Pressespiegel
zur Wentorfer Kommunalpolitik
Neben den Berichten aus den öffentlichen Ausschüssen bieten wir hier einen Pressespiegel aus den kommunalen Tages- und Wochenzeitungen: Bergedorfer Zeitung (www.bergedorfer-zeitung.de). Der Reinbeker (www.derreinbeker.de) und Sachsenwaldzeitung (www.glinder-zeitung.de). Fehler in der Berichtserstattung werden hier nicht kommentiert.

Politisch Interessierte können somit auf unserer Seite alles finden, was in der Gemeinde Wentorf diskutiert und entschieden wird. Wenn Sie Fragen zu den Inhalten haben, wenden Sie sich gern an unsere Fraktionsmitglieder.
Die Kontaktadressen finden Sie auf unserer Seite Fraktion.

Bergedorfer Zeitung 24.01.18

CDU Glinde will Straßenbaubeiträge abschaffen
ENTLASTUNG für die Anlieger –
Ausbaukosten sollen künftig allein über Stadthaushalt finanziert werden

Glinde (st). Nachdem der Landtag es den Kommunen freistellt, Straßenbaubeiträge zu erheben, hat Oststeinbek als finanziell besser gestellte Kommune in Schleswig-Holstein gleich ernst gemacht: Auf Antrag der CDU hat die Politik die Satzung aufgehoben. Nun wollen die Glinder Christdemokraten nachziehen, und ihrerseits die unbeliebten Beiträge der Anlieger zum Straßenausbau abschaffen.
„Wir empfinden das aktuelle System als extrem ungerecht“, begründet Fraktionschef Dr. Rainer Neumann den CDU-Antrag, den er in den nächsten Bauausschuss am 8. März einbringen will. „Denn schließlich sind es nicht die Anwohner allein, die eine Straße nutzen. Warum sollen sie den Hauptanteil der Kosten tragen?“
Die Finanzierung sieht CDU-Sprecher Bernd Hengst nicht als Problem an: Mehr als zwei größere Projekte pro Jahr würden die Kapazität des Glinder Bauamtes erschöpfen, wie die Debatte um die wiederkehrenden Beiträge ans Licht gebracht habe. „Dafür haben wir zurzeit ausreichende Gewerbesteuer-Einnahmen, um die Kosten aus dem laufenden Haushalt zu finanzieren. Wir gehen davon aus, dass dies auch 2018 so bleibt“, sagt er. „Wir geben ansonsten so viel Geld aus, leisten uns teure Turnhallensanierungen.“
Langfristig gesehen wolle Kiel die Bezuschussung neu strukturieren. Hengst geht davon aus, dass das Konzept wegen anhängiger Verfahren erst in zwei Jahren fertig wird. Dann würden bei Bedarf Straßenausbauten auch von Kiel gefördert, ist er sicher. Die Stadt Glinde hat aktuell noch den Ausbau der Blockhorner Allee zurückgestellt, weil die Eigentümer dort wegen der großen Grundstücke mit hohen Beiträgen bis zu 17 000 Euro belastet worden wären.
Dass sich Anlieger des Mühlenweges oder des Sandwegs ungerecht behandelt fühlen könnten, weil sie bereits Beiträge geleistet haben, sieht Bernd Hengst nicht: „Diese Ausbauten sind erledigt. Rückwirkend können wir nichts bezuschussen, das könnte niemand finanzieren“, sagt er.

Bergedorfer Zeitung 22.01.18

Mehr Ganztagsschulen im Norden
BILDUNGSMINISTERIN will Angebote in Schleswig-Holstein ausweiten –
„Bildungsbonus“ geplant

Kiel (dpa). Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) will sich für mehr verbindliche Ganztagsschulen im Norden einsetzen. „Ein Ganztagsangebot ist für alle Schularten notwendig, es geht um die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Eltern“, sagte Prien: „Die Menschen wollen diese Möglichkeit haben.“ Es gehe aber auch um die Erhöhung der Chancen für Kinder aus bildungsfernen Schichten, zu einem besseren Bildungserfolg zu kommen: „Daher wollen wir ab 2019 einen „Bildungsbonus“ einführen und vor allem Grundschulen und Gemeinschaftsschulen in sozialen Brennpunkten ermöglichen, vermehrt gebundene Ganztagsschulen einzurichten.“
Gebundene Ganztagsschulen müssen verbindlich Unterricht auch am Nachmittag bis etwa 16 Uhr anbieten. Dagegen haben offene Ganztagsschule zwar auch Angebote am Nachmittag, aber keinen Pflichtunterricht.
Den „Bildungsbonus“ will Prien zum Schuljahr 2019/20 mit zunächst zwei Millionen Euro einführen. Er soll dann auf acht, neun und schließlich zehn Millionen Euro jährlich bis 2022 steigen. „Wir erarbeiten zurzeit für Schleswig-Holstein einen Schul-Sozialatlas“, sagte Prien. Es gehe darum, jene Schulen zu bestimmen, die sinnvollerweise Geld aus dem „Bildungsbonus“-Topf erhalten sollten. Wenn einzelne Schulen mehr Mittel erhalten als andere, müssten sorgfältig und transparent gerechte Kriterien entwickelt werden.
„Das können Schulen sein mit vielen Kindern mit Migrationshintergrund oder einem hohen Anteil an Eltern, die Hartz IV bekommen - oft ist es beides“, sagte die Ministerin. Kriterien könnten auch die Quote an Schulabbrechern sein oder das Abschneiden bei den Lernstand-Vergleichsarbeiten. „Ein wesentlicher Aspekt könnte auch der Bildungshintergrund der Eltern sein.“ Dafür wären dann Befragungen wie in Hamburg notwendig. Einen Sozialatlas zu erstellen, bedeute hohen Aufwand. Prien kündigte an: „Wir werden mehr Lehrkräfte ins System geben.“ Auch in die Elternarbeit soll investiert werden. Man prüfe, das Programm „Lesen macht stark“ auch in der Sekundarstufe I anzuwenden. Auch mehr Schul-Sozialarbeiter seien eine Option.

Bergedorfer Zeitung 17.01.18

Droht eine Kostenexplosion beim Wohnen?
GRUNDSTEUER Richter prüfen Vorstoß gegen Gleichheitsgebot
– Finanzsenator alarmiert

Von Ulf-Peter Busse
Bergedorf. Vom Steuergeheimnis verdeckt, schlummert in Deutschland ein Skandal, der viele Bürger trifft: Weil sich seit 50 Jahren keine Bundesregierung an die Neuberechnung der Einheitswerte der 35 Millionen Häuser und Grundstücke der Republik getraut hat, sind die Grundsteuer und alle auf Immobilien bezogenen Abgaben heute im höchsten Maße ungerecht.
Nur wenn neu gebaut oder ein Haus grundlegend modernisiert wurde, wurde der Einheitswert hochgestuft. Damit bestraft der Staat alle Bürger, die in den Erhalt ihrer Immobilien investieren - und weil die Grundsteuer auf die Mieter umgelegt wird, auch die, die sie bewohnen. Hintergrund: Wer nichts investiert, ist beim Einheitswert auf dem Stand von 1964, in den neuen Bundesländern sogar von 1935 stehen geblieben. Eine Praxis, die vielen Betroffenen unbekannt ist, weil die Einheitswerte unter das Steuergeheimnis fallen.
Seit gestern ist das anders: Das Bundesverfassungsgericht verhandelt über die Frage, ob diese Praxis gegen das Gleichheitsgebot in Artikel 3 des Grundgesetzes verstößt. Ein Urteil wird erst für Mai erwartet, aber Richter Andreas Paulus, Vorsitzender des ersten Senats, äußerte bereits Zweifel an der Vereinbarkeit mit der Verfassung.
Entsprechend stark schießen Spekulationen ins Kraut: Was folgt, wenn die Einheitswerte für verfassungswidrig erklärt werden? Wie lang werden die Karlsruher Richter mögliche Übergangsfristen setzen? Wird die Steuer vielleicht sogar vorübergehend ausgesetzt?
Tatsächlich ist die Sorge vor allem bei Städten und Gemeinden groß, fließt die Grundsteuer mit jährlich 14 Milliarden doch nahezu komplett in ihre Kassen. Der Vertreter der Bundesregierung versuchte derweil, in der mündlichen Verhandlung die aktuellen Einheitswerte zu verteidigen. Nüchterner Kommentar von Verfassungsrichter Paulus: „Ich bewundere Ihre Rettungsversuche.“
Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) schockte gestern mit Beispielrechnungen. Er griff die jüngste, von Hamburg und Bayern abgelehnte Bundesratsinitiative auf, nach der sich die Berechnung der Grundsteuer an den vor allem in Metropolen stark gestiegenen Bodenwerten orientieren soll. Dies würde in Hamburg durchschnittlich zu einer Verzehnfachung der Steuer führen. Laut Tschentscher würde etwa ein 1900 in Allermöhe gebautes, 97-Quadratmeter-
Häuschen statt bisher 65 Euro jährlich 1510 Euro kosten, eine 131-qm-Wohnung aus 2002 in Barmbek statt 651 Euro im Jahr mit 4341 Euro zu Buche schlagen. Und 123 Quadratmeter in Harvestehude gar mit 15 256 Euro statt 631 Euro.
Um derartige Auswüchse zu verhindern, dringt Hamburg auf eine Berechnung der Grundsteuer ohne Bodenwert, allein anhand von Grundfläche und Geschossen. Entscheiden muss das der Bundestag, der das Thema bis zum Urteil des Gerichts auf Eis gelegt hat.

Bergedorfer Zeitung 16.01.18

Japanische Oase nimmt Gestalt an
ERSTER ENTWURF für Gartenanlage an Hamburger Landstraße
wird am 25. Januar vorgestellt

Von Anne Müller
Wentorf. Hügel, Teiche, Kiesgärten und Azaleen mitten auf einem jetzt noch planen Acker. Im vergangenen Frühjahr überraschte Tetsuo Hayashi (67) die Gemeinde mit seiner fernöstlichen Vision für Wentorf. Der Geschäftsmann, der seit gut 30 Jahren mit einer Wentorferin verheiratet ist, möchte seiner Heimatgemeinde ein Stück Japan schenken. Die Pläne für einen japanischen Garten auf dem Bergedorfer Feld an der Hamburger Landstraße in Sichtachse zur Sternwarte nehmen jetzt Gestalt an. In der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am Donnerstag, 25. Januar, wird Stefan Röhr-Kramer vom Büro WRS Architekten & Stadtplaner GmbH den aktuellen Entwurf vorstellen.
Für das Projekt hatte Tetsuo Hayashi bereits im vergangenen Mai einen Gartenverein gegründet. „Der Garden Rinshin Musouen will die Herausbildung eines internationalen gegenseitigen Verständnisses durch das Kennenlernen des Fremden fördern“, heißt es in der Begründung. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name „Rinshin Musouen“ in etwa „einzigartige Mitte des Gehölzes“. Damit werde umschrieben, dass öffentlich zugängliche japanische Gärten in Europa nur sehr selten zu finden sind.
Die Anlage solle dem Besucher auch kulturelle Veranstaltungen wie Teezeremonien näherbringen. Die Oase der Ruhe könne so eine Brücke nach Japan schlagen. „Wir wollen vor allem bekannte japanische Feste wie das Kirschblütenfest oder das Puppenfest im Frühjahr und andere jahreszeitliche Feste begehen, aber auch zum Beispiel Ausstellungen japanischer Kimonos oder japanischer Malerei“, beschreibt Hayashi die Pläne.
Der Betrieb soll ganzjährig erfolgen, mit Einschränkungen in der kalten Jahreszeit. „Wir rechnen insbesondere zur Kirschblüte im Frühjahr und zur Laubfärbung im Herbst mit höheren Besucherzahlen. Zu den entsprechenden Festen erwarten wir auch einen stärkeren Besucherandrang von einigen Hundert Menschen in Stoßzeiten“, schätzt der Gründer. Durchschnittlich werde anfangs mit einer täglichen Besucherzahl von 30 bis 50, später mit 300 bis 400 Personen gerechnet.
Das Empfangsgebäude mit einem Informationsstand, der Tageskasse und WC-Anlagen werde etwa eine Fläche von 75 Quadratmetern umfassen. Im Nebentrakt des Empfangsgebäudes könnten auf etwa 100 Quadratmetern wechselnde kleine Ausstellungen oder Veranstaltungen ausgerichtet werden. Ferner sollen auf dem Gartengelände einige kleinere Wirtschaftsgebäude entstehen, um Gerätschaften unterbringen zu können, die für den Betrieb der Anlage benötigt werden. Überdachte Ruheplätze im mittleren Teil des Gartens sollen es den Besuchern ermöglichen, sich im Schatten auszuruhen. Im Westen des Geländes soll ein befahrbarer Weg von mindestens 3,50 Meter Breite Bewirtschaftungsfahrzeugen dienen und gleichzeitig den barrierefreien Zugang zum Garten ermöglichen. Etwa 22 Pkw- sowie Fahrradstellplätze würden dazu geschaffen werden.
Die Beteiligung der Öffentlichkeit soll über das Online- Beteiligungsportal BOB-SH erfolgen. Dafür wird ein Link zu den Planunterlagen über www.wentorf.de eingerichtet.

