaut, die Glinder Wehr den Grill angeheizt.
Wenn sich die Glinder, die sich an einem Ende der Tischreihen niedergelassen hatten, mit den Wentorfern, die zunächst am anderen Ende zusammensaßen, mischten, sei das Ziel der Zusammenkunft erreicht, so Zug. Es dauerte etwas, bis sich die Teilnehmer fraktions- und ortsübergreifend unterhielten, wobei auch die Reinbeker aktiv dabei waren. In der angenehmen Atmosphäre kamen viele Themen zur Sprache wie Verkehrsprobleme, Finanzen und die Debatten über die Schulen. Gemeinsamkeiten und Unterschiede ebenso wie die Konkurrenz der Orte ließen sich in diesem Rahmen ganz entspannt ansprechen.
„Das waren gute Gespräche, das machen wir jetzt häufiger“, zog Andreas Hein, Bürgervorsteher in Wentorf, Bilanz.
Beim nächsten Mal kommen dann bestimmt noch viel mehr Politiker, hofft er. Jedenfalls wurde schon über den geeigneten Rahmen für den nächsten Kommunalpolitischen Abend nachgedacht.

Bergedorfer Zeitung 14.07.17

Beschwerden über ungepflegtes Grün häufen sich
KEIN GELD Politik hatte bei der Grünpflege im Haushalt den Rotstift angesetzt
- jetzt fehlen Arbeitskräfte

Wentorf (hof/sho). Zugewachsene Straßenkreuzungen, vermüllte Wanderwege, ungepflegte Grünanlagen in Wentorfs Zentrum - Katharina Barett ist entsetzt. Es sei ihr aufgefallen, dass vor allem in diesem Jahr weniger gemacht wird. „Auf dem Weg zum Sport sind schon häufiger am helllichten Tag Ratten über den Verbindungsweg zum Casinopark an mir vorbeigelaufen“, sagt die 61-Jährige entsetzt. Ein Weg, der auch von vielen kleinen Kindern aus den benachbarten Kitas genutzt werde.
An der Ampel, die über den Südring führt, sei es so zugewuchert, dass Autofahrer kleine Menschen gar nicht mehr sehen könnten. „Vor allem die Rabatten an den Straßen müssen aus Sicherheitsgründen zurückgeschnitten werden“,
fordert Katharina Barett, die aus Trittau stammt und von Neuschönningstedt nach Wentorf gezogen ist. Besorgt beobachtet sie die zunehmende Verwahrlosung. Dort, wo es ungepflegt aussieht, geselle sich auch schnell Müll hinzu. Auch am Kreisel seien Fußgänger - zumindest kleine - zunehmend von wucherndem Unkraut verdeckt. „Das macht ja keinen schönen Eindruck auf Besucher, schließlich ist das hier das Aushängeschild von Wentorf4, findet die als Postzustellerin arbeitende Frau.
Im Rathaus weiß man, wovon die Einwohnerin spricht. Denn nicht nur Katharina Barett, sondern auch andere haben sich schon wegen der mangelnden Grünpflege in der Gemeinde beschwert. „Wir haben schlicht weniger Geld für die Grünflächenpflege“, sagt Hauptamtsleiter Karsten Feldt. Grund: Die Politik hatte für die Haushaltsjahre 2016 und 2017 jeweils 70 000 Euro eingespart. Geld, mit dem bislang immer Drittfirmen bezahlt wurden, um das Grün der Gemeinde zu pflegen.
Die Mitarbeiter des Betriebshofes können die zusätzlich anfallenden Arbeiten nun nicht allein bewältigen. „Die Kollegen machen das, was nötig ist. Am Wichtigsten ist der Grünschnitt an Verkehrsflächen“, sagt Kai Siemers, Mitarbeiter im Wentorfer Rathaus. Unkraut zupfen, öffentliche Blumenbeete pflegen oder Hecken schneiden - das fällt dann des Öfteren hintenüber. „Der Rasen wird auch nicht wie früher alle zwei Wochen, sondern einmal am Anfang der Saison und einmal am Ende gemäht“, so Siemers.
Auch die Ratten im Casinopark dementiert das Rathaus keinesfalls. „Wir kennen das Problem, sind fortlaufend dran“, sagt Karsten Feldt. Er kennt aber auch einen Grund für die Misere. Einige Besucher füttern zu gern Vögel oder Katzen im Casinopark, bedenken bei aller Tierliebe dabei aber nicht, dass sie im Wesentlichen Ratten damit anziehen.

Bergedorfer Zeitung 13.07.17

Verkehrsaufsicht in Eigenregie
POLITIK GEFORDERT 60000 Euro kostet es,
wenn die Stadt Glinde die Straßen selbst überwacht

Von Ann-Kathrin Schweers
Glinde. Was spricht für und was dagegen, dass die Stadt Glinde die Verkehrsaufsicht vom Kreis Stormarn übernimmt? Darüber möchte Glindes Politik im September entscheiden. Wenn die Stadtvertreter sich dafür aussprechen, könnte die Stadt ab Anfang 2018 selbst festlegen, ob und wo etwa Tempo 30 angebracht ist. Denn seit Ende März können Kommunen mit mehr als 10 000 Einwohnern ihre eigene Verkehrsaufsicht einrichten (wir berichteten). Bislang liegt diese beim Kreis.
„Insgesamt kommen rund 60 000 Euro pro Jahr auf die Stadt zu“, sagte Bernd Mahns, Amtsleiter für Bürgerservice. Er informierte jetzt den Hauptausschuss über die Kosten, sollte Glinde die Verkehrsaufsicht und zugleich die Überwachung des ruhenden Verkehrs in die Hand nehmen. Schon seit Jahren fordern die Politiker, dass die Verwaltung den ruhenden Verkehr selbst kontrolliert. Das liegt nun nahe. In den Kosten stecken 6000 Euro für Hard- und Software zur Überwachung des ruhenden Verkehrs. Die restlichen 54 000 Euro sind für Personalkosten veranschlagt.
Auf der anderen Seite stehen die Einnahmen, die Hilfspolizisten beim Verteilen von Knöllchen einkassieren. Zunächst sollen diese bei einer Halbtagsstelle gut 88 000 Euro jährlich ergeben, also ein Plus. Danach - sobald sich die Anwohner auf die Kontrollen eingestellt haben - rechnen Bernd Mahns und Bürgermeister Rainhard Zug mit einem Plus- Minus-Null-Geschäft.
Von einer eigenen Verkehrsaufsicht samt Überwachung des ruhenden Verkehrs erhofft sich CDU-Fraktions- chef Rainer Neumann, dass Dauerparker vom Parkplatz am Markt vertrieben werden können. Bürgermeister Rainhard Zug sieht jedoch einen anderen Schwerpunkt: „Sicherheitsaspekte haben höchste Priorität. Die Feuerwehrzufahrten sind in Glinde leider häufig zugeparkt“, sagt Zug.
Der Bürgermeister hat sich noch nicht festgelegt, welche Lösung er für sinnvoll hält. „Grundsätzlich sind wir mit der Arbeit der Verkehrsaufsicht zufrieden“, sagt er. Einen Vorteil für die Aufsicht in den eigenen Reihen sieht er dennoch: Die Kommunikation würde deutlich schneller ablaufen. „Alles andere wird gleich bleiben“, sagt er.
Der Beschluss des Hauptausschusses: Zunächst soll die Verwaltung die bisher nur mündlich vorgestellten Kosten sowie die Vor- und Nachteile noch einmal schriftlich Zusammentragen. Außerdem prüft die Verwaltung, ob sie auch den fließenden Verkehr überwachen soll.
Frank Lauterbach, Vorsitzender der SPD-Fraktion, sowie Bürgervorsteher Rolf Budde (CDU) hatten angeregt zu prüfen, ob feste Blitzstationen durch die Stadt installiert werden können. Die Vorlage soll bis 5. September fertig sein, wenn sich der Hauptausschuss das erste Mal nach der Ferienpause trifft. Das letzte Wort hat die Stadtvertretung.

StvO ist der Rahmen

Übernimmt Glinde die Verkehrsaufsicht, so kann die Verwaltung über Ampeln, Zebrastreifen und Temporegelungen entscheiden. Genau wie der Kreis, der zurzeit die Aufgabe der Verkehrsaufsicht übernimmt, kann Glinde dann nach geltendem Recht, also im Rahmen der Deutschen Straßenverkehrsordnung (StvO), tätig werden. Mitarbeiter der Verwaltung bewerten dann verkehrliche Situationen. Die Politik hat die Möglichkeit, Anliegen vorzubringen. Die finalen Entscheidungen fällt der Bürgermeister. Der Kreis behält auch eine überwachende Funktion und schreitet ein, wenn Glinde gegen die StVO handelt.

Bergedorfer Zeitung 12.07.17

Anliegerbeiträge über Jahre strecken?
STRASSENAUSBAU Fachanwalt spricht über Finanzierungssysteme –
und warnt vor juristischen Problemen

Von Timo Jann
Geesthacht. Wenn in Geesthacht eine Straße gebaut oder saniert wird, dann bezahlen die Grundstücksbesitzer die Maßnahme über Straßenausbaubeiträge mit. Mit den einmalig erhobenen Beiträgen werden teils happige Forderungen fällig - ein Zustand, der nicht nur Bürgern regelmäßig übel aufstößt, den auch einige Politiker gern ändern möchte. Die Höhe der Beiträge errechnet sich anhand der Grundstücksgrößen. Die Lösung des Problems könnte die Erhebung von wiederkehrenden Beiträgen sein, quasi in Anlehnung an die Gebühren für Abwasser oder Straßenreinigung, die regelmäßig gezahlt werden müssen: Jährlich abgerechnet, fallen sie weniger ins Gewicht.
Über Vor- und Nachteile der Finanzierungssysteme sprach auf Einladung der Stadt Professor Dr. Marcus Arndt, Fachanwalt für Verwaltungsrecht aus Kiel, im Bauausschuss. Sein Tipp: Die Ratenzahlung, die neuerdings bei einmaligen Beiträgen möglich ist, sei ein guter Weg, die Kosten für die Bürger zu strecken.
Wiederkehrende Beiträge zu erheben, erfordert dagegen aus Arndts Sicht einen enormen Verwaltungsaufwand: „In Thüringen gibt es die Möglichkeit wiederkehrender Beiträge seit 1996. Es ist bis heute keine einzige beklagte Satzung einer Kommune vor Gericht durchgekommen“, entwarf Arndt ein Bild extremer bürokratischer Anforderungen durch eine Systemveränderung. Zudem warnte der Jurist, dass auf Geesthacht mehr Bauvorhaben und damit höhere Kosten zukommen könnten: Vor dem Hintergrund, dass alle Grundeigentümer Beiträge zahlen müssen, würden möglicherweise mehr Anlieger Straßenausbauten fordern. Arndt: „Die Frequenz, in der saniert wird, könnte sich erhöhen.“
Geesthachts Politiker befassen sich bereits länger mit den Straßenausbaubeiträgen. Im September wird ihnen Verwaltungsmitarbeiterin Marion Schumacher eine Beratungsvorlage präsentieren, um die 20-jährige Ratenzahlung in die Satzung aufzunehmen. Ziel: Das Problem hoher Einmalzahlungen entschärfen. Der Bauausschuss musste keinen Beschluss fassen. Es zeichnet sich ab, dass Geesthacht beim System der einmaligen Beiträge bleiben könnte. Als nächstes werden auf die Anlieger von Finkenweg und Spaken- berg Beiträge zukommen.
Fahrt aufgenommen hat die Diskussion um die Straßenausbaubeiträge im Zuge der vergangenen Landtagswahl. Im Koalitionsvertrag haben sich CDU, Grünen und FDP auf eine entscheidende Änderung geeinigt: Bisher mussten Kommunen ihre Bürger zur Kasse bitten - unabhängig von der Haushaltslage der Stadt oder Gemeinde. Das soll sich nun ändern. Außerdem sollen die Kommunen genügend Geld vom Land für Straßensanierung bekommen - allein für Planungen zweieinhalb Millionen Euro mehr.

Der Reinbeker 10.07.17

Vermehrter Starkregen macht Satzung erforderlich
Gemeinde plant neue Gebühren

Wentorf - Immer häufiger gibt es unwetterartige Niederschläge - mit dramatischen Folgen, denn durch zunehmende Flächenverdichtung muss immer mehr Oberflächenwasser abgeleitet werden. Das stellt die Gemeinde Wentorf vor große technische und finanzielle Herausforderungen, weshalb die Gemeindevertretung bereits im September 2012 die Niederschlagswasserbeseitigungssatzung beschloss. Zuvor war aus Rechtsgründen ausschließlich die Gemeinde abwasserbeseitigungspflichtig für anfallendes Niederschlagswasser - auch für Grundstücke, die auf eigenem Grund Niederschlagswasser beseitigen konnten. Erst seither kann die Abwasserbeseitigungspflicht auf Grundstückseigentümer übertragen werden.
Jetzt stand ein Antrag der GRÜNEN zur Änderung der Satzung auf der Tagesordnung des Liegenschaftsausschusses. Die Fraktion will die Regelungen vereinfachen und Bürger unterstützen, die teilweise seit Jahrzehnten erfolgreich und zum Wohl der Allgemeinheit Versickerungsanlagen pflegen und Vorhalten. Deshalb fordern sie unter anderem eine Übergangsregelung für Betreiber von Altanlagen. Zur Abstimmung kam der Antrag allerdings ebenso wenig wie die Änderung der Satzung und der anschließende nicht-öffentliche Tagesordnungspunkt Personalangelegenheiten Niederschlagswasser, denn auf Antrag von Günter Weblus (FDP) stimmten alle Fraktionen für die Vertagung. Grund: Die Unterlagen waren den Politikern nicht rechtzeitig zugegangen und es gibt noch Diskussionsbedarf in den Fraktionen.
Diskutiert wurde dennoch über das Thema, das unter anderem auch einige Anwohner der Straßen Unter den Linden, Blumenweg und Heckenweg in den Ausschuss gelockt hatte. Hauptamtsleiter Karsten Feldt erläuterte, die Gemeinde sei vor vier Jahren vom Kreis als Aufsichtsbehörde aufgefordert worden, ein Gutachten über das gesamte Gemeindegebiet sowie ein Beseitigungskonzept vorzulegen. »Die Frage der Genehmigungspflicht von Grundwassernutzung ist keine Idee der Gemeinde. Das ist Bundesrecht, das zu erfüllen ist.
Die zuständige Behörde ist die Wasserbehörde des Kreises Herzogtum Lauenburg. Bürger, die Niederschlagswasser auf ihrem Grundstück versickern lassen, müssen dafür beim Kreis eine Genehmigung einholen. Die Wasserbehörde fordere dann ein Gutachten darüber, dass die Fläche, in die hinein versickert werde, auch versickerungsfähig sei. Das koste, wenn es teuer sei, 600 Euro pro Grundstück. In Bereiche mit ähnlichen Bodenstrukturen könnten sich die Eigentümer diesbezüglich zusammentun.
Die genehmigungsfreie Nutzung über belebte Bodenzonen erfolgt über Mulden, in denen sich das Wasser sammelt, führte Feldt weiter aus. »Alle anderen Nutzungen des Wassers sind genehmigungspflichtig, etwa in ein Gewässer wie die Bille oder den Mühlenteich oder aber über Betonringe ins Erdreich«. Ein Anwohner gab mit Blick auf den Starkregen vor zwei Wochen zu bedenken: »Wenn die ganzen Dachflächen in den Vorfluter geleitet werden...« und Karsten Feldt ergänzte: »Dann wäre Wentorf abgesoffen.« Unklar ist bislang, wie viele Grundstücke angeschlossen sind, wie Karsten Feldt auf der Sitzung des Liegenschaftsausschusses im Juli feststellte. Zwar hat die Gemeinde im Rahmen einer Fragebogenaktion damit begonnen, den Verbleib des Niederschlagswassers auf den Grundstücken abzufragen. Die Auswertung der rund 3.600 Fragebögen erwies sich jedoch aus personellen Gründen als sehr schwierig, außerdem hätte über die Hälfte falsche Angaben gemacht. Inzwischen sind rund 70 Prozent überprüft. Bis Ende 2017 plant die Verwaltung einen Satzungsentwurf, der für 2017 eine Gebührenerhebung für diejenigen zulässt, die an die Straßenentwässerungsanlagen angeschlossen sind.
Christa Möller

Bergedorfer Zeitung 04.07.17

VERSICKERUNGSANLAGE
Grüne stärken Hausbesitzern den Rücken

Wentorf (sho). Bündnis 90/Die Grünen möchten Hausbesitzern den Rücken stärken, die eine Versickerungsanlage auf ihrem Grundstück haben. Die Fraktion beantragt ein vereinfachtes, kostengünstigeres Verfahren zur Genehmigung von solchen Versickerungsanlagen. Das Thema steht auf der Tagesordnung des Liegenschaftsausschusses am Donnerstag, 6. Juli, 19 Uhr, im Wentorfer Rathaus. Dann beschäftigen sich die Politiker mit der Satzung zur Niederschlagswasserbeseitigung.
„Für Bürger, die seit Jahren, zum Teil seit Jahrzehnten, erfolgreich und zum Wohle Aller auf dem eigenen Grundstück Versickerungsanlagen betreiben, ist es eine Zumutung, dafür nun teure Genehmigungen inklusive Bodengutachten beantragen und einreichen zu müssen. Zusätzlich tragen sie auch noch das Risiko, für eine jahrelange, gängige Praxis für die Zukunft möglicherweise keine Erlaubnis zu erhalten“, begründet der Fraktionsvorsitzende Gregor Zahnow den Antrag. Ein Gutachten wird von der Unteren Wasserbehörde gefordert.

Bergedorfer Zeitung 28.6.17

Koalitionsvertrag ist unterzeichnet
„JAMAIKA" Ab heute sollen Taten folgen

Kiel (Ino). Der Kieler „Jamaika“-Koalitionsvertrag ist offiziell besiegelt. Die Spitzen von CDU, Grünen und FDP unterzeichneten gestern das 114-seitige Vertragswerk über ein gemeinsames Regierungsbündnis. Zuvor hatten die drei Parteien den Weg dafür freigemacht - per Mitgliederbefragung oder Parteitagsbeschluss. Alle Entscheidungen fielen sehr deutlich aus. „Ich bin sehr glücklich über diese klaren Voten“, sagte der designierte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Dies unterstreiche, dass sich alle drei Parteien in dem Koalitionsvertrag wiederfanden. Günther sprach von einer tollen Rückendeckung durch die Mitglieder.
Der CDU-Landesvorsitzende will sich heute im Landtag zum neuen Ministerpräsidenten wählen lassen. Die Wahl des 43-Jährigen gilt als sicher, denn die neuen Koalitionspartner verfügen im Parlament über 44 der 73 Mandate. In der neuen Landesregierung wird die CDU drei Minister stellen, die Grünen und die FDP jeweils zwei.
Der Koalitionsvertrag weise die Handschrift aller drei Parteien auf, sagte Grünen- Verhandlungsführerin Monika Heinold. Er sei eine sehr gute Grundlage, um das gemeinsam Vereinbarte auch umzusetzen.

Bergedorfer Zeitung 27.06.17

„Jamaika" fast perfekt
KLARE MEHRHEIT 84 Prozent der Grünen stimmen für Koalition mit CDU und FDP

Von Matthias Hoenig und Wolfgang Schmidt
Kiel. Sieben Wochen nach der Landtagswahl in Schleswig- Holstein ist das „Jamaika“-Bündnis von CDU, Grünen und FDP so gut wie perfekt. Mit unerwartet großer Mehrheit von 84,3 Prozent stimmte die Grünen-Basis bei ihrem verbindlichen Mitgliederentscheid für den Koalitionsvertrag. Dies sei „ein großer Vertrauensvorschuss und klarer Auftrag zur Regierungsbeteiligung“, sagte Finanzministerin Monika Heinold, die für die Grünen den Koalitionsvertrag ausgehandelt hatte. Heute soll er unterschrieben und am Mittwoch soll CDU-Landeschef Daniel Günther zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden.
Letzte schwierige Hürde für die Grünen im Norden
Damit haben die Grünen die letzte schwierige Hürde genommen. Für die FDP sollte gestern Abend zwar noch ein Kleiner Parteitag endgültig entscheiden. Dies galt aber als Formsache, nachdem bereits die FDP-Mitglieder in einer Online-Befragung mit 92,8 Prozent zugestimmt hatten. Ein CDU-Parteitag hatte die Koalition schon einmütig gebilligt.
Bei der Landtagswahl am 7. Mai hatte die bisherige Koalition von SPD, Grünen und SSW ihre Mehrheit verloren. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat seinen Rückzug aus der Landespolitik angekündigt, er verzichtet auch auf sein Landtagsmandat. CDU, Grüne und FDP haben zusammen eine solide Mehrheit von 44 der 73 Landtagssitze. Sollte das Bündnis zustande kommen, wäre es bundesweit die zweite „Jamaika“-Koalition auf Landesebene nach dem Saarland (2009 bis 2012).
„Ich werde Daniel Günther mit voller Überzeugung zum Ministerpräsidenten wählen“, kündigte Heinold an. Denn er habe sehr klar gemacht, Grüne und FDP als gleichberechtigte Partner zu akzeptieren. „Jamaika“ sei „kein Zweck- oder Notbündnis“, sondern eine Chance, aus einem besonderen Wahlergebnis Gutes zu machen.
„Bei den Grünen hat es viele Skeptiker gegeben, aber auch viele, die Lust haben, etwas Neues zu wagen“, sagte Heinold. Die Grünen wollten Tag für Tag dafür arbeiten, dass dieses Bündnis auch die gesamte Legislaturperiode von fünf Jahren trägt. Und: „Wir werden jeden Tag die grüne Handschrift des Koalitionsvertrages neu beleben.“ Die Mitglieder erwarteten natürlich, dass die Inhalte auch umgesetzt werden.
Als Modell für den Bund betrachtet Heinold „Jamaika“ im Norden nicht, sondern als Antwort „auf ein etwas komplizierteres Wahlergebnis“. Man wolle Schleswig-Holstein ökologisch und weltoffen gestalten. „Dann schauen wir mal, wie es bei der Bundestagswahl kommt. Auch auf Bundesebene schließen die Grünen außer einer Zusammenarbeit mit der AfD nichts aus“, sagte Heinold.

Die Wahlbeteiligung bei dem Online-Mitgliederentscheid betrug 59,6 Prozent. Neben den 84,3 Prozent Zustimmung gab es aber auch 13,9 Prozent Ablehnung und 1,8 Prozent Enthaltungen. Von den insgesamt 2449 Grünen- Mitgliedern in Schleswig-Holstein stimmten 1459 ab.
Die CDU stellt drei Minister, FDP und Grüne je zwei
Im künftigen Kabinett wird die CDU mit Bildungsministerin Karin Prien, Innenminister Hans-Joachim Grote und Justizministerin Sabine Sütterlin-Waak drei Minister stellen. Die Grünen sind mit Finanzministerin Heinold und Umweltminister Robert Habeck vertreten. Die FDP stellt mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz und Sozialminister Heiner Garg ebenfalls zwei Ressortchefs.

Bergedorfer Zeitung 27.06.17

Diese Truppe braucht dringend Verstärkung
STRATEGIE Mitgliederwerbung und fünf Millionen für neue Wache

Von Susanne Holz
Wentorf. Bei der jüngsten Landtagswahl in Schleswig-Holstein musste die Gemeinde Wentorf Wahlhelfer zwangsverpflichten. Zu wenige Bürger hatten sich freiwillig zur Arbeit an der Urne gemeldet. „Die Betroffenen waren nicht amüsiert“, gibt Bürgermeister Dirk Petersen zu. Theoretisch könnte die Gemeinde ihre Bürger auch dazu verpflichten, sich in der Freiwilligen Feuerwehr zu engagieren. Nämlich dann, wenn dort zu wenige Menschen aktiv sind, um den Brandschutz in der bald 14000-Einwohner-Gemeinde zu gewährleisten. „Ich hoffe, dass es dazu niemals kommen wird“, betont Wentorfs Verwaltungschef. Er setzt jetzt auf eine Doppelstrategie: Mitgliederwerbung und Millionen für eine moderne Wache.
Fest steht: Wentorfs Freiwillige Feuerwehr hat, gemessen an der Größe der Gemeinde, zu wenig Personal. Das geht aus dem aktuellen Feuerwehrbedarfsplan hervor. Derzeit sorgen 49 aktive Einsatzkräfte für Sicherheit. Das Problem: Nur 38 von ihnen sind unter 50 Jahre alt. Rein rechnerisch müssten es mindestens 43 sein. Wird die Feuerwehr derzeit tagsüber alarmiert, springen oft die Nachbarwehren mit ein, damit genug Männer und Frauen Hilfe leisten können.
Sorgen muss das den Wentorfern derzeit zwar nicht bereiten. Der Feuerwehrbedarfsplan stellt ganz klar fest, dass die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von zehn Minuten überall in Wentorf eingehalten wird. Damit dies weiterhin gewährleistet ist, werden jedoch mehr Menschen gebraucht, die sich engagieren. Ob die mit 28 Engagierten gut aufgestellte Jugendfeuerwehr dies langfristig sicherstellen kann, ist fraglich. Studium, Beruf, Familiengründung - es gibt viele Gründe, warum die jungen Leute nach der Schule der Feuerwehr den Rücken kehren und nicht in die aktive Einsatzabteilung übertreten.
Die Wache ist für Personal und Technik zu klein
Ein weiterer Stolperstein ist die Größe der Wache. Neue Mitglieder sind zwar herzlich willkommen, aber sehr viel mehr gibt die Gebäudegröße auch nicht her. Schon 2015 hatte die Hanseatische Feuerwehrunfallkasse erhebliche Mängel festgestellt - unter anderem auch die Größe der Stellflächen bemängelt. Das für 2020 anvisierte neue Feuerwehrauto passt schon nicht mehr in die Hallen. Die Gemeinde geht das Problem nun von zwei Seiten an.
Zum einen wirbt Bürgermeister Dirk Petersen bei jeder sich bietenden Gelegenheit für die Feuerwehr. „Dort wird die Kameradschaft groß geschrieben. Wer einmal dabei ist, wird merken, wie toll die Gemeinschaft dort ist“, sagt er, zuletzt bei der Gemeindevertretersitzung vergangenen Donnerstag. Zum anderen hat die Politik fünf Millionen Euro für eine neue Wache in den Haushalt eingestellt.
Ob Umbau, Anbau oder Neubau - diese Frage sei noch völlig offen. „Wir werden das jetzt in den politischen Gremien angehen“, sagt Petersen. Er rechnet mit einer Lösung in den kommenden fünf Jahren. Was sich lang anhört, reicht dennoch nicht immer - das beobachten die Wentorfer seit Jahren in Reinbek. Dort stehen die Zeichen auf Stillstand.

Bergedorfer Zeitung 26.06.17

GROSSE MEHRHEIT BEI MITGLIEDERBEFRAGUNG
FDP votiert für „Jamaika"

Kiel (dpa). Die Mitglieder der FDP in Schleswig-Holstein haben dem mit CDU und Grünen ausgehandelten Koalitionsvertrag zugestimmt. In einer Onlinebefragung votierten 92,8 Prozent von 1083 Teilnehmern mit Ja. Gut 2200 Liberale konnten über den Vertrag abstimmen, auf den sich die drei Parteien geeinigt hatten. Endgültig entscheidet bei der FDP ein Kleiner Parteitag am heutigen Montag.
Wenn alle drei Parteien zustimmen, kann der CDU-Landeschef Daniel Günther am Mittwoch zum Ministerpräsidenten eines „Jamaika“-Bündnisses gewählt werden.

Der Reinbeker 26.06.17

Gemeindevertreter beschließen Satzungsänderung
Höhere Kosten für unpünktliche Eltern

Wentorf - Die Gemeinde bekommt eine neue Homepage. Das berichtete Bürgermeister Dirk Petersen am 83. Tag seiner Amtszeit in seiner ersten Gemeindevertretersitzung als Bürgermeister. Im vierten Quartal soll die Internet-Seite im Hauptausschuss vorgestellt werden.
Wentorfs Offene Ganztagsschule ist ein Erfolgsmodell - das steht außer Frage. Die Bürgerausschussvorsitzende Kristin Thode erläuterte die Notwendigkeit einer Satzungsänderung. Diese soll »den Eltern größere Flexibilität anbieten, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten und sie mehr Betreuungszeiten brauchen als sie gebucht haben.« So könnten die Eltern Betreuungsstunden dazubuchen. Allerdings weiß sie auch: »Es hat sich bei einigen Eltern eine Häufung ergeben.« In jedem Fall müssen auch die Betreuerinnen länger bleiben als geplant, wenn Eltern ihren Nachwuchs nicht pünktlich abholen. Dafür sollen sie zukünftig zur Kasse gebeten werden.
Wolfgang Warmer (SPD) betont: Er legt bezüglich der Satzungsänderung Wert auf die Ergänzung schuldhaft, konnte sich damit aber - nicht zuletzt aus juristischen Gründen - nicht durchsetzen. »Es geht uns darum, dass besondere Zuschläge nicht erhoben werden, wenn Leute einfach nichts dafür können, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt das Kind abholen«, betonte Warmer und ergänzte: »Ich bin der festen Überzeugung, dass es Härtefälle gibt, die flexibel gehandhabt werden müssen.« Er werde die Gelegenheit suchen, das Thema im zuständigen Ausschuss noch einmal einzubringen. Bürgermeister Dirk Petersen schlug vor, die Eltern »bei mehr als zweimaliger verspäteter Abholung im Schuljahr« zur Kasse zu bitten. Nach einer Sitzungsunterbrechung stimmten alle Gemeindevertreter dieser Variante zu.
Für die Inanspruchnahme einzelner Betreuungstage wird eine Nutzungsgebühr in Höhe von 16,50 Euro pro Tag erhoben. Für den Früh- oder Spätdienst an diesen Tagen ist jeweils zusätzlich eine Gebühr in Höhe von zwei Euro zu entrichten. Sonderzuschläge gelten bei verspäteter Abholung im Falle der Inanspruchnahme gesamter Betreuungstage ab 16 Uhr, des Spätdienstes ab 17 Uhr, des pädagogischen Mittagstisches ab 13 Uhr (Klasse 1 und 2) beziehungsweise 14 Uhr (ab Klasse 3) und der Ferienbetreuung ab 16 Uhr. Dann wird eine Gebühr in Höhe von zehn Euro je angefangene 30 Minuten erhoben. Die Satzungsänderung gilt ab 1. August.
Einstimmigkeit herrschte auch bezüglich der Änderung der Wahlordnung für den Kinder- und Jugendbeirat, die letzterem »ein bisschen mehr Flexibilität geben soll«, wie Kristin Thode klar stellte. Zukünftig sind auch Kinder und Jugendliche zwischen dem vollendeten 12. und dem vollendeten 21. Lebensjahr wahlberechtigt, die erst seit kurz vor der Wahl ihren Hauptwohnsitz in Wentorf haben. Wählbar sind Kinder und Jugendliche zwischen dem vollendeten 12. und dem vollendeten 21. Lebensjahr, die zum Zeitpunkt der Wahl seit mindestens 37 Tagen mit dem Hauptwohnsitz in Wentorf bei Hamburg gemeldet sind.
Überplanmäßige Haushaltsmittel in Höhe von 247.500 Euro mussten für die Baumaßnahme Reinbeker Weg zur Verfügung gestellt werden, die Deckung der Kosten liegt jedoch vor, wie die Verwaltung mitteilte.
Christa Möller

Der Reinbeker 26.06.17

FranceMobil zu Gast in Wentorf
Sprachwerbung in der Gemeinschaftsschule mal anders

Wentorf - Dass Französisch eine tolle Sprache ist, steht für Lehrerin Julia Ziep außer Frage. Sie unterrichtet das Fach an der Gemeinschaftsschule Wentorf - in diesem Schuljahr jedoch war der Kursus im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts, der in der siebten Klassenstufe beginnt, nicht zustande gekommen. Die Schüler hatten sich mehrheitlich für eines der Alternativ-Facher (Gestalten, Technik, WiPo) entschieden. Deshalb hat sich die Französischlehrerin entschlossen, in den sechsten Klassen an ihrer Schule Werbung für ihr Lieblingsfach zu machen. Sie hat, quasi als Französisch-Appetithappen für die Schüler, eine Unterrichtsstunde mit Lektorin Cyndie Noujarede von der Initiative France-Mobil organisiert. Deren Aufgabe: spielerisch die Begeisterung für die französische Sprache und Kultur zu wecken.
Obwohl die Kinder keine Vorkenntnisse hatten, verständigte sie sich mit ihnen auf französisch. Mittels Handpuppe Francois und teilweise unter Zuhilfenahme von Bildern und Gesten klappte das gut. »Je m'appelle ...« (ich heiße) lernten die Schüler, und spielerisch ging es weiter mit den Zahlen von eins bis fünf und verschiedenen Farben, die sie den Siebtklässlern mittels Animation, Bildern, Musik und Spielen nahe brachte. Dass es eine ganze Reihe Wörter gibt, die in beiden Sprachen dieselbe Bedeutung haben, lernten die Kinder auch: Kiwi, Orange, Baguette, Limousine, Balkon... Kommentare der Schüler: »Man bekommt das auch im Alltag ein bisschen mit.« »Vorher habe ich gedacht, Französisch ist eine richtig schwere Sprache. Jetzt denke ich, es geht.« »In Interviews mit Fußballspielern hört es sich an, als wäre es kompliziert.« »Es hat Spaß gemacht.«
Überrascht waren die Kinder allerdings, als die Stunde dem Ende zuging und Cyndie Noujarede plötzlich fließend deutsch mit ihnen sprach. Die junge Französin aus Bordeaux, die in Hamburg lebt, hat festgestellt, dass auch an anderen Schulen Französisch in Konkurrenz steht zu Fächern, die einfacher erscheinen.
Drei Tage in der Woche ist Cyndie Noujarede mit dem France-Mobil, einem RENAULT Kangoo, unterwegs. Noch bis September wird die Stipendiatin Schülern in Hamburg, Schleswig- Holstein und Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen des vom Deutsch-Französischen Jugendwerk und der ROBERT BOSCH STIFTUNG geförderten Projekts ihre Muttersprache nahe bringen, so dass die Kinder erfahren, dass Französisch keinesfalls eine schwierige Sprache ist und das Erlernen anderer, vor allem romanischer Sprachen erleichtert.
Das Programm France-Mobil wurde 2002 von der ROBERT BOSCH STIFTUNG und der französischen Botschaft in Berlin ins Leben gerufen. Die RENAULT DEUTSCHLAND AG stellt die Fahrzeuge zur Verfügung, mit denen die Lektoren unterwegs sind. In 32 Staaten ist Französisch Amts- und Verkehrssprache, es wird von rund 274 Millionen Menschen weltweit gesprochen. Vielleicht lernen - dem France-Mobil sei Dank - ab dem nächsten Schuljahr auch wieder einige der Wentorfer Gemeinschaftsschüler Französisch.
Christa Möller

Der Reinbeker 26.06.17

»Destination Heldenreise«
Klasse 10mus des Gymnasium Wentorf bei der Schultheaterwoche in Kiel