Der Reinbeker 15.01.18

»Einstand nach Maß«
Bürgermeister Dirk Petersen: »Wir sind sehr sparsam in der Haushaltsführung.«

Wentorf - Bei seinem Start ins Amt am 1. April 2017 erwartete ihn ein »Einstand nach Maß, womit ich mich gleich umfänglich befassen musste«, blickt Bürgermeister Dirk Petersen zurück auf die zeitgleich beginnende Komplettsanierung des Reinbeker Weges, der deshalb für neun Monate gesperrt werden musste.
»Zeit- und Kostenrahmen wurden eingehalten, ich bin mit dieser Baumaßnahme rundum zufrieden.«
Die nächste Baumaßnahme betrifft den Friedrichsruher Weg: »Das wollen wir unbedingt dieses Jahr machen«, betont Petersen, der erstmals an dem Arbeitstreffen Friedrichsruher Weg zwischen Anwohnern, Politik und Verwaltung teilnehmen wird.
»Der Baustart ist jedoch sehr stark davon abhängig, ob wir den Haushalt 2018 unter Dach und Fach bekommen.«Am Montag, 15. Januar, wird sich der Bürgerausschuss in seiner Sitzung auch mit diesem Thema befassen.
»Dann haben alle Ausschüsse ihre Ausgaben beschlossen«, stellt Petersen fest. Er hofft, dass der Haushalt für dieses Jähr dann im März verabschiedet werden kann, die Verwaltung jedenfalls habe ihre Hausaufgaben gemacht. »Die Auseinandersetzung mit der Politik ist konstruktiv, aber hart«, zieht er nach neuneinhalb Monaten im Amt Bilanz Doch er weiß: »Alle sind daran interessiert, dass Wentorf nach vorne kommt.« Die Gemeinde stehe nicht schlecht da. »Wir sind sehr sparsam in der Haushaltsführung, haben allerdings noch die Finanzierung der großen Bauprojekte Grundschule und Lütte Lüüd abzutragen.«
Im vergangenen Jahr verkaufte der Hamburger Sportbund die Sportschule Sachsenwald an eine Hamburger Immobiliengesellschaft. Auf dem Gelände befinden sich ein von der TSGgenutzter Tennisplatz sowie ein Sportplatz des Gymnasiums, für den die Gemeinde Wentorf einen Nutzungsvertrag hat. Eine kurzfristige Bebauung des Geländes sieht Petersen nicht. »Im Moment liegen alle Planungen auf Es«, sagt er auch bezüglich weiterer Flächen, auf denen Investoren Baumaßnahmen planen, so etwa am Wischhoff, wo Nachverdichtungen angedacht waren. Denn zuvor wollen Vertreter von Politik und Verwaltung in einer AG die bauliche Zukunft der Gemeinde diskutieren.
Anders sieht es im Casinopark aus. Der angrenzende REWE- Markt wird am selben Standort in einen Wohn- und Geschäftshaus- Neubau wechseln - »ich hoffe, noch in diesem Jahr«, sagt Petersen bezüglich des Baustarts. Große Hoffnungen setzt er auch auf den neuen Casinopark-Investor und darauf, dass sich dort die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert. »Die Ansiedlung von Rossmann ist der erste Schritt.« Der Drogeriemarkt hat dort die zusammengelegte Fläche von vier kleineren Geschäften übernommen. Zudem hat sich Ernstings Family erweitert. (Wetterbedingt ruht übrigens die Baustelle für den neuen Budni-Drogeriemarkt an der Berliner Landstraße, wie Budni-Pressesprecherin Wiebke Spannuth erklärt. Dadurch hätten sich einige leichte Verzögerungen ergeben. Die Eröffnung sei für dieses Frühjahr geplant.)
Gut voran schreitet dagegen die Umsetzung einer anderen Idee: Im Planungs- und Umweltausschuss am Donnerstag, 25. Januar, 19 Uhr, wird der Vorentwurf für den Japanischen Garten vorgestellt, den das Ehepaar Hayashi auf einem Feld an der Hamburger Landstraße verwirklichen will. Und auch die zukünftige Nutzung der ehemaligen Sprachheilschule an der Golfstraße werde Wentorf viel Freude machen, erklärt Dirk Petersen. Investor Rik Reinking plant dort ein Museum.
Viel investiert hat Möbel SchuIenburg: Für einen zweistelligen Millionenbetrag wurde das alte Möbelhaus saniert. Viele Kunden nutzten die Gelegenheit, sich am 7. Januar, dem ersten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres, vom Ergebnis zu überzeugen. Dirk Petersen ist im regelmäßigen Gespräch mit der Wirtschaftsinitiative Wentorf, die für dieses Jahr drei weitere verkaufsoffene Sonntage nebst entsprechendem Motto festgelegt hat: Am 22. April Wentorfer Frühling, am 16. September Wentorfer Lichterfest.
Freie Gewerbeflächen werden rar in Wentorf, aber die Gemeinde verfügt noch über ein Grundstück am Sollredder, wo sich ruhiges Gewerbe ansiedeln könnte. Und bezüglich freier Flächen: Auf dem Privatgelände der Firma Buhck wäre ebenfalls eine Gewerbeansiedlung möglich, verrät der Bürgermeister im Hinblick auf Gespräche mit Buhck.
Kooperation ist auch bezüglich des Mittelzentrums Wentorf, Reinbek, Ginde angesagt: Das nächste kommunalpolitische Treffen werde in Reinbek stattfinden, sagt Petersen. Sein abwechslungsreicher Job gefällt ihm noch genauso gut wie am ersten Tag: »Ich komme jeden Morgen mit ganz viel Freude hierher, habe hoch motivierte Mitarbeiter und ganz viel Spaß an meiner Arbeit.«
Christa Möller

Bergedorfer Zeitung 13.01.17

646 MILLIONEN EURO HAUSHALTSPLUS
Überschuss groß wie nie

Kiel (dpa). Mit einem Rekordüberschuss in Höhe von 646 Millionen Euro hat das hoch verschuldete Schleswig-Holstein das Jahr 2017 abgeschlossen. „Das ist der beste Haushaltsabschluss, den Schleswig- Holstein je hatte“, sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) am Freitag. Bereits im Vorjahr stand unterm Strich ein Plus von 565 Millionen Euro.
„Der große Teil des Überschusses kommt aus der guten Konjunktur“, sagte Heinold. Weitere Gründe seien gute Planung und sparsames Haushalten. Das Land hat 460 Millionen Euro mehr eingenommen als geplant und weitere 75 Millionen im Vergleich zum Haushaltsentwurf eingespart. Für Zinsen zahlte das mit 26,4 Milliarden Euro verschuldete Land zwar 493 Millionen Euro. Das waren aber 33 Millionen Euro weniger als ursprünglich befürchtet.
Die Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP will 128 Millionen Euro zum Abbau eines Teiles der Altschulden nutzen. Den Großteil des aktuellen Überschusses - eine halbe Milliarde Euro - aber will die Koalition zurücklegen, um damit planbar Geld für Straßen, Brücken, Radwege, Krankenhäuser, den Küstenschutz und andere Infrastrukturprojekte zu haben.

Bergedorfer Zeitung 10.01.18

Hier zählt Gemeinschaftssinn
NEUJAHRSEMPFANG Bürgermeister Dirk Petersen begrüßt 200 Wentorfer

Von Stephanie Rutke
Wentorf. So gut besucht wie lange nicht war der Neujahrsempfang der Gemeinde am Montagabend. Rund 200 Gäste begrüßte Bürgermeister Dirk Petersen im Rathaus. „Es war mein Wunsch, den Empfang wieder hier mitten im Zentrum von Wentorf zu feiern“, sagt er und hat mit dieser Idee überzeugt.
Zum Auftakt musste Petersen sich erstmal Gehör verschaffen, so angeregt unterhielten sich die vielen Gäste. „Dieser Neujahrsempfang ist ein schöner Brauch und mit einem neuen Jahr beginnt immer etwas Neues“, wandte er sich an die Gäste und wünschte allen Energie und Mut für den Start ins Jahr 2018.
Mit Blick auf das vergangene Jahr stellte er fest, dass die Gemeinde gut dastehe und von Dynamik und Kreativität geprägt sei. „Wentorf soll ein guter Ort zum Wohnen, Lernen und Arbeiten sein, in dem niemand abgehängt wird“, wünscht sich Petersen. Für die wachsende Gemeinde, die aktuell rund 13 000 Einwohner hat, bedeute das, für gute Bildung zu sorgen und ein gutes Wohnungsangebot zu schaffen. Benötigt werden zunehmend kleine, günstige und barrierefreie Wohnungen. Zum Stichwort Mobilität verwies Petersen auf die beiden neuen E-Tankstellen, die vor dem Rathaus eingerichtet wurden.
„In unserer Gemeinde herrscht viel Gemeinsinn“, so Petersen. Nachbarschaftshilfe, die Feuerwehr und Vereine stärken den Zusammenhalt. Davon konnten sich die Gäste überzeugen, denn Freiwillige Feuerwehr, DRK, Kirchengemeinde, Schulen und der Sportverein waren genauso vertreten wie Haspa, E-Werk und Geschäftsleute. Mit allen gemeinsam solle auch in Zukunft gut weiter gearbeitet werden, lautete Petersens Wunsch.
Drei große Projekte sollen in diesem Jahr umgesetzt werden: die Neugestaltung des Casinoparks, die Anlage des Japanischen Gartens und das Kunstprojekt in der ehemaligen Sprachheilschule. „Das Museumsprojekt liegt mir besonders am Herzen“, so Dirk Petersen, der sich schon auf die Zusammenarbeit mit dem Kunstsammler Rik Reinking freut. Reinking möchte auf dem Gelände Kunst präsentieren.
Unter den vielen Gästen waren Bürgermeister aus den Nachbargemeinden und auch Petersens Amtsvorgänger Matthias Heidelberg. „Mir geht es sehr gut“, sagte er. Seine Pläne für die Zukunft sind sportlich: Als begeisterter Bogenschütze will er sich für seinen Sport engagieren. „Ich bin bereits Kreisbogenreferent und will mich zum Kampfrichter ausbilden lassen.“ Mit Blick auf die Politik sagt er: „Ich berate gerne, alles andere lasse ich auf mich zukommen.“
Mehrere fröhliche Damen zeigten, dass Engagement auch im Alter kein Problem ist. Karin Jacobs (77) ist Verfechterin des Fair-Trade-Handels. Zusammen mit der 80-jährigen Ingrid Schierstaedt engagiert sie sich in der Kirchengemeinde. „Ich lebe seit 1943 hier und wünsche mir, dass der Zusammenhalt in der Gemeinde so gut bleibt.“
Auch Neu-Wentorfer feierten mit. Die Ehepaare Ullrich und Neumann wohnen seit 2015 am Langen Asper. „Wir fühlen uns hier sehr wohl“, sind sie sich einig. Allerdings vermissen sie eine bessere Busanbindung an die City, ein schönes Cafe und mehr Leben im Casinopark.

Bergedorfer Zeitung 08.01.18

Zurück zu G9: Prinzip Hoffnung regiert
GYMNASIEN Schleswig-Holstein plant mit halben und Viertelstellen

Von Wiebke Jürgensen und Undine Gerullis
Geesthacht/Glinde/Kiel. Die Gymnasiasten Schleswig-Holsteins sollen 2019 mehr Zeit haben zum Lernen - das ist das erklärte Ziel der Landesregierung. Bei der Frage, wie die Rückabwicklung von G8 auf G9 funktionieren soll, bleibt die Politik bisher jedoch wortkarg. Lehrerverbände kritisieren, dass der langfristige zusätzliche Bedarf an Pädagogen, die die beschlossene flächendeckende Umstellung auf das Abitur nach neun Jahren mit sich bringt, weder genau ermittelt noch dessen Deckung gesichert wäre.
„Die Rückkehr scheint mir übereilt, Es wäre besser, zunächst eine Bedarfsplanung umzusetzen“, sagt Grete Rhenius, Vorsitzende der Interessenvertretung der Lehrkräfte im Land (IVL-SH). Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hat zwar angekündigt, dass für die beiden ersten Jahre der Umstellung (ab Schuljahr 2019/2020) 44 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen werden. Wie viele Pädagogen in den Folgjahren gebraucht werden, ist jedoch unklar. Erst in den kommenden Wochen soll die Bedarfsermittlung abgeschlossen werden, so das Bildungsministerium auf Nachfrage. Dann ist klar, ob der Stellenbedarf gedeckt wird.
Eine Beispielrechnung: Dem Geesthachter Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) sind aktuell exakt 47,7 Vollzeitstellen zugewiesen – eine Zahl, die sich aus der Schülerzahl ergibt. Nach den bisherigen Angaben würde dem Gymnasium im Zuge der Umstellung von G8 auf G9 - die könnte im Februar nur eine Drei-Viertel-Mehrheit der Schulkonferenz noch verhindert - in den ersten zwei Jahren nach der Umstellung jeweils eine halbe Pädagogenstelle zusätzlich zustehen. Für die folgenden Schuljahre bis einschließlich 2026/27 stellt Kiel pro Schule eine weitere Viertel-Stelle bereit. Im ganzen Land summiert sich dieser Posten auf 22 Stellen. Zudem investiert das Land ab dem Schuljahr 2019/2020 in 50 zusätzliche Lehrerstellen für das Ganztagsangebot der Orientierungsstufen an Schulen, die auf G9 umsatteln.
„Es handelt sich um eine Stunde pro Klasse im Jahrgang. Die Zahl der Lehrerstellenanteile richtet sich dann nach der Zahl der in den Jahrgängen fünf bis sieben an dem jeweiligen Gymnasium existierenden Klassen“, informiert Ministeriumssprecherin Patricia Zimnik: Wenn im Schuljahr 2019/20 eine Schule im fünften und sechsten Jahrgang jeweils dreizügig ist, erhält sie insgesamt sechs zusätzliche, nicht fachgebundene Stunden für ein Ganztagsangebot: Das entspricht knapp einer Viertel-Planstelle. Dem OHG, das aktuell in den Jahrgängen fünf bis sieben jeweils vierzügig ist, würde dies zwölf zusätzliche Stunden bringen - eine halbe Planstelle. Zimnik: „Diese Stunden sollen die vor allem in den unteren Jahrgängen bestehende Lücke zwischen Unterrichtsschluss und Ganztagsangebot abfedern,“
Das Ministerium setzt darauf, dass alle Pädagogenstellen besetzt werden können - auch weil das Land stark in die Lehrerausbildung investiere, etwa 75 neue Referendarstellen schaffe. Die IVL dagegen warnt: Schon heute sei es schwierig, alle Stellen zu besetzen, und die anstehende Pensionierungswelle verschärfe die Situation. Rhenius: „Der Deutsche Beamtenbund hat gerade veröffentlicht, dass in den nächsten Jahren bundesweit circa 18 000 Lehrer zusätzlich benötigt werden.“ Eng würde es vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern: „Die Anzahl der Studierenden mit den Fächern Physik, Chemie, Informatik und auch Mathematik reicht bei weitem nicht aus, um die Stellen zu besetzen.“
Am Gymnasium Glinde ist die Stimmung entspannter. „Einen personellen Mehrbedarf wird es in den ersten Jahren nicht geben“, meint Schulleiterin Eva Kuhn. Die Anzahl der Klassen bleibe ja zunächst die gleiche. Akut werde es erst zum Schuljahr 2026/2027. Bis dahin würden viele Lehramtsabsolventen die Universitäten verlassen. Auch die Umstellung vor zehn Jahren auf G8 habe sich personell kaum bemerkbar gemacht: Es sei keine der mehr als 50 Lehrersteilen an der Schule weggefallen.