Wentorf - Es war eine spontane Entscheidung, dass sich die Klasse mit musisch-ästhetischem Profil - die 10mus - für die Schultheaterwoche beworben hatte, denn eigentlich wollten die Schüler am Ende des Schuljahres nur einen bunten Abend für die Eltern veranstalten, um zu präsentieren, was sie im ersten Jahr im Fach Darstellendes Spiel an theatralen Mitteln gelernt hatten. Dass die Schülerinnen und Schüler dann dennoch ein Bewerbungsvideo eingeschickt hatten und von einer Jury ausgewählt wurden, liegt eindeutig an ihrer Freude am Spiel.
Und so nahm die Klasse mit ihrer Lehrerin Kirsa Siegemund in den vier Tagen, vom 8. bis 11. Juni, an tollen Workshops angeleitet von Schauspielern und Regisseuren des Kieler Schauspielhauses teil, sah und besprach insgesamt zehn Produktionen von anderen Klassen und führte ihre eigene kurze Themencollage »Destination Heldenreise« auf. Das Lampenfieber war groß und die vier Tage sehr anstrengend, aber auch ausgesprochen inspirierend.
Ein Held ist eine Person, die eine Heldentat, also eine besondere, außeralltägliche Leistung begeht. Für die 28 Schülerinnen und Schüler bedeutete eine kurze Theaterinszenierung und deren Präsentation auf der Bühne durchaus eine außeralltägliche Situation, insbesondere da die Klasse erst in diesem Schuljahr mit dem Fach Darstellendes Spiel begonnen hat.
Die Klasse 10mus hat sich auf den Weg gemacht, um in Anlehnung an das Modell der »Heldenreise«, welches auch vielen Hollywoodfilmen und Romanen zugrunde liegt, eine Collage zu erarbeiten. Die Stationen der »Heldenreise« geben einen klaren Rahmen vor: Ausbruch aus der gewohnten Welt, Mut zum Abenteuer, Bewährungsproben, Veränderung durch die Erlebnisse und Rückkehr. Ausgehend von dem oft stressigen Schulalltag, entwickelt sich auf der Bühne eine bunte Erlebniswelt, auf die die Zuschauer mitgenommen werden. Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.
AF

Glinder Zeitung / Sachsenwald 20.6.17

Feuerwehrbedarfsplan Wentorf
Freiwillige Helfer geraten in Not

Wentorf (hap) — Die Freiwillige Feuerwehr Wentorf steht vor massiven Problemen. Die Sollstärke der ehrenamtlichen Helfer müsste eigentlich 60 Frauen und Männer betragen. Doch aktuell stehen lediglich 49 Feuerwehrleute zur Verfügung. Vor allem tagsüber sinkt die Anzahl der einsatzbereiten Helfer dramatisch. da viele der Aktiven zur Arbeit nach Hamburg pendeln. Das geht aus dem aktuellen Feuerwehrbedarfsplan hervor, der jüngst dem Bürgerausschuss der Gemeindevertretung vorgelegt wurde. Das Problem: Der Anteil der aktiven Feuerwehrleute im Alter ab 50 Jahren beträgt 24,5 Prozent. Die werden allerdings der Reserveabteilung zugerechnet. Die Einsatzabteilung umfasst damit tatsächlich nur 38 Aktive —und ist zu klein, wie es in dem 52 Seiten starken Bericht heißt, der von Gemeindewehrführer Dirk Sachen und Fachleuten der Gemeindeverwaltung verfasst wurde. Der Personalmangel führt dazu, dass die Wentorfer bei Einsätzen auf Verstärkung aus Nachbarkommunen angewiesen sind. „Das darf aber nie zur Regel werden". fordern die Autoren.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Feuerwehr: Denn die Gemeinde wächst weiter, neue Wohngebiete entstehen, die Anzahl der Einwohner hat die 13.000-Marke längst überschritten.
So empfehlen die Verfasser des Feuerwehrbedarfsplans unter anderem, die Werbung um neue Feuerwehrleute zu verstärken. Denn die Jugendabteilung mit derzeit 28 Mitgliedern reicht als Reservoir für Nachwuchskräfte nicht aus. Empfohlen wird außerdem ein Modell, Beschäftigte der Unternehmen in Wentorf, die selbst in anderen Feuerwehren aktiv, sind. bei Bedarf für Einsätze am Tage zu gewinnen. So ließen sich Personalengpässe in diesen sensiblen Zeiten vermeiden.
Die Fahrzeug-Ausstattung gilt seit Inbetriebnahme der Drehleiter vor gut drei Jahren als zufriedenstellend. Demnächst soll ein neues Tanklöschfahrzeug angeschafft werden. Dringend notwendig ist laut Bedarfsplan aber eine Erweiterung der Feuerwache — oder gar ein Neubau.

Bergedorfer Zeitung 20.06.17

20-Jähriger führt jetzt den SPD-Ortsverband an

Wentorf (sho). Die SPD Wentorf setzt auf ein sehr junges Gesicht. Der neue Vorsitzende des Ortsverbandes ist der 20jährige Lucas Siemers. Bundestagswahl, Kommunalwahl - der Wentorfer stellt sich den Herausforderungen der kommenden Wochen und Monate. "Auch wenn der Druck natürlich groß ist-, wie er selbst weiß. 2015 ist er in die SPD eingetreten und hat nun schon nach zwei Jahren einen äußerst verantwortungsvollen Posten inne.
Siemers hat die Aufgabe von Wolfgang Jurksch übernommen, der nun nicht nur den Staffelstab übergibt, sondern seinen Lebensmittelpunkt von Wentorf aus auch nach Hamburg verlagert. "Ich wünsche meinem Amtsnachfolger genauso viel Freude bei der Ausübung dieses Amts wie ich sie hatte und eine erfolgreiche Zeit", so Wolfgang Jurksch.
Dass er Verantwortung übernehmen kann, hat Lucas Siemers bereits im Kinder-und Jugendbeirat der Gemeinde gezeigt. Wie politische Meinungsbildung funktioniert. konnte er im Gespräch mit den Kommunalpolitikern live erleben. Der 20-Jährige, der noch bei seinem Vater wohnt, hat zwei Semester Volkswirtschaftslehre und Geschichte studiert und beginnt bald ein Duales Studium in der Verwaltung in Reinbek. Seinen Lebensmittelpunkt möchte er in den kommenden Jahren in Wentorf behalten. Themen, die ihm am Herzen liegen, sind unter anderem der soziale Wohnungsbau und geringe Kita-Gebühren. „Auch Digitalisierung ist mir wichtig. Aber das ist kein Thema für die Kommunalpolitik", sagt er.
Die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Hollweg ist zuversichtlich. dass der 20-Jährige gut auf seine Aufgaben im Ortsverband vorbereitet ist. „Ich freue mich auf viele frische Ideen-, sagt sie und fügt fröhlich hinzu "auch, wenn ich manche Sachen möglicherweise anders lösen würde, als die jüngere Generation es vielleicht tut." Positiv bewertet sie es. dass junge Leute wie Siemers überhaupt Lust, Zeit und Interesse haben, sich in die Gemeindepolitik einzumischen. „Als wir beispielsweie vor der Landtagswahl unter dem Mono ‚Politik und Pizza' eingeladen hatten, kamen viele, die mit uns und dem Landtagskandidaten Martin Habersaat diskutieren wollten“. so Hollweg. Und das lag ihrer Meinung nach nicht an der Pizza, sondern der Politik.
Lucas Siemers ist im Vorstand des Ortsverbandes in guter Gesellschaft. Auch Oliver Jäger (Beisitzer) und Vincent Bettaque (Beisitzer) sind in seiner Altersklasse und bei den Jusos politisch groß geworden. Die stellvertretende Vorsitzende ist Sibylle Hampel. Jürgen Cassau ist Kassierer, Rita Dolezyk Schriftführerin und Corinna Göhl leitet Öffentlichkeitsarbeit.
Weitere Infos unter www.spd-net-sh.de/rz/wentorf

Bergedorfer Zeitung 17.06.17

Jamaika setzt Zeichen in Schulpolitik
G9-Rückkehr wird ermöglicht, Sitzenbleiben wieder eingeführt
- in vielen Punkten bleiben Koalitionäre uneins

Von Matthias Popien
Kiel Ein Schmetterling in den Farben Jamaikas ziert das Deckblatt des Werkes, das am Freitag im Kieler Hotel Maritim vorgestellt wurde. Ein leichtes, flatterhaftes Werk ist es indes nicht: 115 Seiten voller komplizierter Kompromissformeln. Gewiss, beim Bilden einer Koalition sind sie unumgänglich, aber der nun vorgelegte Vertrag der ersten schleswig-holsteinischen „Jamaika"-Koalition aus CDU. Grünen und FDP lässt doch Rückschlüsse auf recht schwierige Verhandlungen zu. Im Vorwort heißt es denn auch ganz unverblümt: „Wir alle vertreten bei einzelnen Themen nach wie vor unterschiedliche Auffassungen". Dennoch: „Von dieser Partnerschaft soll gerade, weil sie ungewohnt ist - ein Signal ausgehen: Politik ist in Bewegung.“-
Was die Koalitionsmöglichkeiten angeht, mag das stimmen. Sie werden durch „Jamaika" zweifellos erweitert. Die Politik selbst bewegt sich eher überschaubar über die Ziele der Vorgängerregierung aus SPD. Grünen und SSW hinaus. Die wichtigsten Änderungen: Die Gymnasien kehren wieder zum Abitur nach neun Jahren zurück - wenn sie es wollen. Mit einer 75-Prozent-Mehrheit in der Schulkonferenz können sie auch bei G8 bleiben. In den Grund- und Gemeinschaftsschulen soll es ab der dritten Klasse wieder Notenzeugnisse geben. Außerdem sollen die Grundschüler wieder die verbundene Schreibschrift lernen.
Das „Sitzenbleiben", von der Vorgängerregierung abgeschafft, wird wieder möglich sein - allerdings nur „im besonderen Einzelfall". Die Förderzentren für Behinderte werden "grundsätzlich erhalten". Zugleich wird es aber weiterhin Angebote für inclusiven Unterricht an den Regelschulen geben.
Das System der Kindergartenfinanzierung soll komplett erneuert werden. Eine Herkulesaufgabe, denn hier müssen unterschiedlichste Interessen unter einen Hut gebracht werden. Ziel: Die Kindergärten sollen besser werden, die Eltern sollen weniger Geld bezahlen. Wann das verwirklicht wird, ist unklar.
Das Hamburger Umland will die neue Koalition mit vereinfachten Gewerbegebietsausweisungen stärken. Außerdem werden Hamburg und Dänemark zu einer „Allianz für den Norden" eingeladen. Beim Verkehr soll der Bau der A 20 und der Hinterlandanbindung für die Fehmarnbeltquerung energisch vorangetrieben werden. Neu ist, dass der Beitritt des Kreises Steinburg zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV) jetzt aus Kiel unterstützt wird. Die Landesstraßen sollen innerhalb von zehn Jahren mit 120 Millionen Euro saniert werden.
Leistungsfähigere Anlagen an der Nordsee geplant
Die Energiewende der Vorgängerregierung wird fortgesetzt. Allerdings sollen die Abstände zwischen Wohnsiedlungen und Windanlagen vergrößert werden. Ziel ist es, an der Westküste leistungsfähigere Anlagen zu ermöglichen. Die Koalitionäre wollen sich dafür einsetzen, „dass die Folgen des Ausbaus der Windenergie für Mensch, Landschaft und Natur so gering wie möglich sind".

Hier geht's zum Koalitionsvertrag (PDF über 115 Seiten)

Bergedorfer Zeitung 15.06.17

Hier wird jetzt Strom getankt
ZAPFSÄULE im Wentorfer Casinopark

Wentorf (Mo). Im Casinopark in Wentorf kann man jetzt nicht nur einkaufen, bummeln und Kaffee trinken, sondern auch noch tanken. Einzige Voraussetzung: Man hat ein Elektroauto. Gestern haben Bürgermeister Dirk Petersen und Bürgervorsteher Andreas Hein zusammen mit Thomas Kanitz, Geschäftsführer des E-Werkes Sachsenwald, eine E-Tankstelle mit Ökostrom auf dem Parkplatz eröffnet. Zu übersehen ist die „Zapfsäule" nicht. Der Parkplatz selbst leuchtet in strahlendem Blau, die Tankstelle ist in Blau-grün markiert und mit dem Logo des E-Werks versehen. Der kleine Peugeot, mit dem Kanitz gestern selbst anreiste, ist binnen einer Dreiviertelstunde aufgeladen, dann könnte der Chef des E-Werks damit wieder 120 Kilometer weit fahren.
Waren 2006 zunächst nur 1931 Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs, sind es derzeit rund 34 000. Dirk Petersen ist überzeugt: Es werden stetig mehr. „Und auf diese Entwicklung wollen wir vorbereitet sein". erklärt E-Werk-Geschäftsführer Thomas Kanitz. Eine Tanksäule kostet das E-Werk rund 9000 Euro in der Anschaffung. In diesem und im kommenden Jahr sollen jeweils zwölf in der Region aufgestellt werden. „Nach und nach, damit wir am Ball bleiben und nicht irgendwann sehr viele auf einen Schlag aufstellen müssen". sagt Kanitz.
Vier können am Jahresende in Reinbek angefahren werden - am Freizeitbad, am Täbyplatz, auf dem Famila-Parkplatz und dem Parkplatz beim Einkaufscenter in Schönningstedt. In Wentorf ist noch eine weitere Station vor dem Rathaus geplant. Die ersten sechs Säulen werden von der Aktivregion Sieker Land Sachsenwald und die weiteren sechs vom Bund bezuschusst.
Eine Tanksäule ist jeweils mit zwei Ladepunkten - Leistung 22 kW - ausgestattet. Auf jeder Seite gibt es eine Steckdose Typ 2 und eine Schuko-Steckdose. Das heißt: _An dieser Tankstelle kann jeder tanken, egal ob er aus Dänemark oder Deutschland kommt". sagt Kanitz. Der Ladevorgang selbst ist völlig unkompliziert. Der Nutzer hält eine E-Werk-Ladekarte vor das Kartensymbol, abgerechnet wird mit dem Energieanbieter einmal pro Quartal. Die Gemeinde Wentorf setzt schon seit zwei Jahren auf ein Elektroauto im Fuhrpark. Marco Weber, Mitarbeiter des Betriebshofs. kommt mit einer vollen Batterie in seinem Renault Kangoo genau 103 Kilometer weit. Prima für kurze Fahrten rund um Wentorf, sagt er. Bei längeren Strecken sitzen er und seine Kollegen jedoch lieber hinter dem Steuer eines -normalen Benziners. Denn ein Stau auf der Autobahn und eine leere Batterie - das muss nicht sein.

Bergedorfer Zeitung 15.06.17

„Jamaika” will 500 Millionen investieren
KOALITIONSVERTRAG trägt die Handschrift aller drei Parteien,
sagen CDU, Grüne und FDP

Kiel (dpa). Mit einem Investitionspaket von zusätzlich 512 Millionen Euro wollen CDU, Grüne und FDP die Modernisierung Schleswig-Holsteins vorantreiben—„Über das, was ohnehin schon geplant ist", sagte CDU-Landeschef Daniel Günther gestern zu Kernpunkten des Koalitionsvertrags. Schwerpunkte sind Bildung, Mobilität und Gesundheit.
Nach Angaben von Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) sollen die Pläne soweit wie möglich aus Haushaltsüberschüssen finanziert werden. ansonsten aus Umschichtungen. Günther, Heinold und der FDP-Landeschef Heiner Garg betonten, der Koalitionsvertrag trage die Handschrift aller drei Parteien. Ökonomie und Ökologie würden gelungen miteinander verbunden, sagte Günther. Um 100 Prozent Unterrichtsversorgung sicherstellen zu können. werde es neue Lehrerstellen geben; die Polizei bekomme bis 2023 weitere 500 Stellen. „Der Koalitionsvertrag ist inhaltlich ausgewogen, wir finden uns als gleichberechtigte Partner in diesem Vertrag“, sagte Heinold.
Nach neunstündigen Verhandlungen hatten sich die Spitzen von CDU. Grünen und FDP am Dienstagabend auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Dieser soll morgen paraphiert und am 27. Juni offiziell unterzeichnet werden. Der müssen die Grünen noch in einer Mitgliederbefragung zustimmen. Bei der CDU entscheidet ein Landesparteitag, bei der FDP ein Kleiner Parteitag. Günther will sich am 28. Juni zum Ministerpräsidenten wählen lassen.
Für die CDU hat Günther „null Zweifel" an der Zustimmung. Heinold und Garg wollen die Annahme ihren Parteien klar empfehlen; zum Ausgang ihrer Mitgliederbefragungen aber keine Prognose abgeben. „Wir werden Überzeugungsarbeit leisten müssen", sagte Heinold.
Auch für lange strittige Punkte, wie die Form der Rückkehr zum Abitur am Gymnasium nach neun Jahren, Abstandsregelungen beim Ausbau der Windenergie, Verkehrsgroßprojekten wie Fehmarnbelt-Tunnel und Weiterbau der A20 sowie den Umgang mit Flüchtlingen gab es letztlich Kompromisse.
Der Zuschnitt der Ministerien und die Ressortchefs stehen bereits fest, wobei letztere erst morgen offiziell bekanntgeben werden. Die CDU stellt mit der Hamburgerin Karin Prien (Bildung), Norderstedts Ex-Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote (Inneres) und der Bundestagsabgeordneten Sabine Sütterlin-Waack (Justiz) drei Ressortchefs. Für die Grünen bleiben Robert Habeck (Umwelt) und Monika Heinold (Finanzen) im Amt. Für die FDP wird Garg das Soziale übernehmen, und Ex-Gruner+Jahr-Chef Bernd Buchholz steht für die Wirtschaft bereit.

Bergedorfer Zeitung 14.06.17

Straßenbaubeiträge - und danach?
BEITRAGSPFLICHT wird vorläufig auf Eis gelegt - SPD warnt:
Mieten könnten steigen

Von Susanne Tamm
Oststeinbek. Aktuell brauchen die Oststeinbeker keine Straßenbaubeiträge mehr befürchten. Der Hauptausschuss hat jetzt mit den Stimmen von CDU und OWG beschlossen, die geplante Umstellung der Beleuchtung an einigen Straßen so zu strecken, dass die Beitragspflicht spätmöglichst oder gar nicht mehr eintritt.
Weitere beitragspflichtige Arbeiten laufen derzeit nicht. Die Gemeinde hat aktuell zwar eine rechtsgültige Straßenbaubeitragssatzung - doch wie CDU und OWG signalisiert haben, werden sie diese baldmöglichst aufheben.
Momentan kann die Politik dies, wie von der CDU beantragt, nach geltendem Recht noch nicht tun. Eine andere Überlegung, laufende Sanierungen auszusetzen, würde bedeuten. dass beantragte Förderungen wegfielen. Das erläuterte Bürgermeister Jürgen Hettwer den Politikern. „Allerdings können wir die Beiträge erst erheben, wenn eine Maßnahme komplett fertig ist. Diesen Zeitpunkt könnten wir hinauszögern, bis feststeht, ob sich das Gesetz ändert", schlug er vor.
Hintergrund sind die Koalitionsverhandlungen in Kiel, die gestern abgeschlossen werden sollten. Laut Landtagsabgeordnetem Lukas Kilian (CDU) ist im Vertrag auch eine Änderung des Kommunalabgabengesetzes vorgesehen. Demnach soll es den Kommunen künftig freigestellt werden ob sie Straßenbaubeiträge erheben oder nicht. „Da hat es doch keinen Sinn, jetzt Beiträge zu erheben - kurz bevor wir die Satzung womöglich aufheben", begründete Hans-Joachim Vorbeck, Fraktionschef der CDU, den Antrag. Rudi Hametner (OWG) begrüßte seine Forderungen. „Wenn es sein muss, erhöhen wir eben die Grundsteuer. Das ist gerechter als die Ausbaubeitragssatzung", sagte er.
Bauamtsleiterin Kristina Kral berichtete darüber, dass die meisten Oststeinbeker der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED sehr ablehnend gegenüberstehen: „Die Bürger sehen die technische Neuerung nicht als Vorteil und wollen deshalb auch keine Beiträge dafür bezahlen." Sie warnte jedoch davor, dass bei einem Stopp der Maßnahme die Förderung infrage gestellt wäre: „Der Förderantrag gilt nur für die gesamte Maßnahme, weil wir sonst die Energieersparnis nicht erreichen können."
Christian Höft, Vorsitzender der SPD-Fraktion, schaltete sich ein: „Wir bekommen doch keinen Cent aus Kiel", gab er zu bedenken. „Die Straßenausbauten werden weiter von der Allgemeinheit finanziert. Dabei geht es um Millionen. Wir werden wahrscheinlich die Grundsteuer erhöhen müssen" Er warnte zudem davor, dass dann die Mieten noch mehr steigen werden: „Im Gegensatz zu den Straßenbaubeiträgen können die Steuern auf die Mieten umgelegt werden."
Auf Antrag der SPD änderte die Politik noch die Satzung: So könnte die Zahlung der Beiträge nun auf 20 Jahre gestreckt werden. „Für den Fall. dass wir weiter Beiträge erheben", sagte Höft.

Bergedorfer Zeitung 13.06.17

„Jamaika” streicht Landes-Mindestlohn
KOALITIONSVERHANDLUNGEN Knackpunkt bleibt der Verkehr

Von Matthias Popien
Kiel. So langsam lässt sich erkennen, was eine „Jamaika"-Koalition in Schleswig-Holstein bewirken könnte. In den Bereichen Finanzen, Wirtschaft und Verkehr liegen die teilweise unter Schmerzen ausverhandelten Papiere vor. Es sind zentrale Politikfelder; auf 29 Seiten werden sie beschrieben. Erstes Fazit: Eine Politikwende ist in Schleswig-Holstein nicht zu erwarten. Dennoch wächst bei der grünen Basis der Widerstand.
Gerade im Bereich Verkehr und Wirtschaft haben sich die angehenden Koalitionäre weitgehend mit Absichtserklärungen begnügt. Und mit der Formulierung von Selbstverständlichkeiten. So heißt es zur Wirtschaftspolitik: „Mit unserer Politik wollen wir bestehende Arbeitsplätze sichern und neue qualifizierte schaffen, denn sie sind die Grundlage für Wohlstand und Entwicklungsperspektiven." Ein paar Seiten weiter liest man: „Schwarzarbeit und illegale Handwerksausübung werden wir konsequent bekämpfen." Nichts anderes hätte man von einer „Jamaika"-Koalition erwartet.
Neben solchen Sätzen finden sich allerdings auch Formulierungen, die für Veränderungen sorgen werden. So soll der Landemindestlohn, den die Küstenkoalition eingeführt hat, in zwei Jahren auslaufen. Er liegt derzeit bei 9.99 Euro pro Stunde und damit deutlich über dem Bundesmindestlohn von 8,84 Euro. Der FDP war dies schon länger ein Dorn im Auge. Den Landesmindestlohn müssen die Unternehmen zahlen. die sich um öffentliche Aufträge bewerben. Das Tariftreue- und Vergabegesetz, das ebenfalls für solche Aufträge gilt, soll überarbeitet werden.
Die besondere Zuwendung der Jamaika"-Partner gehört den Existenzgründern. Sie sollen sich möglichst unbehindert vom Staat entfalten können. CDU, FDP und Grüne wollen ein „möglichst bürokratiefreies Jahr für Start-ups ermöglichen", damit sich die Gründer mit ganzer Kraft um den Aufbau ihres Unternehmens kümmern können. Schleswig-Holsteiner sollen schon in jungen Jahren fürs Unternehmerrum begeistert werden. Themen wie Wirtschaft und Selbständigkeit sollen „früher, umfangreicher und verlässlicher" im Schulunterricht eine Rolle spielen.
Besonders aufmerksam dürften die koalitionären Vereinbarungen von den Bürgermeistern im Hamburger Rand gelesen werden. Denn „Jamaika" will für mehr Gewerbegebiete sorgen, und Gewerbegebiete erhöhen die Steuereinnahmen. „Insbesondere im Hamburger Umland werden wir den Kommunen die verstärkte Ausweisung und Entwicklung neuer regional abgestimmter Gewerbeflächen erleichtern und die Schaffung interkommunaler Gewerbegebiete unterstützen", heißt es in dem Papier. Wie das genau geschehen soll, ist nach Auskunft des CDU-Wirtschaftsexperten Hans-törn Arp allerdings noch unklar.
Ohnehin will „Jamaika" enger mit Hamburg zusammenarbeiten. Eine gemeinsame Landesplanung mit der Hansestadt soll geprüft werden. Weiter heißt es in dem Koalitionspapier: „Hamburg und Dänemark laden wir zu einer ‚Allianz für den Norden' im Sinne einer kooperierenden Wirtschaftsregion Nord' ein". Dazu Hans-Jörn Arp: „Dänemark will sehr gern enger mit Hamburg zusammenarbeiten, das wollen wir befördern."
Im Bereich Verkehr will „Jamaika" die großen Straßenbauprojekte energischer als die Vorgängerregierung fortführen. Allerdings nun auch wieder nicht so energisch, wie die CDU ursprünglich geplant hatte. Deren Spitzenkandidat Daniel Günther hatte im Wahlkampf versprochen, die A 20 bis 2022 fertigzustellen. Davon ist nun keine Rede mehr. Jetzt heißt es lediglich: „Wenn für einen Streckenabschnitt Baurecht vorliegt, wird dieser realisiert."
Für einige Grüne besonders schwer verkraftbar sind die Vereinbarungen zur Fehmarnbeltquerung. Unter anderem heißt es, man wolle die „neuen Möglichkeiten, die mit dem Projekt für unser Bundesland verbunden sind, nutzen". Christiane Stodt-Kirchholtes, Sprecherin der Fehmamer Grünen, sagte: „Ich halte das für Augenwischerei." Es gebe nichts Nutzbares, die Querung habe nur Nachteile. „Unsere Insel soll komplett geopfert werden. Der Bau ist das touristische Aus für Fehmarn." Stodt-Kirchhohes will deshalb beim anstehenden Mitgliederentscheid der Grünen über den Koalitionsvertrag mit „Nein

Bergedorfer Zeitung 10.06.17

SATZUNG
CDU fordert: Beiträge für Straßenausbau aussetzen

Oststeinbek (st). Die Straßenbaubeitragssatzung ist für alle Eigentümer ein rotes Tuch. Denn wird vor ihrer Tür saniert, ist dies für sie meist mit hohen Kosten verbunden. Im Landeswahlkampf waren Straßenausbaubeiträge deshalb ein zentrales Thema der CDU und sind es jetzt auch in den Verhandlungen der „Jamaika-Koalition" in Kiel.
Deshalb will die Oststeinbeker Fraktion die bestehende Satzung der Gemeinde nun aussetzen oder es sollen zumindest vorerst keine Straßen beitragspflichtig saniert werden. „Wir halten es nicht für vertretbar, bei derartigen baulichen Arbeiten die Anlieger zu belasten, bis eine Gesetzesänderung vollzogen ist", sagt Fraktionschef Hans-Joachim Vorbeck. Seine Fraktion, die fest mit einer Gesetzesänderung durch die neue Regierung rechnet, hat dies für den Hauptausschuss an diesem Montag beantragt.
Der neue CDU-Landtagsabgeordnete Lukas Kilian bestätigte gestern: „In der Koalitionsvereinbarung ist festgesetzt, dass wir es den Kommunen zur Wahl stellen, ob sie Straßenausbaubeiträge erheben wollen oder nicht." Dies gelte unabhängig von der finanziellen Situation einer Gemeinde. „Das war ein klares Wahlversprechen der CDU, dass wir diese Entscheidung zurück in die Eigenverantwortung der Kommunen geben wollen", sagt Kilian. „Dazu stehen wir." Gerade Oststeinbek sei ein gutes Beispiel: Dort seien Beiträge von insgesamt 60 000 Euro für die neue LED Straßenbeleuchtung erhoben worden. „Der Verwaltungsaufwand aber beläuft sich auf 20 000 Euro", moniert Kilian. „Das macht keinen Sinn." Bürgermeister Jürgen Hettwer bestätigt, dass diese Zahlen den Schätzungen der Gemeinde entsprechen.
Die Koalitionsverhandlungen waren bis Freitagmorgen gestoppt worden, weil die Parteien sich vor allem über die Fertigstellung der A 20 und über die Fehmarnbeltquerung uneins waren. Daher ist es fraglich, ob der zuerst angestrebte Termin für den Koalitionsvertrag am Dienstag zu halten ist.
Oststeinbeks SPD-Fraktion hatte für den Hauptausschuss ebenfalls einen Antrag zum Thema gestellt. Sie wollte die Satzung bürgerfreundlicher gestalten, beispielsweise doppelt so lange Ratenzahlungen ermöglichen.

Bergedorfer Zeitung 07.06.17

Neuer Landtag geht an die Arbeit
KONSTITUIERENDE SITZUNG
Schlie bleibt Landtagspräsident - Die wichtigste Personalie folgt noch

Von Andre Klohn
Kiel. Vier Wochen nach der Wahl hat Schleswig-Holsteins Landtag seine Arbeit aufgenommen. In der gut einstündigen Sitzung fielen gestern bereits erste Personalentscheidungen: Der CDU-Abgeordnete Klaus Schlie bleibt Landtagspräsident. Der 63-Jährige wurde mit großer Mehrheit gewählt. Der frühere Innenminister erhielt 55 Stimmen, bei elf Gegenstimmen und sieben Enthaltungen. Für einen Landtagspräsidenten sei es wichtig, dass er von einer breiten Mehrheit getragen werde, sagte Schlie. Er übte dieses Amt bereits in der vergangenen Wahlperiode aus.
Einen Nachfolger für den scheidenden Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD) wählten die 73 Abgeordneten in der konstituierenden Sitzung des Parlaments noch nicht. Das von CDU-Landeschef Daniel Günther geplante „Jamaika"-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP verhandelt noch über einen Koalitionsvertrag.
Schlie mahnte mit Blick auf Diskussionen über die Sicherheitslage in Zeiten der Terrorgefahr, die Gesellschaft müsse sich gegen Angriffe auf unsere Normen und Werte wehren". Die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit gelte es bei parlamentarischen Entscheidungen zu wahren. "Das Schüren von Hass, Angst oder Intoleranz sind keine Grundlage für derartige Entscheidungen. Populismus ist immer ein schlechter Ratgeber."
Schlie warb für sachlich und engagierte Debatten sowie Offenheit für die Positionen der anderen und stets den Blick für das Land. Einstimmig wählte das Parlament Kirsten Eickhoff-Weber (SPD), Rasmus Andresen (Grüne) und Oliver Kumbartzky (FDP) bei Enthaltung der AfD-Abgeordneten zu seinen Vizepräsidenten.
Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Kieler Pauluskirche hatte FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki die Sitzung als Alterspräsident eröffnet. Die Augen der Schleswig-Holsteiner sind auf uns gerichtet". sagte der 65-Jährige. Der Jurist warb für ein respektvolles Miteinander. Den Bürgern ist es nicht egal, wie wir hier miteinander umgehen." Man müsse sich nicht dafür schämen, Vorurteile über Bord zu werfen. „Wir müssen immer bereit sein, den anderen anzuhören." Eine Veränderung der Meinung sei kein Makel.
Kubicki, der dem Parlament seit 1992 angehört, erinnerte an parlamentarische Grundsätze. Der Landtag sei Ort des Austausches und der Debatte. Nötigenfalls dürften „deutliche Worte" fallen. aber in respektvollem Umgang. Es verbiete sich jede Verunglimpfung. Die Würde des Menschen gelte es zu schützen, „jeder Form von Fremdenfeindlichkeit von Rassenhass" entschieden entgegen zu treten.
Die CDU stellt mit 25 Angeordneten die stärkste Fraktion. Die SPD hat 21 Mandate. die Grünen zehn, die FDP neun. die erstmals im Landtag vertretene AfD fünf und der SSW drei. Für 24 Abgeordnete war es gestern der erste Arbeitstag im Parlament.
Am 28. Juni tagt das Parlament erneut. Dann will sich Günther zum Nachfolger von Albig wählen lassen. Bis zur Wahl eines neuen Ministerpräsidenten bleibt die alte Regierung geschäftsführend im Amt.
"Jamaika"-Partner auch in Wirtschaft und Verkehr einig
Bei ihren Koalitionsverhandlungen in Schleswig-Holstein kommen die Arbeitsgruppen von CDU. Grünen und FDP unterschiedlich gut voran. Große Fortschritte machten am Pfingstwochenende die Fachleute für Wirtschaft und Verkehr. „Wir sind durch". hieß es gestern aus Verhandlungskreisen. Nur Finanzierungsfragen im kommunalen Straßenbau sind demnach noch offen. Heute will die große Verhandlungsrunde die Positionen in Wirtschaft und Verkehr festzurren. Auch in die Finanzpolitik sind die potenziellen Koalitionspartner bereits einig. Als schwieriger und zäher erweisen sich dagegen nach Medien-Informationen die Verhandlungen der Arbeitsgruppen zur Bildungs- und Flüchtlings-Politik. (Ino)

Bergedorfer Zeitung 06.06.17

WASSERSPENDER
Gemeinde will Durst der Schüler löschen

Wentorf (sho). Schulunterricht macht nicht nur hungrig. sondern auch durstig. Damit nicht nur Grundschüler und Gemeinschaftsschüler. sondern auch Gymnasiasten genug trinken, sollen nun auch sie einen öffentlichen Trinkwasserspender an ihrer Schule bekommen. Diesen benutzen ihre Altersgenossen schon seit längerem mit Begeisterung. Die Gemeinde wird auf Wunsch der Politiker prüfen. wie schnell und für welchen Preis sich das Projekt umsetzen lässt. Die favorisierte Lösung ist ein System, das an die reguläre Wasserleitung angeschlossen ist. Spender mit Plastikbehälter und ebensolchen Bechern sollen möglichst vermieden werden. Hamburg Wasser empfiehlt, wegen der Größe der Schule Trinkwasserspender - einen in der Cafeteria und ein kleineres Gerät in der Pausenhalle. Dr. Marco Schmitz (CDU), Vorsitzender des Liegenschaftsausschusses. ist zuversichtlich, dass die Gemeinde schnell eine Lösung präsentieren wird.