Bergedorfer Zeitung 06.01.18

Oststeinbek plant digitale Zukunft
SMART CITY Bürgerbeteiligung soll zielgenauer werden
– Rathaus will mehr Bevölkerungsgruppen erreichen

Von Susanne Tamm
Oststeinbek. „Wir sind nicht die innovativste Gemeinde, wollen aber den Anschluss nicht verpassen“, sagt Bürgermeister Jürgen Hettwer. „Denn die Entwicklung der Digitalisierung ist rasant. Experten empfehlen, die Zukunft nicht mehr in Zehn- oder Fünf-Jahres-Zyklen zu planen, sondern in Zwei-Jahres-Zyklen.“ Die Leistung der Rechner verdopple sich mittlerweile alle 18 Monate. „Heute bewegen wir uns im Terabyte-Bereich“, stellt der Verwaltungschef fest.
Das ziehe nicht nur für den Verkehr, das Versicherungs- oder das Bankwesen weitreichende Veränderungen mit sich, sondern auch für eine Gemeindeverwaltung. Es ist noch viel zu tun, bevor im Herbst die Politik entscheidet, ob Oststeinbek Modellkommune für die digitale Ansprache werden soll. Hettwer: „Wir wären dann eine Beispiel-Kommune für eine nicht touristische Gemeinde.“
Die Frage ist, wie sich eine Verwaltung verändern muss, um ihre Bürger noch zu erreichen? „Noch arbeiten wir quasi in einem geschützten Raum“, stellt der 53-Jährige fest. „Die herkömmliche Denkweise - frei nach dem Motto ‘Bürger, komm zu uns’ - ist eher eindimensional.“ Der Gemeinde bleibe nichts anderes, als diese Haltung in Sachen Bürgerbeteiligung zu ändern.
Schon heute habe Oststeinbek Schwierigkeiten, einige Bevölkerungsgruppen zu erreichen. „Das Gremium Jugendbeirat kommt trotz großer Bemühungen kaum noch zustande“, bedauert Jürgen Hettwer. „Da wir verpflichtet sind, Jugendliche und Heranwachsende zu beteiligen, müssen wir umdenken.“
Die Hauptfrage bei der Jugendbeteiligung aber sei das Medium, über das man diese Bevölkerungsgruppe ansprechen wolle. „Social Media wie facebook oder WhatsApp dürfen wir aus Datenschutzgründen nur wie eine Postkarte nutzen. Deshalb wäre auf diesem Weg eine Interaktion mit den jungen Bürgern von vornherein ausgeschlossen“, erläutert Hettwer. Genau die passgenaue digitale Ansprache aber, mit der Möglichkeit eines direkten Dialogs mit dem Bürger, sei die Zukunft.
Während in Deutschland gerade erst die Bereitschaft für mehr Online-Verkehr mit den Ämtern steigt, sind andere Länder schon weiter: In Estland oder Österreich etwa können Bürger schon heute fast alle Behördenangelegenheiten online erledigen. Rückblickend schildert Bürgermeister Jürgen Hettwer die digitale Entwicklung: Vor zehn Jahren - noch am Beginn der Digitalisierung - haben die Rathäuser begonnen, ihren Bürgern eine Homepage anzubieten. Diese muss der Bürger jedoch noch suchen. Etwa fünf Jahre später, in der zweiten Generation, kamen Blogs und Podcasts hinzu. Die dritte Generation des Social Web bildet das Heute ab. Die Zukunft wäre die vierte Generation der „Social Sphere“.
In diesem „Sozialraum“, von anderen auch „Smart City“ genannt, erhalten die Nutzer GPS-genau vor Ort automatisch die passenden Informationen, die sie persönlich interessieren. Die Daten werden auf ihr Smartphone oder ihren Tablet-Computer übertragen. Wenn es soweit ist, kann sich Oststeinbeks Verwaltung vorausschauend an seine Bürger wenden. Beispiel: Zieht eine Familie neu hinzu, erhielte sie zuerst ein digitales Willkommenspaket. Stimmen die Neubürger zu, bekommen sie passende Informationen zum richtigen Zeitpunkt, wie fristgerechte Erinnerungen nach dem Bau-Antrag für die nächsten Schritte. Aber auch eine Einladung zum Osterfeuer der Freiwilligen Feuerwehr, falls sie zuvor das Schlachtfest der FF besucht haben.
In Vorbereitung auf die digitale Zukunft ist die Gemeinde derzeit mit verschiedenen Anbietern für den Breitbandausbau auch in Wohngebieten in Gesprächen. In neue Server und die Datensicherheit investiert Oststeinbek dieses Jahr 20 000 Euro. Für die Grundschule sind es 50 000 Euro in Tablets, Software und Verkabelung. Zudem erhalten die Gemeindevertreter jeweils ein Tablet. Der Bauhof hat bereits welche erhalten, nutzt diese etwa für das Baumkataster.

Bergedorfer Zeitung 04.01.18

Wirtschaftsinitiative etabliert vierten Sonntagsverkauf
WENTORFER NEUJAHRSFEST bei Möbel Schulenburg

Wentorf (aksc/amü). Die Wirtschaftsinitiative Wentorf (WIW) hat es sich zum Ziel gesetzt, den Standort Wentorf für Bürger und Unternehmen zu stärken. Dazu sollen ein gemeinsamer werblicher Auftritt, gemeinsame Veranstaltungen und nicht zuletzt auch verkaufsoffene Sonntage mit buntem Rahmenprogramm beitragen. „Mit dem Wentorfer Neujahrsfest möchten wir in diesem Jahr eine neue Festivität etablieren“, sagt Vorstandsmitglied Frank Poillon. Premiere ist am kommenden Sonntag, 7. Januar.
Die WIW, die 50 Dienstleister und Gewerbetreibende vertritt, hat bei der Gemeinde einen vierten verkaufsoffenen Sonntag beantragt. Danach dürften Geschäfte nun von 13 bis 18 Uhr öffnen. Voraussetzung für die Genehmigung nach der seit zwei Jahren geänderten Rechtsprechung war, dass der verkaufsoffene Sonntag ein „marktähnliches Ereignis“ ist. Weiterhin seien die Frühjahrs- und Herbstmeile sowie ein Lichterfest geplant.
Die Initiative für den zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag im Jahr sei vor allem von Möbel Schulenburg ausgegangen. Auch Roller und Tejo’s SB Lagerkauf schließen sich an. Die WIW hat derzeit noch keinen Überblick, wer sich von den kleineren Geschäften beteiligt. „Das neue Fest muss sich erst noch rumsprechen unter den Geschäftsleuten“, so Poillon.
Für kleinere Geschäfte scheint sich der Aufwand nicht zu lohnen: „Wenn wir aber, wie vermutlich jetzt, die einzigen im Casinopark wären, dann öffnen wir nicht“, sagt Bettina Meyenburg von Schuh Bode, Am Casinopark 9. Bei den etablierten verkaufsoffenen Sonntagen im Frühjahr und im Herbst ist der Schuhhändler jedoch dabei. Für Wiebke Behr von Reitsport Behr, Zollstraße 22, macht es ebenfalls wenig Sinn, am Sonntag aufzuschließen: „Ab und zu sind wir dabei. Aber wir machen an diesen Tagen einfach nicht genug Umsatz.“
Zentrum des Neujahrsfestes wird somit das Möbelhaus Schulenburg, das mit einem großen Ansturm im Haus und auf der bunten Meile davor rechnet. „Ab 11 Uhr spielt die BIB-Jazzband, um 14 Uhr die Band Roadsters“, sagt Joachim Marks. Ein Eisschnitzer formt Skulpturen aus Eisblöcken. Es gibt eine Kochvorführung in der Küchenabteilung, Handtücher werden vor Ort mit Namen oder Widmung verziert, zudem werden ein Glücksrad und vieles mehr geboten. Auf die jüngsten Gäste wartet wieder das Kinderschminken. Auch ein Zauberer wird da sein. Los geht’s um 11 Uhr, der Verkauf startet um 13 Uhr.

Glinder Zeitung / Sachsenwald 26.12.17

Schüler der Offenen Ganztagsschule verschenken Freude
„Wichteln" als Projekt

Wentorf (pt) - Der Wichtel ist eine nordische Sagengestalt, die heimlich Gutes tut. Daran angelehnt ist das Wichteln, ein meist vorweihnachtlicher Brauch, bei dem durch eine mehr oder weniger zufällige Auswahl Menschen andere Menschen beschenken.
Oft leben sowohl Institutionen als auch Personen nebeneinander her und wissen nichts voneinander und können deshalb auch oft nichts füreinander tun. Schenken heißt, aneinander denken, sagten sich die Schülerinnen und Schüler der Offenen Ganztagsschule (OGS) in der Gemeinschaftsschule und wollten gerne Menschen in Wentorf zeigen, dass an sie gedacht wird. Im Rahmen des offenen Betreuungsangebotes stellten sie kleine Geschenke her. Es entstanden unter anderem hübsch gestaltete Tannenbäume mit kleinen Gedichten, dekorative Holzarbeiten, liebevoll verzierte Weihnachtskugeln und leckere selbst gebackene Kekse.
Am Mittwoch vor Weihnachten machten sich einige OGS- Schüler gemeinsam mit Betreuern auf den Weg zum Burgberg ins Eva-von-Thiele-Winkler- Pflegeheim. Sie überreichten den Bewohnern die Geschenke und wurden plötzlich selbst zu Beschenkten, denn die Freude war groß. Am Ende stand für alle Beteiligten fest: Das Wichteln in Wentorf wird auf alle Fälle auch in Zukunft einen ganz festen Platz im Dezember- Alltag in der OGS haben.

Bergedorfer Zeitung 21.12.17

Zwei Kommunen teilen sich eine VHS
REINBEK UND WENTORF kooperieren in Sachen Fortbildung
- Interessen der Bürger sind breit gefächert

Von Katrin Bluhm
Reinbek. Zufrieden geht Simon Bauer (39) in die Weihnachtspause. Seit Juni leitet er die Volkshochschule (VHS) Sachsenwald und freut sich, dass es in Sachen Kooperation der VHS mit der Nachbargemeinde Wentorf einen Durchbruch gibt. Die Bürgermeister von Reinbek und Wentorf, Björn Warmer und Dirk Petersen, haben jetzt einen unbefristeten Vertrag unterschrieben, der die künftige Zusammenarbeit regelt. Der alte Vertrag war 2016 ausgelaufen.
Vorausgegangen waren der Einigung zähe Verhandlungen um den Zuschuss, den Wentorf an die Stadt zahlt. Denn aus Reinbeker Sicht war der bisherige Zuschuss gemessen an der Gesamthörerschaft zu niedrig. Etwa 13 Prozent der Hörer stammen aus der Nachbargemeinde. Bei einem Zuschussbedarf von rund 300 000 Euro pro Jahr lagen die Wentorfer mit 18 726 Euro unter ihrem Nutzungsanteil. Und auch diese Summe stand aufgrund der schwierigen Haushaltssituation vor einem Jahr zur Disposition.
22 000 Euro lässt sich Wentorf das Angebot in der Erwachsenenbildung nun kosten. 20 bis 30 Kurse werden direkt in Wentorf angeboten, beispielsweise im Rathaus oder der Alten Schule. Erfahrungsgemäß nehmen gut 750 Wentorfer teil. In der Gemeindevertretung kam das Angebot, das Simon Bauer dort vorgestellt hat, gut an, bekräftigt Bürgermeister Dirk Petersen.
Für den Erziehungswissenschaftler Simon Bauer ist die Aufgabe nicht neu und dennoch eine Herausforderung. Er hat in Siegburg die VHS geleitet, die allerdings als Zweckverband organisiert war. „Es ist eine Umstellung. Dort hatte ich 25 Mitarbeiter. Hier sind wir Teil der Stadtverwaltung mit gut 200 Mitarbeitern“, sagt der gebürtige Karlsruher, der während des Studiums in Flensburg sein Herz an Norddeutschland verloren hat.
Zu seinen Zielen sagt er: „Die Bürger sollen bei uns eine gute Zeit haben und etwas lernen können.“ Der Abschied vom Frontalunterricht sei vollzogen: „Gruppen- und Partnerarbeit zum Beispiel im Sprachunterricht sind gefragt. Wir begleiten die Kursleiter, beraten sie wie die Interessenten, damit jeder das findet und erreicht, was er möchte.“
Die verschiedenen Bedürfnisse zu erfüllen, sei eine Herausforderung für die VHS. Der Anspruch sei komplexer als vor 15 Jahren. Als Beispiel nennt er einen Goldschmiedekursus. Während der eine Teilnehmer sich nur entspannen möchte, wünscht sich ein anderer eine Menge Informationen - vom Abbau des Erzes bis zu den Arbeitsbedingungen der Minenarbeiten. Die Gesellschaft wandele sich, die VHS müsse am Ball bleiben. „Die VHS ist dabei wie eine Volkspartei. Es bröckelt. Die Kunden oder Wähler sind nicht mehr so zuverlässig. Die Interessen sind breiter gefächert“, sagt Bauer. „Wir müssen Bewährtes pflegen und Neues generieren.“
Zwei zentrale Themen: Digitalisierung und Integration
Besonders falle der Wandel im EDV-Bereich auf. „Vor fünf Jahren gab es so gut wie keine Smartphones. Heute unterrichten wir ganz nah am Gerät. Excel läuft immer. Aber ob wir uns mit VR-Brillen und 3D- Druckern befassen, wird man sehen“, sagt er. Ziel sei es, in den Kursen dicht am Zeitgeschehen zu sein. „Das beobachten wir genau.“
Die Zukunft der Volkshochschulen sieht Simon Bauer in zwei großen Themen, der Integration und der Digitalisierung: „Wir sind Integrationskursus-Träger gemeinsam mit der VHS Bad Oldesloe. Das ist eine wichtige Arbeit. Mit den Flüchtlingen wächst die Nachfrage, und wir stehen vor einer großen Neukundengruppe. Es gilt, Brücken zu bauen und zu verhindern, dass Gräben entstehen.“
Im Bereich der Digitalisierung sieht Bauer die Aufgabe der VHS darin, den Teilnehmern Kompetenz im Umgang mit den neuen Medien und dem Datenschutz zu vermitteln. „Es hieß auch einst, die Buchdruckkunst sei Hexerei, und nun? Facebook und Twitter sind kein Teufelszeug. Es geht um den Umgang damit.“ Außerdem könne die Digitalisierung dazu dienen, Lerninhalte mit Beamern und WLAN besser zugänglich zu machen. So könnten die Teilnehmer zwischen den Kursen besser Kontakt halten, vielleicht über Chatgruppen. Insgesamt rechnet er zudem mit mehr Interesse an gesellschaftlichen Themen. „Die Spezialisierung wird voranschreiten, und es wird sicherlich kleinere Kursangebote geben müssen.“
Privat ist Simon Bauer ein „begeisterter Vater“. Eigentlich hatte er 2017 in Elternzeit sein wollen. „Doch dann kam das tolle Angebot in Reinbek dazwischen. Dankenswerterweise hatte meine Partnerin Verständnis.“ Wenn Familie und Job unter einen Hut gebracht sind, soll es auch wieder den Sportler Simon Bauer geben. Früher waren Judo, Laufen und Boxen beim ihm hoch im Kurs.

Bergedorfer Zeitung 20.12.17

Straßenbaubeiträge abgeschafft
SATZUNG Oststeinbek leistet sich Verzicht

Oststeinbek (st). Die Gemeinde verzichtet auf das Geld ihrer Bürger: Mehrheitlich haben die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, die Straßenausbaubeitragssatzung ist aufgehoben, sobald dies gesetzlich möglich ist. „Wir möchten gern, sobald wie möglich, die automatische Wirkung haben“, sagte Hans- Joachim Vorbeck, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Der Landtag habe dem Gesetz, das es den Kommunen freistellt, ob sie Straßenbaubeiträge erheben, bereits zugestimmt. Am 25. Januar 2018 werde das Gesetz veröffentlicht, einen Tag später trete es in Kraft.
Bürgervorsteher Hendrick Maier (CDU) erläuterte: „Die Einnahmequelle der Gemeinde bleiben letztlich die Bürger.“ Hintergrund: Bisher sind die Kommunen in Schleswig-Holstein bei einem erneuten Ausbau einer Straße gesetzlich verpflichtet, die Anwohner zu beteiligen. Dabei kommen leicht vierstellige oder noch höhere Summen zustande. Der andere Anteil wird über Steuereinnahmen finanziert.
Die SPD schaltete in den Wahlkampfmodus. „Das klingt gut, ist aber keine Lösung des Problems. Das ist Bürgerverarschung“, kritisierte Christian Höft die Landes-CDU und kündigte an, dass sich seine SPD enthalten werde: „Obwohl wir weiß Gott keine Fans der Straßenbaubeiträge sind.“ Der Oststeinbeker CDU-Fraktion hielt er vor, dass sie 1:1 umsetze, was die Landes-CDU nicht hinbekomme: „Wo wir die 9 Millionen Euro herbekommen sollen, das gehört in den Antrag mit hinein.“
Mit Wahlkampf habe das nichts zu tun, sagte Vorbeck. „Mit der alten SPD-Landesregierung hätten wir unsere Bürger belasten und einen Wahnsinns-Verwaltungsaufwand betreiben müssen. Die Aufhebung ist der richtige Weg.“
Die 9 Millionen Euro entsprechen einer Prioritätenliste, die Oststeinbek in Auftrag gegeben habe, erläuterte Bürgermeister Jürgen Hettwer und sagte den Politikern: „Aber was gemacht wird, entscheiden Sie.“ Jürgen Verwiebe (FDP) schlug vor: „Wir haben seit 25 Jahren keine Grundsanierung in Auftrag gegeben. Wir sollten darüber nachdenken, dafür jedes Jahr 500 000 Euro zurückzulegen.“
Ein SPD-Antrag, eine Resolution zu verabschieden, damit Kiel die Beiträge der Bürger übernehmen soll, wurde mehrheitlich abgelehnt.

Glinder Zeitung / Sachsenwald 19.12.17

Einstimmigkeit in der Gemeindevertretung Wentorf
Steuern bleiben stabil

Wentorf (sr) - Einstimmig fiel der Beschluss der Gemeindevertretung über die Hebesätze für die Gewerbe- und Grundsteuern für das Haushaltsjahr 2018 aus. Die Höhe der Hebesätze wird sich im kommenden Jahr im Vergleich zum laufenden Jahr nicht verändern: Für die Grundsteuer A und B bleibt der Satz bei 450 Prozent, der Hebesatz für die Gewerbesteuer beläuft sich auf 390 Prozent.
Ebenfalls einstimmig fiel der Beschluss aus, knapp 62.000 Euro überplanmäßig für die Kreisumlage zur Verfügung zu stellen. Sie war mit 5,1 Millionen Euro festgesetzt worden, im Haushalt waren jedoch nur 4,9 Millionen vorgesehen. Knapp 135.000 Euro konnten durch Umschichtung gedeckt werden.
Um politischen Nachwuchs brauchen sich die Wentorfer keine Sorgen zu machen: In der Sitzung wurde der neue Kinder- und Jugendbeirat im Amt bestätigt. Zur konstituierenden Sitzung hat Bürgermeister Dirk Petersen sein Kommen zugesagt. Begleitet werden die Jugendlichen vom Gemeindejugendpfleger Mario Kramer. „Ich freue mich, dass sich erneut ein Kinder- und Jugendbeirat gefunden hat“, so Bürgermeister Petersen, „so lernen die Jugendlichen, wie Demokratie funktioniert.“
Petersen wies in seinem Bericht auf die positive Entwicklung an der Offenen Ganztagsschule (OGS) hin. Durch eine Satzungsänderung können die Eltern jetzt Angebote flexibler annehmen. Außerdem gab es eine Auszeichnung für die Schulmensa durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.
Bürgervorsteher Andreas Hein nutzte die Sitzung, um den Gemeindevertreter Wolfgang Warmer für sein Engagement in der Kommunalpolitik auszuzeichnen. Warmer war vor kurzem zusammen mit 34 weiteren Bürgern aus Schleswig-Holstein die Freiherr-vom-Stein-Verdienstnadel durch den schleswig-holsteinischen Innenminister Hans-Joachim Grote verliehen worden. Das Land vergibt diese Auszeichnung an Bürgerinnen und Bürger, die sich in bemerkenswerter Weise um die Kommunalpolitik verdient gemacht haben.
Der 72-Jährige Wolfgang Warmer (SPD) ist ein Urgestein der Wentorfer Kommunalpolitik. „Ich bin seit 41 Jahren aktiv dabei“, erklärt Warmer, der im kommenden Jahr bei der Kommunalwahl nicht erneut antreten möchte. Die Liste seiner bisherigen Ämter und Aufgaben ist lang, denn er hat in mehr als vier Jahrzehnten fast alle Positionen innegehabt, vom Posten des stellvertretenden Bürgermeisters bis zur aktuellen Aufgabe als Vorsitzender des Finanzausschusses. Bis 2012 war Wolfgang Warmer 15 Jahre lang im Kreistag aktiv und hatte dort den Fraktionsvorsitz seiner Partei inne.

Bergedorfer Zeitung 19.12.17

Anwohner: „Schafft die Beiträge ab!"
STRASSENBAU Interessengemeinschaft sammelt Unterschriften gegen Kosten

Von Gerrit Pfennig
Geesthacht. Der Widerstand gegen die Straßenausbaubeiträge in Geesthacht wächst. Unter dem Titel „Die Straßengemeinschaft“ haben sich inzwischen Anwohner der Straßen Finkenweg, Am Spakenberg und Nelkenstraße zusammengefunden. Sie fordern die komplette Abschaffung der Beiträge in der Elbestadt.
Bernhard Wächter, der zu den Initiatoren vom Finkenweg gehört, orientiert sich an einer aktuellen Kampagne aus Bayern, wo sich die Freien Wähler ebenfalls gegen die Erhebung der Straßenausbaubeiträge wehren und ein Volksbegehren in die Wege leiten wollen. „Die Bayern machen es vor, wie es gehen kann“, sagt Wächter. Wie im Freistaat haben die Geesthachter sich Schilder mit der Aufschrift „Rote Karte für die Strabs!“ drucken lassen. Eine Unterschriftenliste liegt bei der Bäckerei Sievert am Hohenkamp aus, weitere Ladeninhaber will die „Straßengemeinschaft“ noch ansprechen. „Für den März, und damit noch vor der Wahl, haben wir bereits einen Stand in der Fußgängerzone angemeldet“, so Wächter.
In Schleswig-Holstein hat sich die Lage seit Donnerstagabend leicht verändert. So hat der Landtag in Kiel beschlossen, dass die Kommunen künftig nicht mehr gezwungen sind, Straßenausbaubeiträge von Anliegern zu erheben. Sämtliche Parteien im Parlament votierten für die Abschaffung der Pflicht. Nur die SPD, die die Einführung der Pflicht in der Küstenkoalition mit Grünen und SSW beschlossen hatte, enthielt sich.
In Geesthacht gilt die Beitragspflicht, allerdings hatte die Ratsversammlung beschlossen, dass Anlieger 20 statt zehn Jahre Zeit haben, um die Beiträge in Raten abzubezahlen. Bürgermeister Olaf Schulze (SPD) kritisiert, dass das Land den schwarzen Peter den Kommunen zuschiebe, ohne finanzielle Ausgleichsmittel zur Verfügung zu stellen. Geesthacht plant seinen Haushalt mit einem Defizit von 9,4 Millionen Euro. Eine erneute Satzungsänderung plane die Verwaltung nicht, so Schulze.
„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, ist dagegen Gitta Fischer (Nelkenstraße) überzeugt. „Unsere Straße ist als reine Anliegerstraße eingestuft, obwohl bei uns der ganze Anlieferverkehr für die Innenstadt durchfährt.“ Das mache sich an Schäden im Unterbau der Straße bemerkbar, und es sei nicht einzusehen, dass die Anlieger hierfür 70 Prozent der Kosten tragen sollen. „Es wäre viel gerechter, einen kleinen Betrag für alle auf die Grundsteuer aufzuschlagen“, sagt Fischer.
Die „Straßengemeinschaft“ wolle Geesthachts Politik und Bevölkerung wachrütteln. Bernhard Wächter verweist auf Städte wie Neumünster oder Hamburg. Die Hansestadt hatte die Abschaffung der Ausbaubeiträge 2016 beschlossen und erhebt nur noch Erschließungsbeiträge für Neubauprojekte. Die Initiative ist per E-Mail an bernhardwachter@alice-dsl.de erreichbar.

Der Reinbeker 18.12.17

Über 40-jähriges ehrenamtliches Engagement
Blumen für Wolfgang Warmer

Wentorf - Bevor sie sich zum Klönschnack beim traditionellen Glühwein-Umtrunk im Anschluss an ihre Dezember-Sitzung im Rathaus zusammenfanden, beschlossen Wentorfs Gemeindevertreter unter anderem den Abschluss eines Kooperationsvertrages mit der Volkshochschule, die Beibehaltung der Grund- und Gewerbesteuer- Hebesätze und die Bereitstellung überplanmäßiger Haushaltsmittel in Höhe von 60.000 Euro für die Kreisumlage 2017.
Außerdem gab es in dieser Sitzung einen etwas anderen Bericht des Bürgervorstehers: Andreas Hein überreichte Wolfgang Warmer (SPD) einen Blumenstrauß. Der Gemeindevertreter war für seinen über vierzigjährigen, vielfältigen ehrenamtlichen Einsatz vom Land Schleswig-Holstein mit der »Freiherr-vom-Stein-Medaille« ausgezeichnet worden (DER REINBEKER berichtete). »Während deiner kommunalpolitischen Tätigkeit hattest du wesentlichen Anteil an der Erweiterung und Gestaltung des ehemaligen Konversionsgebietes. Aufgrund deiner hohen inneren Verpflichtung gegenüber sozialen Belangen hast du durch deine Arbeit im Bürgerausschuss entscheidend unter anderem auch bei der Einführung der Offenen Ganztagsschule mitgewirkt«, ließ Andreas Hein einen Teil von Warmers Einsatz Revue passieren. Wegen seiner uneigennützigen Bereitschaft, sich für das Allgemeinwohl einzubringen, habe er nachhaltig Akzente gesetzt, dabei aber nie den Blick für das Wohl der Bürger aus dem Auge verloren. »Wolfgang, du warst und bist kein leichter Verhandlungspartner. Eine einmal gegebene Zusage hatte aber immer Bestand. Du stehst zu deinem Wort. Eine Tugend, die ich so manches Mal in der Politik, egal welcher Couleur, vermisse«, schloss Hein seine Rede.
Christa Möller

Der Reinbeker 18.12.17

Neuer Kinder- und Jugendbeirat in Wentorf
Die konstituierende Sitzung ist am Montag, 18. Dezember, im Rathaus