Bergedorfer Zeitung 06.06.17

Turbo-Abitur auf der Kippe?
SCHULFRIEDEN CDU prüft Rückkehr zu G9 - SPD, Grüne, FDP stehen zu G8

Von Peter Ulrich Meyer
Hamburg. Nach Niedersachsen nun wohl Schleswig-Holstein: Kippt die um ein auf acht Jahre verkürzte Schulzeit (G8) an Gymnasien auch in Hamburg? Für die CDU könnte die Rückkehr zu G9 nach dem Vorbild der Kieler Parteifreunde ein verlockendes Thema für den Bürgerschaftswahlkampf 2020 werden.
Einen ersten Schritt hat die Union getan. Wir haben unserem Landesfachausschuss Schule einen Prüfauftrag erteilt, sich das Umfeld G8/G9 anzuschauen und bis zum Ende des Jahres eine Empfehlung auszusprechen". sagt CDU-Landeschef Roland Heintze. Bis 2020 dauert der zwischen CDU, SPD und Grünen geschlossene zehnjährige Schulfrieden, der eine Veränderung der Schulstruktur ausschließt.
Bis dahin gilt: Das Gymnasium bietet das Abitur nach acht Jahren, die Stadtteilschule nach neun Jahren an. Die damalige Koalition von CDU, FDP und Schill-Partei hatte die Schulzeitverkürzung am Gymnasium 2002 eingeführt, die ersten G8-Schüler legten 2010 ihre Reifeprüfung ab. Vor zweieinhalb Jahren noch war ein Volksbegehren zur Abschaffung von G8 am Gymnasium mangels Unterstützung klar gescheitert. Doch seitdem hat sich die Debatte über die Schuldauer verändert. Auch Bayern kehrt zu G9 zurück.
Ausgerechnet SPD-Chef Martin Schulz ist aber für G9
„Wir werden nicht Hals über Kopf entscheiden. Wir haben ausreichend Zeit". sagt CDU-Chef Heintze. Vor allem sei es wichtig, die Qualität des Unterrichts voranzubringen. Die Schulexperten der Union sollen auch Vorschläge zur Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen Gymnasium und Stadtteilschule sowie zur Weiterentwicklung des Unterrichts im Rahmen der Inklusion machen. „Die letzten Landtagswahlen haben gezeigt, dass es besonders zu den Fragen der Inklusion und der Lerndauer erheblichen Diskussionsbedarf gibt", sagt auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Andre Trepoll. In Hamburg müssten zum Beispiel politische und digitale Bildung stärker in die Lehrpläne aufgenommen werden. “Ob dies innerhalb der bestehenden Strukturen möglich ist. werden wir bis zur Bürgerschaftswahl intensiv diskutieren."
Ähnlich äußert sich auch die CDU-Schulpolirikerin Karin Prien. die als mutmaßliche neue Bildungsministerin von Schleswig-Holstein die Rückkehr zu G9 voraussichtlich umsetzen muss. .Die Argumente für eine längere Lernzeit gelten bundesweit. Andererseits hat Hamburg mit dem flächendeckenden Angebot beider Abschlüsse eine Sondersituation", sagt Prien. Die CDU-Politikerin gehörte zu den entschiedensten Verfechtern des Hamburger Zwei-Säulen-Modells. ..G8 oder G9 ist für mich keine Glaubensfrage, sondern eine Abwägungsfrage", sagt Prien nun.
„Das Hin und Her um G8 ist ein gutes Beispiel dafür, was in der deutschen Schulpolitik falsch läuft", sagt Schulsenator Ties Rabe (SPD). „Schulpolitik wird dominiert von emotionalen Debatten und ständigen Stimmungsschwankungen und beschäftigt sich meistens mit teuren, aber ziemlich sinnlosen Reformen, die das Schulsystem strapazieren und die eigentlich wichtigen Aufgaben vernachlässigen."
Rabe war kein Freund der Schulzeitverkürzung bei ihrer Einführung, sagt aber heute: „Es gibt keinen Grund. die grundlegende Struktur des Hamburger Schulsystems infrage zu stellen." Hamburg biete G8 und G9 flächendeckend an, jeder Schüler könne also zwischen beiden Wegen wählen. Und: Weil sich die Leistungen der Schüler in den vergangenen Jahren auch in Hamburg verbessert hätten. habe G8 nicht geschadet.
Für die Hamburger Sozialdemokraten muss es ein Störmanöver erster Ordnung gewesen sein, dass ausgerechnet SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz seine Sympathie für G9 bekundete. Ich war immer für das 13-jährige Abitur. Und bin auch nach wie vor dafür". sagte Schulz bei der Vorstellung seiner bildungspolitischen Ziele. Schulz bezeichnete die jahrelange Politik als fatal, Schüler so rasch wie möglich für den Arbeitsmarkt verfügbar zu machen". Bürgermeister und SPD-Parteivize Olaf Scholz drang sofort auf eine Klärung. Wollte der SPD-Vorsitzende etwa das Aus von G8 in Hamburg? Martin Schulz, so heißt es nun etwas bemüht, habe nicht grundsätzlich zu G8 oder G9 Stellung genommen.
,,Die Rückkehr zu G9 per Verordnung wäre ein falscher Schritt", sagt Grünen-Schulpolitikerin Stefanie von Berg, die in Hamburg derzeit keine solche Tendenz sieht. Das liege auch daran, dass Hamburg ein Stadtstaat mit guter Erreichbarkeit der unterschiedlichen Schulformen sei. Von Berg warnt vor den organisatorischen Problemen, die eine Rückkehr zu G9 bedeutet. Das gesamte pädagogische Konzept muss überarbeitet werden. Es sind umfangreiche Arbeiten an den Lehrplänen, den Schulbüchern und den Stundentafeln nötig", beschreibt die Grüne die Lage in Niedersachsen.
Der Linkspartei ist eine längere Schulzeit sympathisch
FDP-Schulpolitikerin Anna von Treuenfels-Frowein spricht sich im Prinzip für die Fortführung des Modells G8 an Gymnasien und G9 an Stadtteilschulen aus. .Das kann aber nur funktionieren, wenn es gut umgesetzt wird". sagt die Liberale. Rot-Grün stärke das Zwei-Säulen-Modell gerade nicht. sondern lasse zum Beispiel die Stadtteilschulen mit der Aufgabe der lnklusion im Stich und schwäche die Gymnasien durch ein niedriges Leistungsniveau.
„Wir haben alle Sympathien für eine wieder längere Schulzeit am Gymnasium", sagt Linken-Fraktionschefin Sabine Borddinghaus. Das Alleinstellungsmerkmal G9 wäre aber für Stadtteilschulen verloren und würde sicher weitere Verluste bei den Schüleranmeldungen nach sich ziehen."

Der Reinbeker 05.06.17

Planungsausschuss ist überzeugt
Carsharing — eine gute Idee für Wentorf

Wentorf — In Hamburg kommt Carsharing gut an. »Zunehmend setzen sich Systeme durch, bei denen die Autos ohne feste Mietstationen angemietet und abgestellt werden können«, stellt die CDU-Fraktion in einem Antrag an den Planungs- und Umweltausschuss fest. »Da die Abstellmöglichkeiten in Bergedorf enden, werden die Autos häufig direkt auf der Grenze zu Wentorf abgestellt. Dies zeigt, dass auch aus dem Raum Schleswig-Holstein bereits gezielt Fahrzeuge angemietet werden, um Ziele im Bereich Hamburg zu erreichen.« Deshalb plädiert die CDU dafür, das Angebot auf Wentorf auszuweiten. Zentrales Carsharing ohne zentralen Sammelpunkt, das klingt für alle Ausschussmitglieder positiv, sie stimmten dafür, dass der Bürgermeister mit Carsharing-Unternehmen mit Geschäftsgebiet im Raum Hamburg in Kontakt tritt, um über die Ausweitung auf den Raum Wentorf zu verhandeln.
Der Vorsitzende Torsten Dreyer (Bündnis 90/Die Grünen) würde sich genauso über eine Ausweitung von stadtRAD freuen. Doch dies wäre für die Gemeinde nicht kostenlos, gab Bürgermeister Dirk Petersen zu bedenken. »Dafür müssten wir Geld in die Hand nehmen.«
Christa Möller

Der Reinbeker 05.06.17

Nachverdichtung zu dicht
Arbeitsgemeinschaft »Wohin entwickelt sich die Gemeinde?« angedacht

Wentorf — Im März stellte Stefan Röhr-Kramer vom Hamburger Büro WRS Architekten & Stadtplaner das Städtebauliche Konzept für den Bereich Reinbeker Weg/Hochweg/Am Redder (Bebauungsplan 13) im Planungs- und Umweltausschuss vor. Eine Familie, der ein Teil der Grundstücke mit insgesamt zwölf Wohneinheiten gehört, plant zusätzliche Bebauung, bis zu 24 weitere Wohneinheiten könnten hier entstehen, wenn Bestandsgebäude abgerissen werden. In den Fraktionen war darüber weiter beraten worden. »Ich habe Bauchschmerzen damit, sich grundsätzlich der Nachverdichtung zu verschließen«, sagt Dr. Thomas Peters (CDU), hält die Pläne jedoch »an der Stelle für zuviel, das überfrachtet dieses Gebiet.« Sein Vorschlag: »Ein Workshop: Wohin entwickelt sich Wentorf?«
Günter Weblus (FDP) hat Sorge, die Infrastruktur könne weiter steigende Einwohnerzahlen nicht verkraften. »Wir müssen Zielvorstellungen für die Gemeinde zu Papier bringen.« Mit rund 14.000 Wentorfern rechnet Bürgermeister Dirk Petersen in eineinhalb Jahren. Klaus Derndinger (SPD) hält die Nachverdichtung für maßvoll und verträglich. Hans-Jürgen Buchner (UWW) spricht sich dafür aus, dass »Kinder von Leuten, die hier schon wohnen, Gelegenheit haben zur Nachverdichtung.« Der Ausschussvorsitzende Torsten Dreyer (Bündnis 90/Die Grünen) betrachtet das Konzept als »nicht angemessen für dieses Gebiet, wir sehen erheblichen Nachbesserungsbedarf.«
Ergebnis der Beratung: Acht Ausschussmitglieder stimmten dafür, dass die Verwaltung die Diskussion über das Thema solange zurückstellen soll, bis in einer Arbeitsgemeinschaft über Wentorfs zukünftige Entwicklung beraten wurde. Ein Mitglied enthielt sich der Stimme.
Christa Möller

Bergedorfer Zeitung 03.06.17

Gemeinde will Wachstum weitsichtig planen

Wentorf (amü) “Wir steuern mit den aktuellen Neubaugebieten akut auf 14 000 Einwohner zu“, sagt Dr. Thomas Peters, stellvertretender Vorsitzender des Planungs- und Umweltausschusses in Wentorf. Und die Bauträger stünden weiter Schlange vorm Rathaus. Jetzt hat der Ausschuss erst einmal die Notbremse gezogen und einen Antrag auf Nachverdichtung im Bereich Am Redder, Reinbeker Weg, Hochweg einstimmig zurückgestellt. Erst einmal soll eine Arbeitsgruppe klären, wie die Gemeinde weiter wachsen soll und kann", so Peters.
Aktueller Hintergrund: In der Märzsitzung hatte ein Gutachter berichtet. dass mit einer Bebauungsplanänderung für eine Nachverdichtung das Potenzial für insgesamt 37 neue Wohnungen geschaffen werden könne. Der Vorhabenträger, der die Änderung initiiert hatte, plant freie Grundstücksflächen mit maximal zwei neuen Wohngebäuden zu bebauen. Aber auch große Investoren stehen in den Startlöchern: So wurde jüngst das HSB-Gelände verkauft und auch die zum Verkauf stehende Ex-Sprachheilschule lockt Bauwillige an.

Bergedorfer Zeitung 03.06.17

Einstimmig für Carsharing

Wentorf (amü) Die Gemeindevertreter möchten die flexible Autonutzung über die Hamburger Stadtgrenze holen. Einstimmig hat Wentorfs Planungs- und Umweltausschuss die Verwaltung beauftragt, mit dort ansässigen Carsharing-Unternehmen über die Ausweitung zu verhandeln.
Das Unternehmen car2go" ist in Bergedorf vertreten. ebenso wie der Anbieter drivenow". Da die Abstellmöglichkeiten bisher in Bergedorf enden, werden Autos häufig direkt auf der Grenze zu Wentorf abgestellt. Dies zeigt, dass auch aus Schleswig-Holstein bereits gezielt Fahrzeuge angemietet werden, um Ziele im Bereich Hamburg zu erreichen". begründet der stellvertretende Ausschussvorsitzende Dr. Thomas Peters (CDU) den Vorstoß, das Hamburger Carsharing ins Umland auszuweiten.

Bergedorfer Zeitung 30.05.17

Hier läuft alles nach (Bau-)Plan
REINBEKER WEG Mit schwerem Gerät, Schaufel und Fingerspitzengefühl
werden neue Leitungen verlegt

Von Susanne Holz
Die gute Nachricht vorweg: „Der Reinbeker Weg wird nicht die Elbphilharmonie", sagt Wentorfs Ordnungsamtsleiter Sascha Krüger. Soll heißen, Auf Wentorfs größter Baustelle ist bisher alles im Zeitplan und Kostenrahmen. Rund 1,7 Millionen Euro kostet die Sanierung, noch bis Anfang Dezember wird die Verbindung zwischen Reinbek und Wentorf vollgesperrt sein - insgesamt dann neun Monate. Eine Teilsperrung mit einseitig fließendem Verkehr ist bei diesen Arbeiten nicht möglich", sagt Kröger, dessen Arbeitstag täglich zwischen Baggerschaufeln, Wasserleitungen und Betonkanälen beginnt. Er weiß: Die Sperrung ärgert viele. Doch ohne geht es nicht.
Der Reinbeker Weg wird in drei Bauabschnitten grundsaniert, alle Leitungen werden erneuert. Stück für Stück arbeiten sich die Gewerke vom Haidberg bis zum Kreisel am Petersilienberg vor. Die Wasserleitungen beispielsweise waren noch aus den 1930ger Jahren und das, was derzeit am Straßenrand auf Abfuhr wartet, sieht tatsächlich schon ziemlich in die Jahre gekommen aus. Zudem hat Hamburg Wasser die Chance genutzt, um im Zuge der Sanierung aus zwei Leitungen eine zu machen. Die Bundeswehr hatte damals eine eigene Versorgungsleitung, war sozusagen autark", weiß der Ordnungsamtsleiter.
Großer Auftritt einer 90 Jahre alten Leitung
Die betagte, fast 90 Jahre alte Leitung hatte dabei allerdings nochmal ihren ganz großen Auftritt und auf der Baustelle für einige Stunden Stillstand gesorgt. „Man wundert sich, wie viel Wasser noch in so einer Leitung steckt", sagt Kröger und fügt hinzu: „Es ist in das vorhandene Regenwassernetz gepumpt worden. Der Mühlenteich hat sich über das viele Frischwasser gefreut."
Die Wasserleitungen. die nun in der Erde schlummern, haben einen Durchmesser von 200 Millimetern, Im ersten Bauabschnitt, der vom Haidberg bis an die Straße Am Redder reicht, sind die Arbeiten an der Wasserleitung fast abgeschlossen, derzeit steht der Kanalbau für Regenwasser auf dem Programm Mit diesen Arbeiten hat die Firma Strabag Anfang Mai begonnen. Die ersten Schächte sind gesetzt, die ersten Meter des Regenwasserkanals eingesetzt.
Der Regenkanal hat im unteren Bereich am Haidberg einen Innendurchmesser von 700 Millimetern. Dieser verjüngt sich Richtung Kreisverkehr am Petersilienberg. Das Spannende: Normalerweise arbeiten die Fachfirmen auf einem Abschnitt mit einem Rohrgefälle von 0,5 Prozent auf einen Meter. Am Reinbeker Weg, der an einigen Stellen für Fußgänger und Radfahrer schon einem kleinen Berg gleicht, hat das Rohr ein Gefälle von vier Prozent auf gleicher Länge. Damit dies überhaupt zustande kommt, liegen die Rohre an einigen Stellen bis zu vier Meter tief.
Alle Arbeiten - Regen, Wasser, Strom, Gas - sind zeitaufwendig. Bevor beispielsweise ein Regenwasserrohr gelegt werden kann, muss ein schwerer Verbau aus Stahl eingebaut werden, der verhindert, dass bei Baggerarbeiten die zum Teil 3,50 Meter tiefen Sandwände über den Arbeitern in der Grube zusammenbrechen. Stoßen die Arbeiter zufällig mit der Baggerschaufel auf alte Leitungen - Telefon, Gas, Strom - kommt die klassische Schaufel zum Einsatz. Die Leitungen werden per Hand freigelegt, das ist sensible Millimeterarbeit. Nur einmal gab es eine kleine Schrecksekunde, als eine Telefonleitung beschädigt worden war. Dann stellte sich heraus: Sie war schon lange .tot".
Am Ende können alle eine beachtliche Bilanz ziehen: In der Erde liegen dann rund 700 Meter neuer Regenwasserkanal, rund 600 Meter neue Wasserleitungen und 520 Meter Gasleitungen plus die jeweiligen Hausanschlüsse. Die Straßendecke wird zum Schluss durchgehend erneuert. Und der Verkehr? Der fließt dann wieder.

Bergedorfer Zeitung 26.05.17

Großes Sortiment auf kleinem Raum
ROLLER eröffnet am Montag neue Filiale in Wentorf mit 45 Mitarbeitern und vielen Angeboten

Anne Müller
Wentorf Die Gemeinde entwickelt sich rund um den Südring mehr und mehr zur Möbelmeile - und auch zum „Familiensitz" der Tessner-Gruppe. Neben Möbel Schulenburg, Tejo's SB Lagerkauf öffnet hier jetzt auch der zur Holding gehörende Möbeldiscounter Roller mit einer großen Party seine Türen. Das Team steht im Gewerbegebiet (Auf dem Ralande 20) für den ersten erwarteten Kundenansturm am Montag um 9 Uhr bereit. Damit wird zugleich der lange Leerstand der ehemaligen Baumarkthalle beendet.
Sportliche junge Chefin
Tessa Tessner, geschäftsführende Gesellschafterin bei Roller, war aus dem Unternehmenssitz Gelsenkirchen angereist, um die 45 neuen Mitarbeiter, Nachbarn, Geschäftsleute, Polizeichef Thomas Setzei und Bürgermeister Dirk Petersen persönlich auf den Eröffnungstag einzustimmen. Blond, schlank, sportlich ist die Managerin. Sie ist das junge Gesicht des Möbelimperiums und schätzt fürs Marketing auch die sozialen Netzwerke: „Wir haben bereits 760 000 Facebook-Fans. Und auf YouTube gibt es Renovierungstipps von Roller."
Die 37-Jährige arbeitet seit 13 Jahren im vom Vater Hans-Joachim aufgebauten Unternehmen und hat von Anfang an den Online-Job gemanagt. Marketing, Kommunikation und E-Commerce sind ihre Schwerpunkte in der Gruppe.
Eine Stärke des filialstarken Möbelhauses sei zum Beispiel das Zusammenspiel von „0n-und Offline". So können Kunden online ihre Küchen planen und das Ergebnis für eine persönliche Beratung in die Filiale schicken. In Wentorf leistete die Junior-Chefin Start- und Motivationshilfe für das neue Team, das seit Dezember aus der Region rekrutiert wurde: „Die Mitarbeiter sind entscheidend für die Erfolgsgeschichte von Roller. Wir pflegen einen familiären fairen Umgang miteinander."
Die Mehrheit an der Tessner Holding KG, zu der neben dem Möbelgeschäft auch Immobilien sowie Land- und Forstwirtschaft gehören, hält noch der Senior.
Mit der schlagkräftigen Truppe will Roller jetzt auch in Wentorf auf 6100 Quadratmetern alles bieten, was Kunden zum Wohnen und Renovieren brauchen. Mehr als 10 000 Artikel stehen zu günstigen Preisen direkt zur Mitnehmen bereit. 150 Roller-Märkte in Deutschland sorgen inzwischen dafür, dass kein Kunde weite Wege zurücklegen muss. Jeder Markt müsse in 30 Minuten von etwa 100 000 Haushalten erreichbar sein, sagt Thomas Vogler, Geschäftsführer für den Vertriebsbereich.
Roller gilt als Erfinder der Möbel-Discounter. 1969 entstand die damals neue Idee, dass Kunden das ausgesuchte Möbelstück gleich mitnehmen können. An jedem Standort gibt es ein eigenes Hochregallager. Allein 300 000 Polstermöbel werden pro Jahr aus den Filialen gerollt. Der Bestseller bat allerdings das kleinste Format "Wir verkaufen pro Jahr zwölf Millionen Teelichter", verriet Tessa Tessner.
Regionalmanager Andreas Hellmann fasst die Stärke des Discounters zusammen: „Großes Sortiment auf kleinem Raum. Der Charme liegt in der schnellen Verfügbarkeit." Dabei müsse die Qualität nicht zu kurz kommen. Die Gruppe kann weltweit auf ein Händlernetz zurückgreifen. Viele Roller-Produkte werden in Europa gefertigt. „Die Matratzen stammen aus deutscher Produktion", so Hellmann. Matratzen nehmen allerdings immer weniger Raum im Sortiment ein: der Verkaufsrenner seien derzeit Springboxbetten.
Die Kunden erwarten in der Eröffnungswoche bis zum 3. Juni viele Angebote, teilweise über 70 Prozent unter den üblichen Preisen. 50 Prozent Rabatt gibt es auf alle frei geplanten Küchen. Dazu verlost Roller eine Vespa LX50.
Bürgermeister Dirk Petersen ist überglücklich über den Zuzug: „Es hat zwei Jahre gedauert von der Planung bis zu dem Tag, der für uns ein Freudentag ist." Die Jahre leerstehende frühere Baumarkthalle war ein Sorgenkind, jetzt wird sie zu neuem Leben erweckt.

Bergedorfer Zeitung 23.05.17

FLEXIBLE AUTONUTZUNG
CDU will Carsharing nach Wentorf holen

Wentorf (amü) Die -CDU-Fraktion möchte die flexible Autonutzung auf Wentorf ausweiten. „Zunehmend setzen sich Systeme durch, bei denen die Autos ohne feste Mietstationen angemietet werden können", sagt Kristin Thode. Für die Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses (30. Mai, 19 Uhr) hebt die CDU das Thema deshalb auf die Tagesordnung. Sie beantragt, den Bürgermeister zu beauftragen, mit Carsharing-Unternehmen aus Hamburg in Kontakt zu treten und über die Ausweitung zu verhandeln. Das Unternehmen „car2go" sei in Bergedorf vertreten, ebenso wie der Anbieter „drivenow". Da die Abstellmöglichkeiten bisher in Bergedorf enden, werden die Autos häufig direkt auf der Grenze zu Wentorf abgestellt. Dies zeige, dass auch aus Schleswig-Holstein bereits gezielt Fahrzeuge angemietet werden, um Ziele im Bereich Hamburg zu erreichen, so Thode.

Glinder Zeitung / Sachsenwald 23.05.17

Auftakt zu den 800-Jahr-Feierlichkeiten In Wentorf mit Vortrag von Dr. Anke Mührenberg
Eine Zeitreise durch die Geschichte

Wentorf (sr)— Mit einem Vortrag von Gemeindearchivarin Dr. Anke Mührenberg wurden in der vergangenen Woche die Veranstaltungen zur 800-Jahr-Feier der Gemeinde eröffnet. Ein sichtlich nervöser Bürgermeister Dirk Petersen begrüßte etwa 120 Gäste — überwiegend die ältere Generation —in der Aula der Gemeinschaftsschule.
„Mein besonderer Dank geht an die Mitglieder des Bürgervereins, ohne deren unermüdlichen Einsatz dieser Abend nicht möglich gewesen wäre' ", betonte Petersen. Auch die Gemeindevertreter hatten eine wichtige Aufgabe übernommen: Sie betreuten die Sektbar. "Nutzen Sie die Gelegenheit, heute einmal einen eingeschenkt zu bekommen von Ihren Gemeindevertretern", lud der Bürgermeister ein.
Dann startete die Zeitreise ins Jahr 1217. Da es aus der Gründungszeit der Gemeinde kaum Dokumente gibt, zeigte Mührenberg diverse Karten, erklärte Ortsnamen und Schreibweisen. Im Mittelalter bildeten zwölf Höfe und 100 Einwohner die Gemeinde. Wie sich ein klassisches Bauerndorf im Laufe der Jahrhunderte ineine Gemeinde mit heute 13.039 Einwohnern verwandelte, zeigte Archivarin Mührenber kenntnisreich mit Hilfe zahlreicher Karten und Bilder.
Spannend wurde es für die Zuschauer, als das 20.Jahrhundert erreicht war, denn aus dieser Zeit hat der Bürgerverein viel Bildmaterial zusammengetragen. Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen einen kleinen Ort, mit dem die heutige Gemeinde nichts mehr zu tun hat. Nur noch wenige Gebäude wie die Alte Schule oder die Alte 16 erinnern heute an vergangene Tage.
Für einige der Älteren gab es ein Wiedersehen mit Geschäften, die sie aus der Kindheit kannten. Gaststätten und Kolonialwarenläden gab es in der Ortsmitte, und ab Mitte des 19. Jahrhunderts begannen reiche Hamburger, ihre Sommervillen in Wentorf zu bauen. Die Bevölkerungszahl nahm stetig zu und es wurde eine Vielzahl von Vereinen gegründet.
Auch das dunkle Kapitel der NS-Zeit war Thema in Wort und Bild. Der Bau der Kasernen ab 1936 und die Einrichtung von NS-Institutionen prägten das Ortsbild. Nach dem Krieg kamen die Flüchtlinge. „In Wentorf warm bis zu 153.000 Personen untergebracht", erklärte Mührenberg. Die Kasernen sind mit der Verabschiedung der Bundeswehr 1994 weitgehend aus dem Ortsbild verschwunden. Heute ist die Gemeinde geprägt von intensiver Bautätigkeit in den vielen Neubaugebieten.
Musikalisch begleitet vom Oberstufen-Orchester des Gymnasiums unter Leitung von Sandor Samu war der Festakt mit zwei zeitgenössischen Stücken eröffnet worden. Das Publikum applaudierte begeistert.
Der Bürgerverein zeigt eine eindrucksvolle Ausstellung mit Fotos und Texttafeln zur Ortsgeschichte in der Alten Schule, die sonntags von 15 bis 18 Uhr besichtigt werden kann.

Der Reinbeker 22.05.17

Haushaltskonsolidierung sorgt für nichtöffentliche Diskussion
Beratung vertagt

Wentorf — Die Tagesordnung des Finanzausschusses bot Diskussionsstoff, hatten doch der Vorsitzende Wolfgang Warmer (SPD) und auch die Verwaltung Bedenken, bestimmte Punkte im Bereich Haushaltskonsolidierung wie vorgesehen öffentlich zu beraten. Nach längerer — nicht öffentlicher — Debatte und kurzer Prüfung der Rechtslage stimmte der Ausschuss dem Begehren zu und diskutierte das Thema, bei dem es auch um die Festlegung von Finanzrahmen für die Ausschüsse gehen sollte, nichtöffentlich. Weitere Beratungen in den Fraktionen werden folgen, bevor der Ausschuss sich des Themas erneut annimmt.
Im monatlichen Bericht über die über- und außerplanmäßigen Ausgaben, insgesamt knapp 270.000 Euro, schlägt der Schreibtisch im Bürgermeisterbüro mit 2.923,84 Euro zu Buche — eine Investition, die der UWW-Fraktionsvorsitzenden Beatrice Wagner missfällt. Bürgermeister Dirk Petersen verwies darauf, dass die Anschaffung in die Amtszeit seines Vorgängers Matthias Heidelberg fiel — und die Politik damals zugestimmt habe. Diesbezüglich bat Katharina Bartsch (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) darum, zukünftige Investitionen gründlich zu prüfen. Dr. Schmitz (CDU) brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass in der Verwaltung trotz freigegebener Haushaltsmittel der Grundsatz der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit gelte.
Christa Möller

Bergedorfer Zeitung 20.05.17

Straßengrün braucht helfende Hände
PATEN Bürgermeister bedankt sich bei den ersten sieben Helfern

Von Anne Müller
Wentorf. Die Gemeinde wächst und damit auch die Arbeit für Wentorfs Gärtner. Doch während weitere Grünanlagen in den Neubaugebieten gepflegt werden müssen, schrumpft der Etat, den Bürgermeister Dirk Petersen für seinen Betriebshof ausgeben darf. Wentorf muss sparen, und damit Rabatten und Wiesen nicht von Löwenzahn, Giersch & Co. überwuchert werden, setzt die Verwaltung jetzt auf Grünpaten. Sieben Bürger haben sich schon bereit erklärt, die Pflege für Rabatten vor der Haustür zu übernehmen. „Wir würden uns über jeden weiteren freuen", sagt Petersen, denn Fremdaufträge darf sein Betriebshof nicht mehr für die Pflege vergeben.
Gestern radelte der grüne Verwaltungschef vom Rathaus zum Haidgarten. Am Rondell wartete Monika Achnitz auf ihn. Knapp 80 Quadratmeter öffentliche Fläche grenzt an das Grundstück der Achnitz und deren Nachbarn. „Es war bereits zur Hundeecke verwildert", sagt die Wentorferi,. die jetzt mit ihrem Ehemann Grund in das Areal gebracht hat. Zwischen frischem Rindenmulch gruppieren sich jetzt Lorbeer, Bambus und heimische Sträucher. „Noch hält sich die Arbeit in Grenzen, ich muss ja nur gießen", sagt Monika Achnitz, die selbst einen großen Garten hat.
Für die Zusage, öffentliches Grün zu pflegen, musste sie sich nicht vertraglich verpflichten. „Es gibt keine Verträge und nichts Schriftliches", sagt Johanna Schmidt, bei der sich Interessenten im Rathaus melden können. Der Betriebshof werde lediglich informiert, dass an den entsprechenden Stellen nicht gemäht werde. „Natürlich ist es uns auch wichtig, dass die Grünflächen ins Bild passen", sagt Bürgermeister Dirk Petersen.
Dabei berät Gärtnermeister Jörg Diekmann gern. Sein Betriebshofteam bekam den Pflegestau am Straßenrand bereits zu spüren, nachdem die Sparvorschläge 2016 ins Kraut geschossen waren.
Bisher wurden 1600 Meter Hecken, 50 000 Quadratmeter Beete, 45 000 Quadratmeter Parkplätze und Wege sowie 200 Straßenlinden von Fremdfirmen gepflegt.120 000 Euro standen dafür pro Jahr zur Verfügung. Beim Vergabe-Budget soll gespart werden, nur noch für das nötigste Geld ausgegeben werden, etwa die Baumpflege, um Gefahren auszuräumen oder Sichtbehinderungen an Straßen zu beseitigen. Auf Schönheit können Diekmann und sein Team bei 400 000 Quadratmeter Grünfläche nicht mehr setzen.
Unkrauthacken oder Heckenschneiden muss hintenanstehen. Flächen, die bislang drei- bis fünfmal jährlich gepflegt wurden, kommen künftig einmal im Jahr an die Reihe. In der Gemeinde warten auf die „schnelle Eingreiftruppe" des Bauhofes schließlich nicht nur Grünaufgaben oder 3000 Straßenbäume.
Wer helfen möchte, kann sich unter Telefon (040) 72 00 12 48 oder per E-Mail unter j.schmidt@wentorf.de im Rathaus melden.

Glinder Zeitung / Sachsenwald 16.05.17

Neue Chance für den Casinopark

Von Harald Prädel
Wentorf ist In die Jahre gekommen. Doch das Alter merkt man der Gemeinde nicht an. Im Gegenteil: Wentorf wird scheinbar Immer jünger. Bürgermeister Dirk Petersen über die Zukunft des Ortes.
Die Gemeinde vor den Toren Hamburgs wächst. Das Richtfest für das neue so genannte Wenden-Quartier an der Berliner Landstraße markiert eine Entwicklung, die das Gesicht der Gemeinde in naher Zukunft entscheidend verändern wird. Zugleich stößt der Ort an die Grenzen seiner Entwicklung — braucht aber andererseits weitere Gewerbeansiedlungen.
GIinder Zeitung: Wentorf hat in den vergangenen 20 Jahren eine rasante Entwicklung genommen. Wohin geht die Reise?
Petersen: Ich habe in meinem Wahlkampf immer gesagt, dass ich bei 13.500 Einwohnern die Obergrenze für Wentorf sehe. Die aktuelle Zahl, die mir gerade vorgelegt wurde, liegt bei 13.039. Ich denke, dass Wentorf schon in den nächsten zwei bis drei Jahren die 14.000-Einwohner-Marke erreicht haben wird.
GZ: Folge des Neubaugebiets Langer Asper?
Petersen: Diese Entwicklung ist nicht allein auf den Langen Asper zurückzuführen. Dieses Neubaugebiet ist auch praktisch schon voll. Aber am ehemaligen Grundschul-Standort Achtern Höben und in mehreren kleinen Gebieten, in denen eine bauliche Nachverdichtung möglich ist, entstehen in nächster Zukunft weitere Wohngebiete. Dazu kommen die Neubauprojekte an der Berliner und der Hamburger Landstraße. Doch wird es ja in Zukunft nicht nur Gewerbe geben, wie in der Vergangenheit, sondern dort entstehen außerdem Eigentumswohnungen. So wächst Wentorf weiter.
GZ: Ist die Infrastruktur Wentorfs dafür ausgelegt?
Petersen: Ja, bei der Ausstattung mit Kindertagesstätten und Schulen ist die Gemeinde für dieses Wachstum gut aufgestellt. Mit 14.000 Einwohnern ist aber die Obergrenze erreicht. Man darf zum Beispiel die Straßen nicht außer Acht lassen, die müssen den durch das Bevölkerungswachstum entstehenden zusätzlichen Verkehr aufnehmen können. Da sind die Grenzen der Kapazität aber oftmals schon erreicht. So gibt es zum Beispiel auf der Hamburger Landstraße häufiger längere Rückstaus.
GZ: Was ist mit dem alten Gelände des Hamburger Sportbundes?
Petersen: Der HSB hat das Gelände offenbar verkauft, wie der Gemeinde unlängst mitgeteilt wurde. Der Preis wurde mit 3,4 Millionen Euro angegeben. Alle Überlegungen, dass Wentorf die ehemalige Sportschule kaufen könnte, haben sich damit erledigt. Was der Investor an diesem Standort plant, ist uns bisher nicht bekannt. Ich sehe aber mittelfristig keine Option für eine Wohnbebauung auf dem Gelände. Die Planungshoheit liegt ohnehin bei der Gemeinde. Nur in Abstimmung mit Wentorf kann der Investor weiter planen.
GZ: Wo sehen Sie in nächster Zukunft dringenden Handlungsbedarf?
Petersen: Einer der Schwachpunkte Wentorfs ist sicherlich der Casinopark. Da muss dringend etwas passieren. Seit kurzem gibt es einen neuen Investor, der das Einkaufszentrum übernommen hat. Dabei handelt es sich um ein Hamburger Unternehmen mit engem Bezug zu Wentorf. Da bin ich optimistisch, dass sich die Situation im Casinopark demnächst positiv verändern wird.
GZ: Woher nehmen Sie diesen Optimismus?
Petersen: Wir stehen in engem Kontakt mit dem neuen Eigentümer und es hat auch schon erste, sehr konstruktive Gespräche gegeben. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir es in naher Zukunft erreichen können, den Casinopark wieder attraktiver zu machen.
GZ: Können Sie sagen, wie das aussehen wird?
Petersen: Dafür ist es im Moment noch zu früh. Der Investor braucht auch noch mehr Zeit für seine Konzepte. Sehr froh bin ich auch darüber, dass der lange Zeit leerstehende ehemalige Praktiker-Markt jetzt von dem Möbelhändler Roller übernommen wird. Der Bebauungsplan für das Gebiet konnte geändert werden, so dass die Gemeinde die Rahmenbedingungen für die Beendigung dieses Leerstandes geschaffen hat.
GZ: Wentorf benötigt darüber hinaus weitere Unternehmen, die Gewerbesteuer zahlen. Wo könnten solche Betriebe noch angesiedelt werden?
Petersen: In meinem Wahlkampf habe ich versucht, den Gedanken eines Wirtschaftsbeirats voranzubringen. Der könnte als Gremium mit Antrags- und Rederecht in der Gemeindevertretung wichtige Impulse geben, neben der Wirtschaftsinitiative, die ich als kompetenten Ansprechpartner erlebe.
GZ: Die Nutzung des Kleingartengeländes im Süden Wentorfs als Gewerbegebiet wird seit längerem diskutiert.
Petersen: Von diesen Überlegungen halte ich gar nichts. Eine Verlagerung der Kleingartenanlage in die Lohe wäre mit einem Millionen-Aufwand verbunden, der mit den möglichen Erlösen aus dem Verkauf der Grundstücke kaum wieder hereingespielt werden könnte. Das wäre für Wentorf keine Entlastung, sondern eine Belastung, zumal die Lohe für diese Zwecke gar nicht erschlossen ist.
GZ: Aber wo könnte denn noch neues Gewerbe in Wentorf angesiedelt werden?
Petersen: Angesichts des Flächenbedarfs wäre zu prüfen, ob eine Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden möglich ist, in unserem Falle also mit Börnsen. Die Rahmenbedingungen müssten natürlich genau ausgehandelt werden. Aber ein gemeinsames Gewerbegebiet könnte für beide Gemeinden zukünftig ein Gewinn sein.