Wentorf - Wentorf hat einen neuen Kinder- und Jugendbeirat. Die ursprünglich für Ende November geplante Wahl musste entfallen, weil es elf Plätze gibt, um die sich genau elf Kandidaten beworben hatten. Einige ihrer Beweggründe: »Ich finde es interessant, mich in der Politik beteiligen zu können.« »Ich möchte gern etwas für Wentorf tun.« »Ich möchte gern mal wissen, wie das alles funktioniert, mal ein bisschen hinter die Kulissen gucken, neue Erfahrungen machen«...
Jetzt wurden Mia-Marie Weseloh, Nikolai Überhoff, Davin Erb, Lars Haacker, Pascal Hamann, Bernhard und Karolin Kinzl, Pascal Hamann, Kimberley Kunz und Michael Schwank sowie Henrik Paul Petersen von der Gemeindevertretung im Amt bestätigt.
Die Bürgerausschussvorsitzende Kristin Thode appellierte an die Gruppe: »Wir freuen uns, euch dann auch mal in den Ausschüssen zu sehen.« Bürgervorsteher Andreas Hein wünschte dem Beirat »viel Kraft und Tatendrang - es kommt viel Arbeit auf euch zu.«
Am Montag, 18. Dezember 2017, 17 Uhr, treffen sich die Beiratsmitglieder - sie sind zwischen 13 und 17 Jahre alt - im Rathaus zur konstituierenden Sitzung.
Zuvor hatten die Jugendlichen gemeinsam mit Gemeindejugendpfleger Mario Kramer bereits eine zweitägige Veranstaltung des Kreisjugendringes unter dem Motto »Demokratie leben« in Ratzeburg besucht. Und Anfang Februar werden sie an einer jugendpolitischen Fahrt nach Berlin teilnehmen, wo unter anderem Besuche von Bundestag, Bundesrat und politisch relevanten Orten geplant sind.
Christa Möller

Der Reinbeker 18.12.17

Kosten sparen, aber nicht verkaufen
Gemeinde wird Spielplätze stilllegen

Wentorf - 21 Spielplätze gibt es in der Gemeinde - noch. Denn auf Antrag der UWW-Fraktion befassten sich Wentorfs Politiker bereits mehrfach mit der Frage nach der Auflösung wenig frequentierter Plätze. Diese sollen zukünftig nicht mehr als Spielplätze ausgewiesen werden, womit der Betriebshof entlastet würde. Kosten für Pflege und Begutachtung von Spielgeräten würden reduziert werden - wobei die Spielgeräte möglicherweise andernorts wieder aufgestellt werden könnten.
Die Gemeindeverwaltung startete daraufhin eine Umfrage unter den Eltern, um zu klären, welche Standorte sie für ihr Kind bevorzugen. Davon ausgenommen waren die Spielplätze im Neubaugebiet Langer Asper. Das Ergebnis: Die am wenigsten frequentierten Spielplätze befinden sich Am Gehölz, an der Hansestraße, am Hoffredder, an der Schanze und am Wischoff 28.
In der Dezember-Sitzung des Liegenschaftsausschusses betonte Axel Bonn, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der UWW, dass das oberste Ziel nicht der Verkauf der Flächen, sondern die Entlastung des Betriebshofes sei. Torsten Dreyer (BÜNDNIS 90/DiE GRÜNEN) schlug vor, die wenig frequentierten Spielplätze stillzulegen, in dem die Spielplatzschilder und die Geräte abgebaut werden. Dadurch könnten die Flächen bei Bedarf wieder als Spielplätze fungieren. Die Ausschussmitglieder einigten sich diesbezüglich auf die obigen Spielplätze, wobei der Betriebshof allerdings vorab prüfen soll, ob durch die Stilllegung tatsächlich jeweils eine moderate Entlastung eintritt. Hintergrund: Es soll vermieden werden, dass pflegeleichte Spielplätze, die keine oder nur eine geringe Entlastung bringen, stillgelegt werden. Bürgermeister Dirk Petersen stellte bezüglich eventueller zukünftiger Nutzung der Flächen klar: »Veräußert wird nichts.«
Christa Möller

Der Reinbeker 18.12.17

Wentorf eine »Fairtrade Town«?
Politik stimmt mehrheitlich dagegen -
für Bürgermeister Dirk Petersen ist es eine Herzensangelegenheit

Wentorf - Das überraschte den Bürgermeister: Nur die GRÜNEN stimmten im Hauptausschuss für die Teilnahme an der Fairtrade-Towns Kampage. Die SPD enthielt sich und CDU, UWW und FDP stimmten gegen das Projekt.
Hintergrund: Die Vereinten Nationen hatten vor zwei Jahren die »Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung« beschlossen und so die Grundlage geschaffen, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Insbesondere durch die kommunale Beteiligung und Verantwortung sollen die 17 Entwicklungsziele mit Leben gefüllt werden. »Mit der Agenda drückt die internationale Staatengemeinschaft ihre Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen«, erläutert Bürgermeister Petersen, der betont, dass der faire Handel eines der Ziele mit besonderem Symbolgehalt sei. Er plädiert unter anderem dafür, bei Gemeindeveranstaltungen fair gehandelte Produkte zu verwenden.
Im Rahmen der Fairtrade-Towns Kampagne könnten Städte und Gemeinden einen kommunalen Beitrag zur Erreichung dieser Zielsetzungen leisten und dabei gleichzeitig im Zusammenwirken von haupt- und ehrenamtlicher Verwaltung mit verschiedenen Akteuren wie Schulen, Kirchen und Vereinen eine Stärkung der kommunalen Gemeinschaft erreichen.
Für die Erlangung des im Rahmen der Fairtrade-Towns Kampagne verliehenen Titels einer Fairtrade-Town ist jedoch unter anderem ein Beschluss der Gemeindevertretung erforderlich, ebenso wie die Bildung einer Arbeitsgruppe mit mindestens einem Vertreter aus Gemeindeverwaltung (das wollte Bürgermeister Petersen übernehmen) beziehungsweise Politik, Wirtschaft und der im Bereich der Eine-Welt-Thematik engagierten Zivilgesellschaft. In Wentorf müssten des Weiteren mindestens vier Geschäfte und ein Gastronomiebetrieb Fairtrade-Produkte verwenden, ebenso wie wenigstens eine Schule, ein Verein und eine Kirchengemeinde. Schließlich wäre Öffentlichkeitsarbeit erforderlich.
Die Hauptausschussmitglieder lehnten diesen Antrag zwar mehrheitlich ab, ungeachtet dessen stand das Thema jedoch auch auf der Tagesordnung in der Gemeindevertretung, denn die war schon vor der Sitzung erstellt worden. Dass dort jedoch über einen Antrag, der im Hauptausschuss abgelehnt worden war, noch beraten werden sollte, missfiel nicht nur der CDU-Fraktion, die dafür plädierte, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen.
Mit Unterstützung der UWW und der FDP setzte sie sich durch, die SPD-Mitglieder enthielten sich, nur BÜNDNIS 90/DiE GRÜNEN stimmten dagegen. Parteikollege Torsten Dreyer stellte im Anschluss fest, dass für die Erweiterung der Tagesordnung eine Zwei- Drittel-Mehrheit der Mitglieder vonnöten sei und fragte, ob das für die Streichung eines Tagesordnungspunktes nicht ebenfalls gelte, was während der Sitzung jedoch nicht beantwortet werden konnte. Die Verwaltung wird das Thema prüfen und später im Sitzungsprotokoll beantworten. Für Bürgermeister Dirk Petersen ist die Teilnahme an der Fairtrade-Towns Kampagne eine Herzensangelegenheit, er wolle seine Gemeinde voran bringen, wie er sagte, und bedauere, dass es in der Gemeindevertretung nicht zur Diskussion der Fraktionen darüber gekommen sei.
Christa Möller

Der Reinbeker 18.12.17

Landesregierung hat Gesetz in der »Pipeline«:
Sind Straßenausbau-Beiträge bald Geschichte?
Schon jetzt loten Politiker aus, wie sie Grundstückseigentümer entlasten können

Reinbek - Ging es um Straßensanierungen, fielen Grundstückseigentümer bisher regelmäßig aus allen Wolken. Anwohner der Rosenstraße und dem Cronsberg können sich sicher noch an die heftigen Diskussionen erinnern, die mit den Ausbesserungsarbeiten dieser Straßen verbunden waren. Denn seit 2012 ist im schleswig-holsteinischen Kommunalabgabegesetz festgeschrieben, dass Städte und Gemeinden »ihre« Grundstückseigentümer an der Sanierung maroder Straßen finanziell beteiligen müssen.
Das könnte sich schon bald ändern. Die Landesregierung diskutiert zurzeit über ein Gesetz, das es den Kommunen freistellen soll, ob sie diese Straßenausbaubeiträge erheben oder nicht. Streitig ist insbesondere noch die Finanzierung: Springt das Land bei finanziellen Engpässen durch Straßensanierungen der Kommunen ein? Bis zum Frühjahr 2018 wollen die Koalitionsparteien eine Lösung gefunden haben.
Im Hauptausschuss wollten die GRÜNEN und die FDP schon einmal vorpreschen. Sie hatten Anträge im Gepäck, die die Verwaltung zur Prüfung und Offenlegung verschiedener Optionen für Reinbek aufforderten. Dabei stellte sich heraus, dass die GRÜNEN das Modell der »Wiederkehrenden Beiträge« (jeder Grundstückseigentümer zahlt, etwa jährlich, generell für die Straßensanierung und nicht nur die Anlieger im Einzelfall) attraktiv finden, während die FDP zur ersatzlosen Streichung dieser Beiträge tendiert. Nach einer kurzen Diskussion einigten sich die Lokalpolitiker jedoch auf einen Antrag der CDU: Demnach soll die Verwaltung erst einmal das Inkrafttreten des neuen Landesgesetzes abwarten und dann alle Möglichkeiten der künftigen Finanzierung von Straßensanierungen aufzeigen. Dazu Volker Müller (SPD): »Wir sollten uns nicht voreilig Modelle überlegen, das Land hat erst einmal zu liefern.« Und auch der parteiunabhängige Jurist Klaus-Peter Puls argumentierte: »Wir wissen über den Gesetzentwurf doch nichts. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre das eine unsinnige Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Verwaltung.« Auch Bürgermeister Björn Warmer meinte, dass es niemandem »weh« täte, wenn man bis zum Frühjahr 2018 abwarte.
Kerstin Völling

Der Reinbeker 18.12.17

Wentorf feiert Tag des Ehrenamts und ehrt Wahlhelfer

Wentorf - Seit dem Jahr 1986 findet am 5. Dezember der Internationale Tag des Ehrenamtes statt, an dem das ehrenamtliche Engagement anerkannt und gefördert werden soll. Der Tag wurde 1985 von den Vereinten Nationen (UN) beschlossen und fand 1986 erstmals international statt.
Die Gemeinde Wentorf nutzte den Tag des Ehrenamts, um mit einer Feierstunde im Rathaus acht besonders engagierten Wahlhelfern für ihren Einsatz zu danken.
In diesem Jahr fanden sowohl die Landtags- wie auch die Bundestagswahl statt, am 6. Mai 2018 steht die Kommunalwahl an. Viel Arbeit für die Wahlhelfer, ohne die Wahlen als wichtiger Baustein der parlamentarischen Demokratie gar nicht durchführbar wäre, wie Bürgervorsteher Andreas Hein in seiner kurzen Ansprache betonte. »Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hat die heutige Ehrung der Wahlhelfer bei Europa- und Bundestagswahlen ausgeschrieben und ich danke Ihnen, dass Sie aus unterschiedlichen Beweggründen als Wahlhelfer zur Verfügung stehen.«
In den zwölf Wentorfer Wahllokalen kommen in zwei Schichten von 8 bis 18 Uhr, bei Europawahlen sogar bis 21 Uhr, knapp 100 ehrenamtliche Helfer zum Einsatz. Sie kontrollieren die Wahlberechtigung, den ordnungsgemäßen Wahlgang in der Wahlkabine und den korrekten Einwurf in die Wahlurne. Nach Schließung der Wahllokale werden die Stimmzettel sorgfältig ausgezählt, so dass nach rund zwei Stunden das Ergebnis im Wahllokal feststeht. »Sie vollenden mit der Stimmauszählung, diesem fundamentalen Puzzleteil, unsere Demokratie. Wir hoffen, dass Sie für weitere Einsätze bei den kommenden Wahlen zur Verfügung stehen. Aber wir setzen auch darauf, dass Ihre Einsatzbereitschaft Vorbild für andere, vor allem jüngere Bürger, ist, die den Wahlgang einmal aus nächster Nähe als Wahlhelfer mit erleben möchten«,
Zusammen mit Bürgermeister Dirk Petersen überreichte der Bürgervorsteher den Wahlhelfern mit den meisten Einsätzen Ehrennadel, Urkunde und einen Blumenstrauß. Hans-Walter Oltmann war neun Mal dabei, Ute Brügge bei acht Wahlen in Bund und Europa. Jeweils sechs Mal waren Hannelore Borcholte, Maike Worch, Andreas Vittalowitsch, Florian Werner und die bei der Ehrung leider verhinderte Melanie Bernhard Wahlhelfer.
»Es macht einfach Spaß, bei den Wahlen live dabei zu sein, im Wahllokal alte Bekannte wieder zu treffen oder neue Bekanntschaften mit den anderen Wahlhelfern zu schließen«, erklärt Ute Brügge ihre Begeisterung für den Einsatz am Wahlsonntag. »Meine Mutter war auch Wahlhelferin und hat mich mitgenommen, als ich 18 Jahre alt war.«
Seitdem war sie bei vielen Wahlen dabei, hat nur eine kurze Pause aus familiären Gründen eingelegt. »In Erinnerung ist mir eine Wahl geblieben, bei der auch über die Rechtschreibreform abgestimmt wurde. Dieser Wahlvorgang hat sehr lange gedauert und vor den Wahllokalen standen die Wähler Schlange.«
Susanne Nowacki

Bergedorfer Zeitung 15.12.17

Straßenausbau-Beiträge nun Sache der Kommunen
ZWANGSVORGABE des Landes ist gefallen
– Handwerk warnt vor Wettbewerb der Städte und Gemeinden