Glinder Zeitung / Sachsenwald 16.05.17

Wichtige Impulse für den Standort

Als Interessenvertretung der ortsansässigen Unternehmen versteht sich die Wirtschaftsinitiative Wentorf. Der Verband will seine Arbeit jetzt stärker professionalisieren.
Ohne Gewerbe- und Handwerksbetriebe, Einzelhändler und Dienstleister wäre es um die Gemeinde Wentorf schlechtbestellt. Die ortsansässigen Wirtschaftsbetriebe sichern Arbeitsplätze und schaffen mit ihren Steuerleistungen die Basis für ein funktionieren-des Sozial-sowie Gemeinschaftswesen. Die Unternehmen sind damit ein wichtiger Bestandteil der Gemeinde, der das Wohlergehen der Betriebe im eigenen Interesse am Herzen liegen sollte.
Den Interessen der heimischen Unternehmen in Politik und Verwaltung Gehör zu verschaffen, hat sich die Wirtschaftsinitiative Wentorf (WIW) auf die Fahnen geschrieben. Vor 22 Jahren von Lisa Marks, damalige Chefin des Möbelparks Sachsenwald, und Unternehmer Carsten Buhck als Nachbarschaftstreff der Betriebe am Südring gegründet, versteht sich der rund 50 Mitglieder starke Verband heute als Sprachrohr der heimischen Wirtschaft.
„Unsere gemeinsamen Interessen bestehen darin, den Standort Wentorf zu erhalten, zu sichern und zu stärken", sagt Rechtsanwalt Frank Poillon, seit mehr als sechs Jahren Vorsitzender der WIW. In regelmäßigen Treffen mit den Spitzen der Kommunalverwaltung sowie Vertretern der politischen Parteien werden Gedanken, Wünsche und Anregungen ausgetauscht.
Dabei beobachtet die WIW sehr genau auch die Entwicklung im Ort. „Eine Diskrepanz in Wentorf stellt der Casinopark dar", sagt Poillon. Der Leerstand in dem Einkaufszentrum sei mittlerweile unübersehbar und nach seiner Einschätzung wäre es „sehr wünschenswert, wenn sich wieder mehr Einzelhandelsbetriebe im Casinopark ansiedeln". Die Hoffnungen des WIW-Vorsitzenden richten sich aktuell auf den neuen Eigentümer der Immobilie. „Ich hoffe, dass es ihm gelingt, alle Mieter in dem Zentrum wieder für mehr gemeinsame Aktivitäten zu begeistern", so Poillon.
Die Wirtschaftsinitiative könne in diesem Falle aber einzig beratend tätig werden. Und damit ist der WIW-Vorsitzende bei einem Thema angelangt, das den Verband bereits seit längerer Zeit beschäftigt Denn die Mitglieder des Vorstandes sind allesamt ehrenamtlich und neben ihrem Hauptberuf als Unternehmer oder Freiberufler aktiv. Das bedeutet aber, dass die zeitlichen Ressourcen für ein offensives wirtschaftspolitisches Engagement äußerst begrenzt sind. Um da Abhilfe zu schaffen und gleichzeitig die in großen Teilen brach liegende Wirtschaftsförderung in der Gemeinde zu kompensieren, möchte die WIW, dass ein in Teilzeit-Mitarbeiter, angestellt bei der WIW und finanziert von der Gemeinde Wentorf, sich hauptsächlich um das Standort-Marketing kümmert.
„Wir wünschen uns mehr aktive Gestaltung in der Gemeinde", begründet Portion den WIW-Vorschlag. Ein Mitarbeiter für das Standort-Marketing könnte nach Vorstellungen der WIW zum Beispiel den Standort Wentorf aktiv bewerben, zentrale Anlaufstelle für eine Übersicht über Leerstand in Gewerbe und Einzelhandel sein, die Zusammenarbeit der ortsansässigen Firmen verbessern, den Kontakt zu den Betrieben vertiefen und gemeinsame Aktionen konzipieren.
Die Kommunalpolitik hatte einen entsprechenden WIW-Vorschlag im vergangenen Jahr noch abgelehnt — mit Rücksicht auf die zusätzlichen Personalkosten. „Man muss natürlich erstmal etwas investieren, bevor am Ende etwas herauskommt", meint der WIW-Vorsitzende. Dabei sei „die Investition überschaubar, und der Mitarbeiter soll ja auch etwas einspielen".
Bei allem Engagement für die örtliche Wirtschaft behält der WIW-Vorstand auch den Tellerrand im Blick. Denn: „Wirtschaftsbelange machen vor Gemeindegrenzen nicht halt", betont Poillon.
So unterhält der Verband schon seit längerem enge Kontakte in die Nachbarschaft „Der Austausch in der Metropolregion Hamburg ist besonders wichtig", sagt der Vorsitzende. „Wir müssen uns mit anderen Gemeinden austauschen, mit den Händlern und Betrieben", sagt er.
Der Austausch mit dem Bergedorfer Wirtschaftsverband ist aufgrund der Nähe traditionell besonders intensiv. Aber Poillon richtet sein Augenmerk in jüngster Vergangenheit verstärkt auf den Bereich der Mittelzentrums Reinbek/Glinde/Wentorf. Erste Treffen mit den Wirtschaftsverbänden in Glinde und Reinbek hat es bereits gegeben. „Ich möchte aber weg von sporadischen Treffen und hin zu einem regelmäßigen Austausch mit den benachbarten Verbänden", betont Poillon.
Im Mittelzentrum sieht er für die Zukunft noch große Potenziale, die Poillon auch durch eine stärkere Vernetzung auf dem Gebiet des öffentlichen Personennahverkehrs fördern möchte. „Im vergangenen Jahr haben wir den Versuch gestartet, die Buslinie 237 von Glinde über Reinbek nach Wentorf einzurichten", erklärt er. Dieses Vorhaben sei an der Finanzierung gescheitert. Doch die WIW will nicht locker lassen und ist bestrebt, zum Start des neuen Fahrplans am 1. Dezember eine Mittelzentrums-Buslinie zu schaffen.
Sowohl beim Kreis Herzogtum Lauenburg als auch beim Kreis Stormarn gebe es dafür grünes Licht, wie Poillon erklärt. Die WIW sucht nun Sponsoren bei den örtlichen Wirtschaftsbetrieben, die bereit sind, die neue Buslinie für. die Dauer von zwei Jahren finanziell zu unterstützen. „Wichtig wäre es aber natürlich, dass sich auch die Gemeinde Wentorf an diesem Projekt beteiligt`, so Poillon. hap

Glinder Zeitung / Sachsenwald 16.05.17

Wentorf: Richtfest für das ,Wendenquartier"
Ortskern wird noch attraktiver

Wentorf (hap)—Eines der ehrgeizigsten Neubauprojekte im Zentrum Wentorfs nimmt Gestalt an: An der Berliner Landstraße fand jüngst das Richtfest für das neue „Wendenquartier“ statt. An dem exponierten Standort zwischen Casinopark und Hauptstraße errichtet die Sparkassen-Immobiliengesellschaft Holstein (SIG-Holstein) ein kombiniertes Wohn- und Geschäftshaus. Bürgermeister Dirk Petersen betonte, er freue sich besonders im Zusammenhang mit dem 800. Geburtstag der Gemeinde, dass das Projekt „Wendenquartier" getauft wurde. „Schließlich waren die Wenden die Ureinwohner Wentorfs", so Petersen. Das Neubauvorhaben markiere zugleich den Anfang einer Entwicklung, den Ortskern attraktiver zu gestalten.
Udo Schwarzburg, Vertriebsleiter der SIG, stellte das Projekt während des Richtfestes vor. Nach seinen Worten entstehen in zentrale Lage der Gemeinde 33 Eigentumswohnungen mit Wohnflächen zwischen 63 und 92 Quadratmetern sowie 38 Tiefgaragenstellplätzen. Im Erdgeschoss werden auf fast 1.000 Quadratmetern mehrere Ladengeschäfte eingerichtet Mit der Hamburger Drogeriemarktkette Budnikowsky sei bereits ein Mieter für die größte gewerbliche Fläche gefunden, wie Schwarzburg erklärte.
Das „Wendenquartier" wird nach Angaben der Gesellschaft in solider „Stein-auf-Stein"-Bau. weise errichtet und kombiniere moderne Haus- sowie Energietechnik mit hohem Wohnkomfort. Die Wichern-Gemeinschaft hält in einem benachbarten Service-Stützpunkt bei Bedarf ein Betreuungsangebot für die Bewohner des Quartiers vor.
Nach Worten von Martin Gruel, Gebietsteiter der SIG, wurden bereits 13 der 33 Wohnungen verkauft, weitere seien reserviert.

Bergedorfer Zeitung 15.05.17

In diesem Magazin steckt ganz viel Wentorf
GEMEINDE schenkt sich und seinen Bürgern zum 800. Geburtstag ein Jubiläumsheft

Von Susanne Holz
Wentorf Wentorfs Geschichte beginnt auf feinstem Pergament. Einer Urkunde, die 1217 zwei Hufen bäuerlichen Besitzes aus einem Dorf namens Wentorf dem Kirchspiel Bergedorf überträgt. Das Schriftstück ist der Startschuss für die offizielle Geschichtsschreibung der Gemeinde. Vermutlich würden sich die Unterzeichner von einst verdutzt die Augen reiben, wenn sie wüssten, dass aus ihrem kleinen Dorf im Laufe von Jahrhunderten die mit gut 13 000 Einwohnern größte Gemeinde im Kreis Herzogtum-Lauenburg geworden ist, größer etwa als die Elbschifferstadt Lauenburg (gut 11000). Bunt, vielfältig, lebenswert - so präsentiert sich Wentorf genau 800 Jahre später. Wenn das kein Grund zum Feiern ist...
Das hat sich auch die Gemeinde Wentorf gedacht und 2017 zum Jubiläumsjahr ausgerufen. Neben zahlreichen Festen, Vorträgen und Veranstaltungen bietet sie ihren Bürgern nun auch ein Magazin (Schutzgebühr 2 Euro). Das wird morgen beim offiziellen Start ins Jubiläumsjahre erstmals verteilt, liegt danach im Rathaus an der Hauptstraße und an zahlreichen anderen Orten (unter anderem Buchhandlung Bücherwurm, Wentorf-Reinbeker Golf-Club, Salon Deger, Hass TV) aus. Entstanden ist das Magazin in Kooperation mit unserer Zeitung. Es bietet einen bunten Überblick über das, was Wentorf ausmacht. „Lassen Sie sich von diesem Magazin inspirieren und entdecken Sie Wentorfs Vielfalt", ermuntert Wentorfs Bürgermeister Dirk Petersen.
Im Mittelpunkt stehen immer die Menschen
Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die Wentorf zu dem machen, was es ist. Die Wentorfer Bühne beispielsweise hat für uns den roten Vorhang gelüftet und verraten: Das ganze Theater ist eine Familie. Die Laienspielgruppe begeistert seit 1979 das Publikum mit Komödien, Krimis und Weihnachtsmärchen. Sie ist tatsächlich eine Art Familienbetrieb, so viele Mitwirkende sind miteinander verbandelt und verwandt.
Sybille Marks kann sich die Gemeinde ohne die Wentorfer Kulturwoche nicht mehr vorstellen. Seit elf Jahren rücken sie und ihr engagiertes Team lokale Künstler in den Fokus und bieten jährlich zehn Tage ein volles (Kultur-)Programm. Was das für Arbeit hinter den Kulissen bedeutet, hat sie uns erzählt.
Das Reitsportzentrum hat seine Stalltüren geöffnet, der Wentorf-Reinbeker Golf-Club den Redakteuren den „grünen Rasen" ausgerollt. Die Vorsitzende Bettina Spangenberg sagt selbstbewusst: „Wer bei uns spielt, kann überall auf der Welt spielen."
Feuer, Unfall, Wasserschaden, Tiere in Not - das sind alles Fälle für die Freiwillige Feuerwehr Wentorf. Dass die Kameraden nicht nur sprichwörtlich gemeinsam durchs Feuer gehen und ein tolles Team sind, haben sie eindrücklich gezeigt. Mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein sind wir durch die Wentorfer Lohe gelaufen und haben gestaunt, wie sich der ehemalige Truppenübungsplatz gemausert hat. Abends stimmt dort der Nachtigallen-Grashüpfer mit seinen Hinterbeinen ein Lied an. Hinhören lohnt sich.
Und wenn Wentorfer bald gemütlich bummeln können, weil ihre Kinder währenddessen bestens betreut werden, dann haben sie das der Wirtschaftsinitiative Wentorf zu verdanken. Die hat viele frische Ideen.
Viel Spaß beim Lesen!
Dienstag, 16. Mai, 19.30 Uhr: Start ins Jubiläumsjahr, die Gemeinde lädt zum Empfang: Vortrag „800 Jahre Wentorf, die Referentin Dr. Anke Mührenberg erzählt Spannendes aus Wentorfs Geschichte in der Aula der Gemeinschaftsschule, Achtern Höben 3.

Bergedorfer Zeitung 15.05.17

VERKEHRSBEHÖRDE
Soll Gemeinde Aufgabe übernehmen?

Wentorf (amü) Soll die Gemeinde künftig Aufgaben der Straßenverkehrsbehörde übernehmen? Diese Frage stellen sich heute ab 1930 Uhr die Mitglieder des Hauptausschusses im Rathaus (Hauptstraße 16). Nach Änderung des Landesverkehrsrechts wird es Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern in Schleswig-Holstein ermöglicht, durch politischen Beschluss diese Aufgaben wahrzunehmen.
Die CDU-Fraktion sieht für Wentorf Chancen, davon zu profitieren. Die Union regt deshalb an, die Verwaltung mit einer Kosten-/Nutzenabschätzung zu beauftragen. Zum Beispiel bei der Einrichtung von Tempo-30-Zonen und Durchfahrtsverboten für schwere Lkw für die Berliner Landstraße sowie die Sicherung der Schulwege und Straßenquerungen könnte die Übernahme nach Sicht der Fraktion sinnvoll sein.

Der Reinbeker 08.05.17

Finanzausschuss verlangt sparsames Wirtschaften
Ohne Schuldenbremse, aber mit Ausgabendisziplin

Wentorf — Das Thema Schuldenbremse beschäftigte die Mitglieder des Finanzausschusses im Zuge eines CDU-Antrages schon seit längerem — jetzt gab es einen Beschluss, der die Zustimmung aller Fraktionen fand. Einigkeit herrschte bezüglich des Bestrebens, nicht uferlos Schulden zu machen. Allerdings sollen zukunftsträchtige Investitionen weiterhin möglich sein. Deshalb einigte sich der Ausschuss letztlich auf die modifizierte Antragsvariante von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, wonach der Satz »Unter Beachtung der Schuldenbremse...« entfällt. Der Finanzlage soll vor allem durch sparsames Wirtschaften und Ausgabendisziplin unter Einhaltung des Finanzrahmens Rechnung getragen werden. Bürgermeister Dirk Petersen betont, dass die Politik und nicht die Verwaltung bestimmt, wofür Geld ausgegeben wird.
Zum Beschlussvorschlag der Verwaltung bezüglich eines Doppelhaushalts für die Jahre 2018/2019 sagte der Vorsitzende Wolfgang Warmer (SPD), seine Fraktion wolle keinen Doppelhaushalt. »Wir müssen mittelfristig sparsam wirtschaften«, betonte er. »Wenn wir auch für die nächsten Jahre einen gedeckten Haushalt vorweisen, macht man uns keine Auflagen.« Auch Dr. Marco Schmitz (CDU) plädierte dafür, nur über 2018 zu sprechen, ebenso wie Beatrice Wagner (UWW), während Torsten Brandt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Blick auf die Wahl im nächsten Jahr dem Doppelhaushalt den Vorzug geben wollte, der die Gemeinde in die Lage versetze, handlungsfähig zu sein. Bürgermeister Dirk Petersen verwies in diesem Zusammenhang auf den entsprechenden Vorschlag seines Vorgängers Matthias Heidelberg. Schließlich plädierte der Ausschuss mehrheitlich dafür, einen separaten Haushaltsplan für 2018 aufzustellen.
Die Diskussion über Finanzrahmen für die Ausschüsse ist dagegen noch nicht beendet. Einsparmöglichkeiten gebe es nur für Bürgerausschuss und Liegenschaftsausschuss, so Warmer. Wo es um die freiwilligen Leistungen geht, tun sich die Politiker besonders schwer — sie beschlossen, zunächst in den Fraktionen zu überlegen, in welchen Bereichen noch Einsparungen möglich sind — wobei der Fokus wohl auf dem Liegenschaftsausschuss liegen wird.
Christa Möller

Der Reinbeker 08.05.17

Seniorensprechstunde in renoviertem Büro
Frische Farbe, bunte Bilder und ein Kaffee. Kommen Sie doch mal vorbei!