Kiel (Ino). Die Kommunen in Schleswig-Holstein müssen Anwohner künftig nicht mehr zwangsläufig an den Kosten für den Ausbau von Straßen beteiligen. Der Landtag beschloss am Donnerstag in Kiel ohne Gegenstimmen ein entsprechendes Gesetz der Jamaika-Koalition zur Änderung der Gemeindeordnung - nur die SPD enthielt sich. Künftig ist es den Kommunen freigestellt, ob sie Straßenausbau-Beiträge erheben oder nicht. Diese Freiheit hatte die frühere Landesregierung von SPD, Grünen und SSW 2012 gestrichen.
CDU-Fraktionschef Tobias Koch sagte, diese Beiträge - oft im fünfstelligen Bereich und in einem Fall im Kreis Plön sogar von 189 000 Euro - sorgten wie kaum ein anderes Thema für Verdruss bei den Menschen. Daher schaffe die Jamaika-Koalition diese Vorgabe wieder ab. Die Kommunen könnten etwa durch eine Grundsteuer- oder Gewerbesteuer-Erhöhung Einnahmeausfalle ausgleichen.
Nach Ansicht der oppositionellen SPD sollten Straßenausbau-Beiträge komplett abgeschafft werden - auch um einheitliche Verhältnisse im Land zu bewahren, sagte die SPD-Abgeordnete Beate Raudies. Das Land sollte dafür im Gegenzug den Kommunen die Mindereinnahmen von etwa 40 Millionen Euro ersetzen.
Das Handwerk im Norden warnte vor einem schädlichen Standortwettbewerb durch die Wahlfreiheit der Kommunen bei der Erhebung von Straßenausbau-Beiträgen. Notwendig sei, dass der Staat den Straßenausbau als ureigene Kernaufgabe voll bezahle. Das Land solle einen gerechten kommunalen Finanzausgleich schaffen.
Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) machte den Kommunen mit Hoffnung auf mehr Geld vom Land: „Im Rahmen der Neuordnung des kommunalen Finanzausgleichs (FAG) sollen die Kommunen in die Lage versetzt werden, ihrer Verpflichtung zum Ausbau kommunaler Straßen nachzukommen - und sie können sich darauf verlassen, dass diese Landesregierung sie fair und gerecht behandelt.“

Bergedorfer Zeitung 15.12.17

Klimaschutz hat im Rathaus jetzt Priorität
KIRSTIN BOLTZ ist die erste Klimaschutzmanagerin der Stadt

Von Marcus Jürgensen
Schwarzenbek. „Es ist noch ein langer Weg“, seufzt Kirstin Boltz mit Blick auf die in Portionsdosen aus Plastik und Alu verpackte Kaffeesahne im Magistratssaal des Schwarzenbeker Rathauses. Statt um ressourcenschonenden Einkauf soll sich die 42-jährige Bergedorferin jedoch zunächst einmal um die Energiebilanz der städtischen Gebäude kümmern: Boltz ist die erste Klimaschutzmanagerin der Europastadt.
Doch auch bis zur Schaffung ihrer Stelle, die in den nächsten drei Jahren zu 90 Prozent aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundes getragen wird, war es ein weiter Weg: Bereits 2012 wollte die Deutsche Energieagentur (Dena) der Stadt als Musterkommune so eine Stelle finanzieren, doch die Stadtverordneten lehnten den Vertrag ab, weil die Dena unter anderem auch vom Energiekonzern E.on finanziert wird. Nachdem anlässlich des Neubaus des Blockheizkraftwerks (BHKW) an der Berliner Straße bereits ein Teilkonzept erstellt wurde, beschlossen die Stadtverordneten im Jahr 2014, ein Klimaschutzkonzept für die gesamte Stadt erarbeiten zu lassen. Das Konzept ist die Voraussetzung, um für Investitionen in diesem Bereich Zuschüsse einwerben zu können.
2016 wurde es vorgestellt. Die ehrgeizigen Ziele: Bis zum Jahr 2030 soll der Kohlendioxidausstoß um 33 Prozent, der Stromverbrauch um 20 Prozent gesenkt werden. Allerdings wird dazu die Mithilfe der Bürger und der Wirtschaft benötigt, denn nur ein Prozent des Gesamtenergieverbrauchs entfallt auf städtische Gebäude, 29 Prozent hingegen auf die privaten Haushalte, 30 Prozent auf den Verkehr und 40 Prozent auf die Wirtschaft.
Als erste Aufgabe wird sich Boltz dennoch die städtischen Gebäude und Eigenbetriebe vornehmen und auf ihre Optimierungspotenziale überprüfen. Außerdem soll sie ein Fahrradkonzept erarbeiten. Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig: „Mich haben schon viele Bürger auf die Aktion Stadtradeln angesprochen. Schauen wir mal, ob wir schon 2018 mit dabei sind.“ Aber auch private Hausbesitzer können sich von Boltz beraten lassen - unter (0 4151) 881148 können sie einen Termin vereinbaren.
Boltz hatte zunächst Chemielaborantin gelernt, dann Umwelttechnik studiert. In Reinfeld bei Lübeck begleitete sie in den vergangenen zwei Jahren die Erstellung des Klimaschutzkonzepts. Auch privat setzt sie auf Klimaschutz: Den Weg zu Arbeit absolviert sie mit dem Zug, heizt ihr Niedrigenergiehaus mit einem Grundofen, der die Wärme lange speichert.



Bergedorfer Zeitung 13.12.17

REINBEKER WEG
Markierung des neuen Radwegs endet abrupt

Reinbek/Wentorf (sho). Der Fahrradschutzstreifen am Reinbeker Weg wirft bei Radlern am Ende Fragen auf. Denn die Markierung, die ab dem Petersilienberg in Wentorf in strahlendem Weiß den Weg weist, endet kurz hinter dem Ortseingangsschild in Reinbek. „Sollen wir uns dann am Ende in Luft auflösen oder in den Mühlenteich fahren?“, fragen sich die Nutzer. Andere vermuten einen Schildbürgerstreich und mangelnde Abstimmung zwischen Wentorf und Reinbek.
„Die Markierung muss in Reinbek schon deshalb enden, weil die Fahrbahn hier viel zu eng ist. Dort beginnt nämlich der gepflasterte Mittelstreifen mit je einer Fahrbahn pro Richtung“, erklärt Lennart Fey, Pressesprecher der Stadt Reinbek, gegenüber unserer Zeitung. Derzeit gibt es jedoch erste Überlegungen, die Radfahrer möglicherweise über die neue Wehrbrücke zu führen. „Mit drei Metern ist sie breit genug dafür“, sagt Tiefbauingenieur Norbert Wulff. Am Ende müsste dann der Gehweg für Fahrradfahrer freigegeben werden. Alle, die zum Reinbeker Bahnhof möchten, könnten in der Ladestraße abbiegen und ihr Rad auf der rückwärtigen Bahnhofseite abstellen. Alle mit dem Ziel Reinbeker Stadtmitte fahren nach dem Schutzstreifen - wie seit Jahren auch- auf der Straße weiter und unter der Bahnunterführung hindurch. Spielt das Wetter mit, wird diese in Kürze freigegeben.

Bergedorfer Zeitung 13.12.17

STRASSENBAU
Zahlungsfrist für Anlieger verlängert sich

Geesthacht (rpf). Gute Nachricht für Besitzer von Eigenheimen und Wohnungen: Die Stadt ändert rückwirkend zum 1. Mai 2017 ihre Straßenbaubeitragssatzung. Demnach können Straßenbaubeiträge in monatliche Raten umgewandelt werden, für deren Abzahlung die Schuldner nun 20 statt zehn Jahre Zeit haben. Die Zinsen dürfen maximal zwei Prozent über dem Basiszinssatz liegen, der aktuell Minus 0,88 Prozent beträgt. Die Restschuld kann weiterhin am Ende eines Jahres ohne weitere Zinsverpflichtung getilgt werden.

Glinder Zeitung / Sachsenwald 12.12.17

Diskussion über Straßenausbaubeiträge
Finanzen sind das große Problem

Glinde (hap) - Kaum jemanden lässt das Thema kalt: Kommunalpolitiker in fast allen Städten und Gemeinden treibt seit Wochen eine entscheidende Frage um: Sollen die Straßenausbaubeiträge, die laut Landesrecht von den Grundstückseigentümern eingetrieben werden müssen, künftig ersatzlos gestrichen werden? Den Weg dorthin will die CDU-geführte Landesregierung zumindest ebnen.
Das Problem: Städte und Gemeinden sollen selbst entscheiden, ob sie von den Straßenanliegern Beiträge kassieren. Und entgegen den ursprünglichen Versprechungen der Landesregierung, die Kosten für die Grundsanierung öffentlicher Straßen in voller Höhe zu übernehmen, sollen die Kommunen diese Ausgaben künftig aus ihren Haushalten bestreiten. Das, so fürchten Kritiker wie der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Habersaat aus Reinbek, werde zu unterschiedlichen Regelungen in wohlhabenden und ärmeren Kommunen und damit zu einem Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz führen.
Die Frage also, ob die Bürger künftig entlastet werden können, wird wesentlich von der Finanzkraft der Gemeinden abhängen. Die Grundeigentümer müssen zum Teil bis zu mehrere zehntausend Euro Ausbaubeiträge berappen, wenn die Straße vor ihrer Tür saniert wird. Viele, besonders ältere Hauseigentümer, bringt das an den Rand des Ruins.
Viele Kommunalpolitiker fordern daher, die Beitragssatzungen aufzuheben. In Wentorf zum Beispiel wurde ein solcher Antrag im Liegenschaftsausschuss beraten. Die Diskussion wird inzwischen auch in anderen Kommunen, wie Oststeinbek und Reinbek, geführt. Das Problem sind aber die Finanzen: Die Beiträge der Anlieger fehlen.
Die Kosten für die Grundsanierung von Gemeindestraßen, die schon mal einen hohen sechsstelligen Betrag erreichen, sprengen die Finanziellen Möglichkeiten der meisten Städte und Gemeinden. Sie könnten es sich kaum leisten, auf die Ausbaubeiträge der betroffenen Grundstückseigentümer zu verzichten.
Da macht auch die Gemeinde Wentorf keine Ausnahme. Die Idee, die Grundsteuern zu erhöhen und so direkt alle Eigenheimbesitzer an den Aufwendungen für die Straßensanierung zu beteiligen, wurde im Liegenschaftsausschuss lebhaft diskutiert, so Karsten Feldt, Büroleitender Beamter. Die Verwaltung wurde aber beauftragt zu prüfen, welche Konsequenzen der Verzicht Straßenausbaubeiträge auf die Höhe der Grundsteuern A und B hätten, „ich fürchte, die Grundsteuern müssten drastisch erhöht werden“, orakelt Feldt.
Auch in Oststeinbek und Reinbek wurde aus der Kommunalpolitik die Forderung gestellt, künftig auf Straßenausbaubeiträge zu verzichten, wenn dies die künftige gesetzliche Regelung des Landes tatsächlich zulässt. Aber auch dort wurden die entsprechenden Anträge zunächst in die Ausschüsse verwiesen beziehungsweise wurde die Verwaltung beauftragt, die finanziellen Auswirkungen auf den Haushalt der Kommune zu überprüfen.
Tatsächlich gibt es in Kiel aber offenbar immer noch keine endgültige Regelung für die Straßenausbaubeiträge. Von der Ankündigung des Koalitionsvertrages, den Städten und Gemeinden einen Ausgleich für die entfallenden Ausbaubeiträge zu zahlen, habe sich der Innen- und Rechtsausschuss des Landtages mit den Stimmen von CDU, FDP und Grünen verabschiedet, kritisiert der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Habersaat. Der Grund: Zunächst solle die angestrebte Novellierung des kommunalen Finanzausgleichs abgewartet werden. „Und das trotz sprudelnder Steuereinnahmen“, so Habersaat.
Städte und Gemeinden werden also zunächst die politischen Weichenstellungen des Landtages abwarten müssen, bevor sie das Thema Straßenausbaubeiträge abschließend beraten können. Ob Straßenanlieger entlastet werden können, steht somit weiter in den Sternen.

Bergedorfer Zeitung 07.12.17

Leichte Rückkehr zu G9 an Gymnasien
KIELER Koalition schafft mehr Lehrerstellen

Kiel (dpa). Mit mehr Lehrerstellen wollen CDU, Grüne und FDP den Gymnasien die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren erleichtern und mehr Unterricht ermöglichen. Ziel bleibe eine flächendeckende Rückkehr der Gymnasien zu G9, sagte der CDU-Bildungspolitiker Tobias Loose am Mittwoch bei der Vorstellung eines neuen Bildungspakets der Jamaika-Koalition. CDU, Grüne und FDP wollen mit einem Bildungsbonus ab 2019 aber auch Grund- und Gemeinschaftsschulen im Land stärken. Die Gesamtkosten für den Haushalt liegen bis einschließlich 2022 bei insgesamt gut 43 Millionen Euro.
Die Parteien hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag auf eine Abkehr vom sogenannten Turbo-Abitur verständigt. Derzeit bieten dieses 84 der insgesamt 99 Gymnasien im Land an. An elf Gymnasien gibt es bereits G9, an vier Schulen sowohl G8 als auch G9. Kommende Woche berät der Landtag in erster Lesung die Schulreform der Koalition. Gymnasien dürfen ab dem Schuljahr 2019/2020 nur dann weiterhin das Turboabitur anbieten, wenn sich die Schulkonferenz mit mindestens 75 Prozent dafür ausspricht.
Um die Schulreform besser managen zu können, sollen die Gymnasien ab 2019 befristet auf zwei Jahre jeweils eine halbe Stelle zusätzlich erhalten sowie für vier weitere Jahre jeweils eine Viertelstelle. Ganztagsangebote an Gymnasien werden ab 2019/20 mit 50 zusätzlichen Lehrerstellen unterstützt.