Wentorf — Wentorfs Seniorenbeirat hat seit seiner konstituierenden Sitzung im Januar schon einiges auf die Beine gestellt. Gerade wurde das kleine Büro in der Alten Schule an der Teichstraße renoviert, die Beiratsmitglieder haben entrümpelt und geputzt. Die Verwaltung hat für frische Farbe an den Wänden gesorgt und einen neuen Computer nebst Drucker spendiert. »Die Gemeinde hat uns ganz toll unterstützt«, freut sich die 2. Vorsitzende Monika Offermann. »Wir fühlen uns jetzt hier wohl und können richtig loslegen.« Dass die Politik den Seniorenbeirat unterstütze, sei ebenfalls nicht selbstverständlich: »Bei fast allen Parteien konnten wir unsere Inhalte und Ziele bereits vorstellen.« Auch zu vielen Institutionen im Ort will der Beirat Kontakt aufnehmen.
Jetzt wurde das renovierte Büro eingeweiht, das sich auch als Galerie präsentiert. Denn verschiedene Werke der »Montagsmaler« zieren die Wände — die Bilder können im Rahmen der Sprechstunden des Seniorenbeirats auch käuflich erworben werden. Neu ist außerdem der Briefkasten vor der Tür, »in dem wir gern konstruktive Kritik hätten«, wie Monika Offermann betont. Anlässlich der Einweihung mit Kaffee und Kuchen sagte Bürgermeister Dirk Petersen: »Der Seniorenbeirat ist für alle Beteiligten wichtig — für mich als Bürgermeister und für die Politik. Ich bin sehr froh darüber, dass wir wieder einen funktionierenden Seniorenbeirat haben.« Gerade hat es übrigens einen Wechsel in dem neunköpfigen Beirat gegeben: für den zurückgetretenen Helmut Stegmann ist Gudrun Potthoff nachgerückt.
Vom früheren Seniorenrat hat der Beirat die Bridge-, Wander-, Radfahr- und Badefahrtengruppen übernommen, ebenso wie die PC-Gruppe. Im Juni soll es einen zusätzlichen PC-Kursus für Anfänger geben. Am Donnerstag, 11. Mai, von 14 bis 15.30 Uhr, lädt der Seniorenbeirat in den Großen Sitzungssaal des Rathauses zu einem Vortrag über das Pflegestärkungsgesetz II
Der Seniorenbeirat bietet für alle interessierten Senioren jeden 4. Dienstag im Monat zwischen 11 und 12 Uhr eine Sprechstunde in der Alten Schule an. Wer Lust hat, könne auch einfach auf einen Kaffee vorbeikommen, sagt Monika Offermann. »Wir sind darauf angewiesen, dass wir die Senioren kennenlernen.«
Christa Möller

Der Reinbeker 08.05.17

Landschaftspark statt Landwirtschaft
Projekt für einen japanischen Garten in Wentorf

Wentorf — Hügel, Wasser, Sand, Kiefern, Azaleen — für das Wentorfer Ehepaar Loni und Tetsuo Hayashi ist es eine Herzensangelegenheit: Die beiden wollen auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche, dem so genannten Bergedorfer Feld an der südwestlichen Landesgrenze zu Bergedorf, einen japanischen Garten anlegen. Dafür haben sie eigens den Verein Gorden Rinshin Musouen gegründet, der das Vorhaben unterstützen und auch die Unterhaltung des Gartens sichern soll.
Jetzt stellte die Hamburger Landschaftsarchitektin Mareile Ehlers die ersten Planungen für dieses »sehr besondere Projekt« im Planungs- und Umweltausschuss vor. »Was wir alle mit einem japanischen Garten verbinden, ist die Kirschblüte«, erklärte sie und verwies auf klassische Vorbilder. Schon im 9. Jahrhundert waren Gärten, die der Betrachtung dienten, in Japan Mittelpunkt höfischen Lebens.
Der Garten soll ein Ort der Ruhe, Harmonie und Begegnung sein und von der Hamburger Landstraße erschlossen werden. Dort ist auch ein Eingangsgebäude geplant. Gegen einen »kleinen Obolus« werde der Park, der eingefriedet sein wird, öffentlich zugänglich sein.
Loni Hayashi ist in Wentorf geboren, sie hat die etwa einhundert Meter breite und 500 Meter lange Ackerfläche von ihren Großeltern geerbt. Seit 1980 lebt sie mit ihrem Ehemann in Wentorf. Beide sagen: »Wir fühlen uns hier sehr wohl und wollen Wentorf etwas zurückgeben.« In ihrem japanischen Garten mit intensiv und extensiv gepflegten Bereichen können sie sich unter anderem Kirschblütenfeste, Teezeremonien und Führungen vorstellen.
»Mein Interesse haben Sie auf jeden Fall geweckt«, betonte der Ausschuss-Vorsitzende Torsten Dreyer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) aber »der Bebauungsplan werde mit Sicherheit anzupassen sein«. Viele Fragen sind noch zu klären — zunächst wird das Thema die Fraktionen beschäftigen — aber schon jetzt stellte Dreyer fest: »Dies ist ein deutliches Signal: Das gefällt uns.«
Christa Möller

MARKT 06.05.17

Feierlicher Empfang für den neuen Chef
Wentorfs Bürgermeister Dirk Petersen im Interview mit dem MARKT

Seit dem 1. April ist Dirk Petersen im Amt des Bürgermeisters in Wentorf. Als Bioingenieur arbeitete er 25 Jahre lang für die Verbraucherzentrale. Nun hat er einen neuen Arbeitsplatz. Parteipolitisch ist er seit zehn Jahren in der Region aktiv und somit kein Neuling. Als erster „Grüner" zog er an der Spitze in das Wentorfer Rathaus ein.
Wentorf (kui). Nach vier Wochen teilte Dirk Petersen dem MARKT seine ersten Eindrücke mit. Das Interview führte Imke Kuhlmann.
MARKT: Wie sind Sie im Amt des Bürgermeisters angekommen?
Petersen: Sehr gut. Ich spüre viel Unterstützung durch mein Team. Und auch die Bürgermeisterkollegen sind äußerst kooperativ. Mein erster Arbeitstag begann mit einem sehr feierlichen Empfang und es folgte gleich ein Termin mit den Bürgermeistern aus Barsbüttel, Glinde, Reinbek und Oststeinbek. Die Mitarbeiter habe ich bereits vor der Amtseinführung persönlich begrüßt. Es war mir wichtig, mir viel Zeit dafür zu nehmen.
MARKT: Können Sie in den ersten Tagen schon Prioritäten für Ihre Arbeit setzen?
Petersen: Die Gegebenheiten setzten die Prioritäten. Die Bauarbeiten am Reinbeker Weg zählen genauso dazu wie der überraschende Verkauf der Sportschule durch den HSB. Und ich habe zudem immer meine Wahlversprechen im Kopf und arbeite täglich daran, diese möglichst auch einzulösen.
MARKT• Haben Sie einen Plan, wie Sie sich am schnellsten und fundiertesten einarbeiten wollen?
Petersen: Es gibt viele interne Abstimmungen hier im Haus, an denen ich teilnehme und erfahre so, welche Fragen täglich auf das Rathaus zukommen. Natürlich möchte ich mir erstmal einen Überblick verschaffen, dennoch bin ich bereits täglich auch mit aktuellen Themen und Entscheidungen konfrontiert.
MARKT: Es gibt viele Herausforderungen: die Sportschule, der Reinbeker Weg. Die Idee den SC Wentorf zu verlagern ist damit ja vom Tisch.
Petersen: Das ist richtig. Es gab jedoch auch nicht nur Befürworter für die Idee. Ich bin selber überrascht vom Verkauf der Sportschule und hatte im Vorwege keine Informationen darüber, dass der Kauf konkret wurde. Ich hoffe, dass der Käufer sich mit uns in Verbindung setzten wird. Wir wissen nicht, wer es ist. Was den Reinbeker Weg betrifft, so bin ich zuversichtlich. In der Einwohnerfragestunde wurde die Maßnahme sehr genau und einvernehmlich diskutiert. Leider halten sich einige Verkehrsteilnehmer nicht an die Verkehrsregeln, was zu entsprechenden Maßnahmen wie die Sperrung des Tunnels zwischen Reinbek und Wentorf geführt hat.
MARKT• Es gab die Annahme, der aufgebrachte Schotter sei krebserregend, ist das korrekt?
Petersen: Ein Gutachten hat ergeben, dass der Wert deutlich unter dem Risikowert und somit in der zugelassenen Norm liegt.
MARKT• Wie sieht die aktuelle Bevölkerungsentwicklung in Wentorf aus?
Petersen: Es bleibt dabei, wir sind infrastrukturell an unseren Grenzen angekommen, wenn die letzten Baugebiete erschlossen sind.
Schätzungsweise 13.500 Menschen werden dann voraussichtlich Ende des Jahres in unserer Gemeinde leben.
MARKT: Und welche Projekte stehen aktuell für Sie noch an?
Petersen: Da gibt es natürlich die 800-Jahr-Feier Wentorfs, die vor der Tür steht. Im Mai beginnen die Feierlichkeiten. Am 7 .Mai kommt die Landtagswahl, die rein organisatorisch einige Herausforderungen mit sich bringen wird. Ich möchte den Internetauftritt der Gemeinde überarbeiten lassen, damit dieser noch bürgerfreundlicher wird. Das Thema wlan-freies Wentorf möchte ich gern zeitnah realisieren.
MARKT: Haben Sie ihren politischen grünen Hut abgelegt?
Petersen: Nein. Ich bin ein politischer Mensch und bleibe-das auch, aber ich werde nicht mehr parteipolitisch aktiv sein.
MARKT• Ihr Arbeitsweg hat sich deutlich verändert — fehlt Ihnen die tägliche Fahrradstrecke von 50 Kilometern?
Petersen: Ich hole die Strecke auf meinem Fahrradergometer im Keller nach. Meine eigentliche Passion ist das Joggen, der ich nach wie vor intensiv treu bin.
MARKT• Fassen Sie doch bitte einmal in einem Satz zusammen, was Sie nach Ende Ihrer Amtszeit gern resümieren möchten.
Petersen: Ich wünsche mir, dass ich meine Arbeit so gut mache, dass die Bürger sich eine erneute Kandidatur von mir wünschen.

Der Reinbeker 24.04.17

Investor kauft HSB-Sportgelände
Nutzung bleibt dem Sport vorbehalten

Wentorf — Die Gemeinde hatte 1,2 Millionen Euro geboten, doch erfolglos Ein Investor hat die über zehn Jahren leer stehende Sportschule Sachsenwald des Hamburger Sportbundes (HS3) nebst 84.000 Quadratmeter großem Sportgelände für 3,45 Millionen Euro gekauft, am 29. September soll die Grundstücksübergabe erfolgen. Erstmal werde die Schul- und Vereinssportnutzung des Geländes bestehen bleiben, wie die Verwaltung vom Hamburger Sportbund erfahren hat. Der Käufer wird den bestehenden Nutzungsvertrag mit der Gemeinde übernehmen.
Der Verkauf habe sich abgezeichnet, nachdem bereits Bohrungen auf dem Gelände vorgenommen wurden, sagt dazu Bürgermeister Dirk Petersen, dem die Identität des Käufers nicht bekannt ist: »Der Investor hat sich bei der Gemeinde nicht vorgestellt.« Petersen betont, es gebe ganz klare Signale aus der Politik, dass die Gelände weitere Wohnbebauung noch nicht verkraften könne. Denn die Infrastruktur der Gemeinde sei auf die jetzige Einwohnerzahl von rund 13.000 ausgelegt. Derzeit liege der Fokus auf Wentorfs Neubaugebieten am Langen Asper, auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule und an der Moorkoppel für insgesamt zusätzlich 500 Einwohner. Hinsichtlich zukünftiger Möglichkeiten für das HSB-Gelände stellt Dirk Petersen klar: »Die Planungshoheit bleibt in Wentorf.«
Christa Müller

Bergedorfer Zeitung 20.04.17

JUBILÄUMSAKTION
Wentorf pflanzt 800 Bäume für den Klimaschutz

Wentorf (sho). Wentorfs 800. Geburtstag wird in der Gemeinde Wurzeln schlagen. Im wahrsten Sinne, denn anlässlich des Jubiläums werden 800 Bäume gepflanzt. Allerdings nicht alle in der Gemeinde, sondern auch in Mexiko, in einem von der Schülerinitiative „Plant-for-the-Planet" vorgeschlagenen Gebiet. Am kommenden Dienstag setzt Bürgermeister Dirk Petersen (Bündnis 90/Die Grünen) um 11 Uhr auf der großen Wiese gegenüber dem Rathaus ganz handfest den Spaten an, um eine Jubiläumseiche einzupflanzen - ein Beitrag zum Klimaschutz und der Auftakt der Jubiläumsaktion „800 Jahre Wentorf/800 Bäume für die Zukunft". Initiator ist die Buhck-Stiftung.
Schüler und andere Wentorfer haben in einer Reihe von Vorträgen im Mai und Juni die Möglichkeit, mehr über die Klimaerwärmung zu erfahren. Johannes Heiderich (16), Klima-Botschafter von „Plant-for-the-Planet" referiert über das Thema „Warum Bäume so wichtig für unsere Zukunft sind". „Jeder gepflanzte Baum bindet rund zehn Kilo CO2 pro Jahr", weiß Britta Buhck, Vorstand der Buhck-Stiftung.
Schüler der 3. bis 6. Klassen besuchen diesen Vortrag während der Unterrichtszeit. Für Erwachsene hält der junge Referent den Vortrag am Mittwoch, 21. Juni, um 19 Uhr, in der Alten Schule, Teichstraße 1, während der Kulturwoche.

Der Reinbeker 17.04.17

Wentorfs Gleichstellungsbeauftragte ist vielfältig gefragt
Birte Hildebrandt gibt nicht nur Hilfe für Alleinerziehende

Wentorf — Den Rat von Wentorfs Gleichstellungsbeauftragten Birte Hildebrandt suchen Interessierte in vielfältiger Hinsicht. In ihrem Jahresbericht für den Zeitraum von März 2015 bis Februar 2017 legt sie dar, mit welchen Problemen Menschen sich an Bewenden. Dabei dominiert die Frage Trennung vom Partner, aber auch Themen wie der berufliche Wiedereinstieg nach Elternzeit, die Suche nach bezahlbarem Wohnraum, die Überforderung alleinerziehender Frauen oder das Problem pflegebedürftiger Eltern geben Anlass, sich an die Gleichstellungsbeauftragte zu wenden. Die meisten Ratsuchenden konnte Birte Hildebrandt erfolgreich an die zuständigen professionellen Beratungsstellen wie die Frauenberatungsstelle in Schwarzenbek oder den allgemeinen sozialen Dienst, das Jugendamt oder die Erziehungsberatung weiterleiten. »Darüber hinaus kann ich ratsuchenden Frauen oft auch mit Broschüren oder Hinweisen auf Internetseiten von Beratungsstellen weiterhelfen«, erläutert die Gleichstellungsbeauftragte in ihrem Bericht, den sie jetzt dem Hauptausschuss vorlegte.
»Die am meisten nachgefragte Broschüre war in letzte Zeit "allein erziehend«, ein Ratgeber für Menschen in Trennungssituationen, herausgegeben vom Verband alleinerziehende Mütter und Väter (VaMF)«, sagt Birte Hildebrandt, die außerdem das im März 2013 gegründete Frauennetzwerk netzwerkfrauen wentorf, dem rund 60 Wentorferinnen angehören (mehr auf facebook), organisiert und koordiniert. In unregelmäßigen Abständen finden Netzwerkabende zum Informationsaustausch statt.
Seit Juni 2016 berät Berufsberaterin Sandra Hansen von »frau & beruf monatlich im Rathaus Frauen zum beruflichen Wiedereinstieg. »Die Beratungsstunden sind immer gut ausgebucht.«
Die ehrenamtlichen kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in Schleswig-Holstein sind organisiert in der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG), die sich ein- bis zweimal jährlich zu einer Vollversammlung trifft. Seit Juni 2015 gibt es in Kiel eine gemeinsame Geschäftsstelle der LAGs der hauptamtlichen und ehrenamtlichen kommunalen Gleichstellungsbeauftragten. Hierdurch sei ein verbesserter Informationsfluss zwischen haupt- und ehrenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten gewährleistet, »außerdem ist die Geschäftsstelle durch ihre Nähe zum Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung immer gut über die Landespolitik in Frauen- und Gleichstellungsangelegenheiten informiert und kann die Gleichstellungsbeauftragten im Lande immer aktuell informieren«, weiß Birte Hildebrandt, die sich hier als 3. Sprecherin engagiert. Die LAG ist im Internet finden unter https//ehrenamt-gleichstellung-sh.de
Auf der Pinnwand im Eingangsbereich der Gemeindebücherei informiert die Gleichstellungsbeauftragte über Veranstaltungen für Frauen in Wentorf und Umgebung. Hier gibt es auch einen ständigen Aushang bezüglich ihrer Erreichbarkeit ebenso wie auf der Internetseite der Gemeinde Wentorf, wo außerdem Notrufnummern für Frauen wie die landesweite Hotline für Frauen in Not und die Telefonnummer des Frauenhauses in Schwarzenbek zu finden sind. Telefonisch ist sie erreichbar unter 040-72001- 219. Übrigens nutzte die Mehrzahl der Frauen die Möglichkeit der Kontaktaufnahme per eMail unter der Adresse birte.hildebraictt@ freenet.de
Christa Möller