Bergedorfer Zeitung 06.12.17

GYMNASIUM WENTORF
Schulalltag in allen Facetten erleben

Wentorf (amü). Am kommenden Sonnabend, 9. Dezember, können zukünftige Fünftklässler gemeinsam mit ihren Eltern das Gymnasium (Hohler Weg 16) in all seinen Facetten kennenlernen. Kinder erleben zum Beispiel aktiv eine Unterrichtsstunde, während sich ihre Eltern in der geräumigen Cafeteria mit Kaffee und Kuchen versorgen. Dabei haben sie Gelegenheit, sich bei der Schulleitung, Lehrern, Mitgliedern des Schulelternbeirates, dem Schulsponsoring, dem Betreuungsverein und anderen Gremien zu informieren.
Anschließend geht es gemeinsam weiter: In der Aula können Instrumente ausprobiert, im Computerraum und anderen Fachräumen darf unter Anleitung älterer Schüler experimentiert werden. Die Geschicklichkeit wird in der Turnhalle unter Beweis gestellt, und auch in die Bücherei erhalten Besucher Einblicke. In jedem der Räume wartet eine Quizfrage darauf, beantwortet zu werden. In der dritten Stunde zeigen die Musikschüler dazu in der Turnhalle, wie viel Spaß es macht, gemeinsam zu musizieren.
Der Informationstag beginnt um 7.55 Uhr und endet gegen 12.30 Uhr.

Bergedorfer Zeitung 05.12.17

Freie Fahrt am Reinbeker Weg? Nicht für Radler
ÄRGER Bei der Sanierung sind Anwohnerparkplätze weggefallen
– Jetzt stehen Autos auf dem Radstreifen

Wentorf (sho). Erst seit Sonnabend heißt es „freie Fahrt“ auf dem Reinbeker Weg, doch schon wenige Stunden später gibt es den ersten Ärger. Bei Wentorfs Polizeichef Thomas Satzel laufen die Telefone heiß. Anrufer sind Radfahrer, die schnell festgestellt haben: Freie Fahrt, das gilt vielleicht für Autofahrer, aber nicht an jeder Stelle auch für sie.
Das Problem: Einige Autofahrer nutzen den neuen, 1,5 Meter breiten Fahrradschutzstreifen, der am Kreisel am Petersilienberg beginnt und sich den gesamten Reinbeker Weg Richtung Reinbek entlangzieht, als Parkfläche. Das ist nicht nur verboten, sondern auch gefährlich. Denn Radfahrer müssen, um das Hindernis zu umfahren, auf die Gegenfahrbahn ausweichen. Parkt dann auf der gegenüberliegenden Seite auch noch ein Fahrzeug, wird es richtig eng. „Das Parken auf dem Fahrradschutzstreifen kostet ein Bußgeld von 20 Euro“, erklärt Polizeichef Satzel. Er und Wentorfs Ordnungsamtsleiter Sascha Kröger haben angekündigt, in nächster Zeit verstärkt zu kontrollieren.
Beide ahnen aber auch, was der Ursprung des Problems ist. Denn bei der Sanierung des Reinbeker Wegs sind kurz hinter dem Kreisel linkerhand Parkflächen weggefallen. Dort, wo früher die Anwohner der Mehrfamilienhäuser ihre Fahrzeuge abgestellt haben, ist nun ein gepflasterter Gehweg. „Das hat die Politik so in einem Liegenschaftsausschuss im August 2014 beschlossen“, sagt Sascha Kröger. Grob geschätzt sind bis zu 15 Stellplätze weggefallen. „Wir als Verwaltung hatten dafür plädiert, diese Parkflächen zu erhalten, aber die Politik hat anders entschieden“, sagt Kröger.
Ganz genau wird er in den nächsten Tagen und Wochen nicht nur die Parker auf dem Radstreifen beobachten, sondern auch jene Fahrzeuge, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite parken. Das ist derzeit noch erlaubt, sorgt aber auf der viel befahrenen Straße für Rückstau. „Wenn das so nicht funktioniert, gibt es dort sicher bald ein Halteverbot“, kündigt Kröger an.
Gefahr durch Autotüren
Der Idee, auf dem Weg neben dem Radschutzstreifen das Parken zu erlauben, erteilt er eine Absage. „Viel zu gefährlich. Beim Ein- und Ausparken fahren die Autos über den Radstreifen, beim Öffnen der Türen könnten Radfahrer übersehen werden.“

Bergedorfer Zeitung 04.12.17

Freie Fahrt voraus
REINBEKER WEG Nach neun Monaten Vollsperrung fließt nun wieder der Verkehr

Von Susanne Holz
Wentorf/Reinbek. Der große Moment war am Sonnabend um 14.15 Uhr gekommen. Dann gaben Wentorfs Bürgermeister Dirk Petersen und Reinbeks Verwaltungschef Björn Warmer nach neun Monaten Vollsperrung den Reinbeker Weg wieder frei. Symbolisch hatten Merle van der Linde (12) und Jannik Vogt (13) ein Band in den schleswig-holsteinischen Landesfarben durchgeschnitten. Nun fließt er wieder, der Verkehr zwischen Reinbek und Wentorf.
In drei Bauabschnitten war der Reinbeker Weg auf einer Länge von 700 Metern grundsaniert worden, diverse Leitungen wurden erneuert. Stück für Stück hatten sich die Gewerke vom Haidberg bis zum Kreisel am Petersilienberg vorgearbeitet. Die Wasserleitungen beispielsweise waren noch aus den 1930er- Jahren und dementsprechend in die Jahre gekommen. Zudem hatte Hamburg Wasser die Chance genutzt, um im Zuge der Sanierung aus zwei Leitungen eine zu machen.
Verlegt wurden 1200 Meter Regenwasserkanal und 1400 Meter Rohre für Gas und Trinkwasser. „Insgesamt wurden 3000 Kubikmeter Boden bewegt und 2700 Tonnen Asphalt verbaut“, so Petersen.
Wie prima es sich nun wieder zwischen Wentorf und Reinbek fahren lässt, testeten die beiden Bürgermeister in Reinbeks neuem, elektrischen Stadtauto, ein BMW i3. Das Fahrzeug der Verwaltung schnurrte leise über den neuen Asphalt, vorbei an vier neuen, barrierefreien Bushaltestellen.
Hinter dem Schloss musste Fahrer Björn Warmer jedoch rechts in die Ladestraße abbiegen, denn vor der Bahnunterführung war Schluss. Grund: Nachdem das Regenklärbecken am Museum Rade erfolgreich eingebaut wurde, müssen nun noch Gehwege und Nebenflächen fertiggestellt werden. Der Verkehr fließt dort deshalb bis Mitte Dezember nur einseitig von Reinbek aus Richtung Wentorf vorbei.
Die Anlieger des Billewinkels müssen ab heute bis zum 8. Dezember zunächst die Notzufahrt durch den Bahntunnel in Verlängerung der Reinhardtallee nutzen.

Der Reinbeker 04.12.17

Finanzausschuss verschiebt Workshop
Knapper Haushalt und sparsame Planung

Wentorf - Im Haushalt fehlten noch 61.800 Euro für überplanmäßige Ausgaben für die Auszahlung der Kreisumlage 2017, wie die Verwaltung im Finanzausschuss mitteilte. Die Gemeindevertretung wird darüber am 14. Dezember einen Beschluss fassen. Außerplanmäßige Ausgaben haben schon manche Kalkulation durcheinander gebracht. In Städten und Gemeinden ist das nicht anders als im privaten Bereich. So fiel in der Wentorfer Gemeindebücherei der Server aus, eine Neuanschaffung für 2.263,74 Euro war unumgänglich. Den Bericht über diese und weitere Ausgaben im September und Oktober legte die Verwaltung jetzt dem Finanzausschuss vor, der sich außerdem mit dem Haushalt 2018 befasste.
Der Ausschuss beschloss mehrheitlich einen Verwaltungsvorschlag, entgegen der Vorlage die Berechnung der Schlüsselzuweisung gemäß Haushaltserlass 2018 um 200.000 Euro zu reduzieren auf 1.224.300 Euro. Die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde aus dem 3. und 4. Quartal 2016 sowie dem 1. Halbjahr 2017 lagen der Berechnung zugrunde. »Lieber vorsichtiger taxieren als zu großzügig«, meint auch der Ausschuss-Vorsitzende Wolfgang Warmer (SPD). Nicht nur er freut sich über die Zuwendung aus dem Finanzausgleichsgesetz für Gemeinden, die besonders gebeutelt sind. »Wir haben mal gute Zeiten gehabt, da waren wir immer Geber«, erläutert Bürgermeister Dirk Petersen bezüglich der Schlüsselzuweisung des Kreises.
Strukturelle Haushaltsprobleme plagen Wentorf schon länger. »Maßnahmen, die dringend angeraten wurden, haben wir nur verschoben«, stellt Dr. Marco Schmitz (CDU) unter anderem mit Blick auf das Regenrückhaltebecken fest. Und im Jahr 2020 steht beispielsweise der Neubau des Feuerwehrgerätehauses für 8,4 Millionen Euro an.
Der von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beantragte Workshop zwecks mittel- und langfristiger Finanzplanung wurde im Hinblick auf die Kommunalwahlen im Mai 2018 abgelehnt, obwohl Einigkeit herrschte, über Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung gesondert zu beraten. Jedoch sollten die Beratungen mit den neuen Mitgliedern der Gemeindevertretung stattfinden.
Christa Möller

Der Reinbeker 04.12.17

Die Bauarbeiten sind fast beendet

Endlich wieder freie Fahrt auf dem Reinbeker Weg Reinbek / Wentorf - Am ersten Adventswochenende haben Reinbeks Bürgermeister Björn Warmer und Wentorfs Bürgermeister Dirk Petersen die Durchfahrt zwischen Reinbek und Wentorf nach neunmonatiger Sperrung wieder freigegeben. Das Land Schleswig- Holstein hat die Sanierung der maroden Landesstraße 222 mit rund 500.000 Euro unterstützt, inklusive Regenwasserkanal kostete das Projekt rund 1,46 Millionen Euro. Weil gleichzeitig in Reinbek das Regenklärbecken auf dem Parkplatz des Museum Rade gebaut wurde, ging während der Bauarbeiten nichts mehr zwischen den beiden Gemeinden - eine harte Zeit für die Anwohner, Geschäftsleute und Pendler, die große Umwege in Kauf nehmen mussten. Doch nun ist der Weg endlich wieder frei, es müssen nur noch Restarbeiten erledigt werden.
Und auch auf der Berliner Landstraße in Höhe Kreisel / Echardusstieg in der Ortsmitte von Wentorf haben die Autofahrer wieder freie Fahrt, nachdem die Straße aufgrund des Neubaus eines Geschäftshauses mehrere Wochen lang gesperrt war.
Christa Möller

Der Reinbeker 04.12.17

Politiker beraten über Sport- und Kulturförderung
VHS-Kooperation kann starten

Wentorf - Nun steht der Kooperation mit der Volkshochschule Sachsenwald der Stadt Reinbek wohl nichts mehr im Wege, der Bürgerausschuss empfiehlt der Gemeindevertretung, den Kooperationsvertrag zu beschließen. Zukünftig soll die VHS dann jährlich 22.000 Euro pro Haushaltsjahr erhalten. Vertragsbeginn soll der 1. Januar 2018 sein. Außerdem erfolgt eine Zahlung von einmalig 22.000 Euro für das Jahr 2017.
Das Thema Haushalt 2018 (Tagesordnungspunkt 9) wurde aufgrund von Beratungsbedarf in den Fraktionen vertagt. Nach kurzer nichtöffentlicher Diskussion wurde öffentlich über die Sport- und Kulturförderung 2017 abgestimmt - mit positivem Ergebnis. Die Vorsitzende Kristin Thode hatte den Ausschuss gebeten, die Förderung nach den vorhandenen Haushaltsmitteln wie beantragt zu genehmigen, damit der Haushalt 2017 abgeschlossen werden kann. So können jetzt noch ausstehende Mittel an Vereine und Verbände fließen.
Im Anschluss wurde in der Arbeitsgruppe Förderung von Vereinen und Verbänden in nicht öffentlicher Sitzung weiter beraten. Ein Ergebnis steht noch aus, denn »das ist ein langwieriger Prozess«, weiß Bürgermeister Dirk Petersen.
Christa Möller

Der Reinbeker 04.12.17

Einwohnerversammlung rund ums Niederschlagswasser
Jahrelange Praxis und gesetzliche Vorgaben

Wentorf - Rund 140 Wentorfer nutzten die Gelegenheit, sich auf der rund einstündigen Einwohnerversammlung in der Aula der Gemeinschaftsschule über das Thema Niederschlagswasser zu informieren, für dessen ordnungsgemäße Beseitigung die Gemeinde gesetzlich verantwortlich ist. Neben Bürgervorsteher Andreas Hein und Bürgermeister Dirk Petersen waren Sachgebietsleiter Kai Siemers sowie Verwaltungsmitarbeiter Thomas Dethlefsen als Ansprechpartner vor Ort.
Das Thema hatte bereits im Vorfeld für Spannungen gesorgt, da einige Grundstückseigentümer nicht nachvollziehen konnten, warum sie - trotz Jahrzehnte langer Praxis - jetzt eine wasserrechtliche Erlaubnis für die Versickerung auf eigenem Grund, also die dezentrale Versickerung, benötigen und dafür einen Antrag stellen sollen, unabhängig von der Baugenehmigung. Entsprechende gesetzliche Vorgaben habe es schon im 19. Jahrhundert gegeben, wie Hauptamtsleiter Karsten Feldt mit Blick auf das preußische Baupolizeigesetz von 1903 erläuterte.
In jedem Fall müssen Eigentümer, die nicht angeschlossen sind oder werden wollen (wenn nicht bereits geschehen) einen formellen Antrag zur Übertragung der Pflicht der Niederschlagswasserbeseitigung seitens der Gemeinde stellen. Die Verwaltung hat dafür in Zusammenarbeit mit der Bauaufsicht und der Wasserbehörde des Kreises einen Antragsvordruck für ein vereinfachtes Verfahren zur Versickerung auf dem Grundstück entwickelt. Neben Angaben zu Grundstücksgröße, Art der Versickerung und eventuellen Störfällen muss darin unter anderem auch angegeben werden, seit wann bereits auf dem eigenen Grundstück versickert wird. Die entsprechenden Anträge sind im Rathaus erhältlich.
Wenn die in Arbeit befindliche Gebührensatzung vorliegt, soll es eine weitere Einwohnerversammlung dazu geben, so Karsten Feldt.
Christa Möller

Der Reinbeker 04.12.17

Gymnasium Wentorf: Klare Mehrheit für G9

Wentorf - Nachdem sich die Lehrerkonferenz, der Schulleiternbeirat und die Schülersprecherversammlung im Vorfeld mit jeweils weit über 90% Zustimmung für den neunjährigen Bildungsgang am Gymnasium Wentorf ausgesprochen hatten, kam nun auch die Schulkonferenz als höchstes Beschlussgremium der Schule am 29.11. nach einer kurzen Aussprache zu einem eindeutigen Votum: deutlich über 90% der Delegierten sprachen sich in einem Meinungsbild für die von der Landesregierung vorgesehene Rückkehr zu G9 aus.
Vor dem Hintergrund dieser Zahlen wird im neuen Jahr voraussichtlich keine weitere Schulkonferenz stattfinden, die sich mit diesem Thema befasst, und dann wird es ab dem Schuljahr 2019/20 zur Wiedereinführung von G9 kommen.
Wichtig für die Eltern der zukünftigen Fünftklässler: Der kommende Jahrgang der fünften Klassen (2018/19) wird ein Jahr später in den neunjährigen Bildungsgang integriert.

Der Reinbeker 04.12.17

Knapp 5.800 Euro fürs Gymnasium
Spendable Förderer

Wentorf - Das Wentorfer Gymnasium hat großzügige Förderer, die die Schule mit 5.791,10 Euro unterstützen wollen. Der Verein SCHULSPONSORING/ELTERNFONDS GYMNASIUM WENTORF plant die Anschaffung von drei Präsentationsschaukästen für die Fachschaften Chemie und Physik. Darin sollen Exponate, Modelle et cetera ausgestellt werden. Immerhin 746 Euro kostet so ein Schaukasten, insgesamt betragen die Anschaffungskosten 2.238 Euro. Da keine Folgekosten für die Gemeinde als Schulträger entstehen, hatten die Mitglieder des Hauptausschusses keine Bedenken, dem Anliegen zuzustimmen.
Das gilt für eine weitere Investition ebenso: Für die Fachschaft Sport will der Verein eine mobile Musikanlage für 1.899 Euro kaufen, da das alte Modell nicht mehr funktioniert. Dafür entstehen ebenfalls keine Folgekosten, so dass der Ausschuss dafür plädierte. Das gilt des weiteren für die Anschaffung eines Defibrillators im Wert von 1.654,10 Euro, da der Verein die diesbezüglichen Folgekosten ebenfalls übernehmen will.
Christa Möller

Der Reinbeker 04.12.17

Wentorfs Internet- Aufritt soll moderner werden
Flexibles Standard-Design für die Zukunft

Wentorf - Wentorfs Internetseite ist renovierungsbedürftig, Technik und Software sind begrenzt. »Sie ist acht Jahre alt und entspricht in keiner Weise aktuellen Gegebenheiten«, sagt Andre Liedtke von der IT-Leitstelle der Verwaltung. Die Seite habe kein »Responsive Webdesign«, das auf Eigenschaften des jeweiligen Endgerätes wie Smartphone oder Tablet-Computer reagieren könnte.
Wie sich die Gemeinde zukünftig im Internet präsentieren könnte, darüber informierte Andre Liedtke die Mitglieder des Hauptausschusses auf der November-Sitzung am Beispiel des Internet- Auftritts der Stadt Kirchhain in Mittelhessen. Weil ein komplett individuelles Design für Wentorf zu teuer wäre, soll das bestehende System erweitert werden, wofür ein so genanntes flexibles Standard-Design in Planung sei.
Für die Neugestaltung sind bereits Mittel im Haushalt eingeplant, der allerdings erst im nächsten Jahr verabschiedet wird. Daher werde die modernere Variante erst im Herbst 2018 zur Verfügung stehen.
Christa Möller

Der Reinbeker 04.12.17

Innenminister Grote verleiht
Wolfgang Warmer Freiherr-vom Stein-Verdienstnadel

Husum - Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote hat am 30. November 35 Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner mit der Freiherr-vom-Stein-Verdienstnadel ausgezeichnet. Es die höchste Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement, die Schleswig- Holstein zu vergeben hat. Unter den Geehrten ist auch Wolfgang Warmer, Gemeindevertreter in Wentorf seit 1976. Während dieser 41 Jahre war Warmer Mitglied in diversen Ausschüssen und führte den Vorsitz im Haupt- und Finanzausschuss, den er auch derzeit noch leitet. Außerdem vertrat er über längere Zeit als 1. bzw. 2. stellvertretender Bürgermeister Wentorfs hauptamtlichen Bürgermeister. Darüber hinaus war er gemeindeübergreifend im Kreistag des Kreises Herzogtum Lauenburg von 1998 bis 2013 aktiv. Hier engagierte er sich im Innenausschuss und im Hauptausschuss des Kreistages.
Während seiner gemeindlichen Tätigkeit hatte Wolfgang Warmer wesentlichen Anteil an der Erweiterung/Sanierung der Ortsmitte und der Entwicklung und Gestaltung des Konversionsgebietes. Auch auf die Einführung der offenen Ganztagsschule hat Warmer als Mitglied im Bürgerausschuss großen Einfluss gehabt.
Grote in seiner Laudatio: »Wegen seiner uneigennützigen Bereitschaft, sich für das Allgemeinwohl einzubringen, hat Herr Warmer nachhaltige Akzente gesetzt und dabei stets einen Blick auf das Wohl der Bürgerinnen und Bürger gehabt.«

Der Reinbeker 04.12.17

»Filiale der Zukunft«
Wentorfer Haspa-Filiale wird zum Nachbarschaftstreff

Wentorf - Die Wentorfer Haspa-Filiale an der Hamburger Landstraße 36 bleibt bis einschließlich 7. Dezember 2017 geschlossen. »Wir sind stolz darauf, dass wir die erste außerhalb des Hamburger Stadtgebietes sind, die nach unserem neuen Konzept zur „Filiale der Zukunft“ umgebaut wird«, sagt Filialleiterin Dilek Knüpfer. Am Freitag, 8. Dezember, wird dann Eröffnung gefeiert.
»Die .Filiale der Zukunft“ ist viel mehr als ein Möbelprogramm. Sie soll ein neuer Treffpunkt für die Menschen in Wentorf werden. Wir setzen auf ein offenes, freundliches Design und die Räume werden individuell eingerichtet - passend zu Wentorf«, betont Knüpfer. Neben diskreten Beratungsräumen gibt es offene Lounges mit Sofas. Farben, Materialen und Möbel vermitteln eine Wohlfühlatmosphäre. »Unser Konzept beruht darauf, dass wir mit unseren Nachbarn noch enger zusammenarbeiten wollen. Damit hatten wir bereits angefangen - mit Fernseher, Möbelecke und vielem mehr, jetzt intensivieren wir das Ganze«, erläutert die Filialleiterin.
Das zentrale Element ist der große »Nachbarschaftstisch«. Hier können Besucher Platz nehmen und sich austauschen. An einem riesigen Multitouch-Screen gibt es viele Informationen über Wentorf, das Team, die Haspa und vieles mehr. Informieren kann man sich auch mit Hilfe von iPads. Auch kostenloses WLAN und eine Kaffeebar gehören zum Angebot. Kinder können die »Manni-Spielkiste« nutzen, während die Eltern in der Beratung sind. »Wir bieten Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträge und Konzerte an. Unternehmen, Vereine und Institutionen aus der Nachbarschaft können sich bei uns kostenlos vorstellen, ihre Dienstleistungen und Produkte präsentieren«, wirbt Knüpfer für das neue Konzept. »Die Mitarbeiter sind künftig auch Gastgeber, Tipp-Geber und kennen sich gut in der Umgebung aus. Dieses Wissen teilen wir künftig noch viel stärker mit unseren Kunden.«
Für die Eröffnung am Freitag, 8. Dezember, von 10 bis 18 Uhr hat sich das Team einiges einfallen lassen: Der Hamburger Künstler van Deyk singt deutsch- und englischsprachige Lieder zu Gitarrenbegleitung, Haspa-Maskottchen »Manni, die Maus« ist durchgehend da, Kinder können sich schminken lassen. Es gibt lustige Bilder mit der Fotobox und Popcorn. Der Burgberg-Kindergarten kommt vorbei, um den Tannenbaum zu schmücken und Weihnachtslieder zu singen. Vor der Tür grillt die Freiwillige Feuerwehr Würstchen. Dileks Kochschule stellt orientalische Probierhäppchen zur Verfügung und Bäcker Harms kleine Leckereien aus seinem Angebot, wie Weihnachtskekse und Stollenkonfekt. Ab 14 Uhr backen die Abiturienten des Wentorfer Gymnasiums Waffeln.

Bergedorfer Zeitung 27.11.17

STADTENTWICKLUNG
Ideen der Bürger sind gefragt

Geesthacht (tja). Heute Abend sind alle Bürger aufgerufen, sich an der Erstellung eines Integrierten Stadt-Entwicklungskonzepts (ISEK) aktiv einzubringen. Um 19 Uhr beginnt die Auftakt-Ideensammlung im Kleinen Theater, Schillerstraße 33. Ziel ist laut Bürgermeister Olaf Schulze (SPD), eine Vision für Geesthacht in den Jahren 2030 oder 2040 zu entwickeln. Es bietet sich viel Raum für kreative Ideen.
Das ISEK ist erforderlich, um Fördermittel zur Stadtentwicklung bekommen zu können. Wie sie die Stadt etwa für die Entwicklung des Areals der ehemaligen Teppichfabrik eingeworben hat - vorausgesetzt, die Stadt kauft das Grundstück.
Es geht um Natur, Kultur, Gewerbe, Innovationen, Wohnen und andere Themenfelder. Betreut wird das Projekt durch ein Hamburger Fachbüro.

Bergedorfer Zeitung 24.11.17

Bauausschuss kippt Beiträge für Anlieger
STRASSENAUSBAU SPD bleibt skeptisch

Von Susanne Tamm
Oststeinbek. Wenn nach Jahrzehnten Straßen so marode sind, dass sie grunderneuert werden müssen, gibt es in fast jeder Kommune Streit. Das liegt daran, dass Schleswig- Holstein noch vorschreibt, Kosten für den „Straßenausbau“ auf die Anlieger umzulegen. Oft werden für Eigentümer vier- bis fünfstellige Summen fällig. Für ein Sanierungsprogramm für Oststeinbeks Straßen hat ein Gutachter 2013 mit 14,6 Millionen Euro veranschlagt.
CDU und OWG wollen Beitragssatzung abschaffen
Künftig will Kiel es den Kommunen jedoch freistellen, wie sie die Straßenunterhaltung finanzieren. Im Februar soll das Gesetz beschlossen werden. Die bisherige Belastung der Eigentümer will Oststeinbeks CDU jetzt gerechter verteilen. Für die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung fand sich dank OWG im jüngsten Bauausschuss eine Mehrheit.
Wie die Gemeinde die Kosten künftig wuppen will, ist politisch umstritten. „Den Bürgern wird vorgegaukelt, dass es ganz im Belieben der örtlichen Politiker stünde, ob man Beiträge erhebt oder nicht“, kritisiert SPD-Fraktionschef Christian Höft die Pläne der Kieler Jamaika-Koalition. Seine Fraktion hat gegen die Abschaffung der Satzung gestimmt. Dem Finanzierungsvorschlag, den Hans-Joachim Vorbeck, CDU-Fraktionsvorsitzender, bereits im Vorfeld genannt hatte - die Erhöhung der Grundsteuer - erteilt Höft eine Absage: „Der große Haken an der Grundsteuer ist, dass die Hälfte der Einnahmen in Form von Umlagen an Land und Kreis abgeführt werden müssen. Von jedem Euro Grundsteuer bleiben Oststeinbek nur 50 Cent. Wenn wir 243 000 Euro mehr in der Kasse brauchen, müssten wir also 486 000 Euro zusätzliche Steuern einnehmen. Dazu müssten wir den Grundsteuerhebesatz auf 442 Prozent erhöhen“, rechnet er vor. Für ein Grundstück mit 700 Quadratmetern würde dies pro Jahr 133,20 Euro mehr bedeuten.
Hans-Joachim Vorbeck hält dagegen: „Das war nur eine Idee, falls der Haushalt die Finanzierung nicht hergibt. Noch gibt es keinen Handlungsbedarf.“ Die CDU habe die Erhöhung der Grundsteuer vorgeschlagen, weil diese auch auf die Miete umgelegt werden darf.
500 000 Euro pro Jahr aus der Gemeindekasse
„Eine Steuererhöhung wäre gar nicht nötig“, stimmt OWG- Fraktionschef Rudi Hametner ein. „Es würde reichen, wenn wir uns bei den Investitionen auf die Grundschule konzentrieren, Bauhof und Feuerwehr erstmal zurückstellen. 500 000 Euro pro Jahr für die Straßen einzuplanen, ist für Oststeinbek absolut realistisch.“

Bergedorfer Zeitung 23.11.17

Neumünster will kein Straßen-Geld
AUSBAUBEITRÄGE Stadt verzichtet

Neumünster (Ino). Die Stadt Neumünster will in Zukunft nicht mehr Straßenausbaubeiträge von Anwohnern erheben. Der Antrag sei am Dienstagabend in der Ratsversammlung einstimmig beschlossen worden, teilte die Stadt mit. Straßenausbaubeiträge betragen oft mehrere tausend Euro. Im Kreis Plön soll ein Landwirt bei Lütjenburg für den Ausbau einer öffentlichen Straße sogar 189 000 Euro zahlen.
Solche Beiträge seien nicht mehr zeitgemäß, die Einnahmen stünden zu den Ausgaben und dem Aufwand in keinem Verhältnis, hieß es in der Begründung. Solche Beiträge sorgten zudem regelmäßig für Unruhe unter Grundstückseigentümern und träfen vor allem alte Menschen, für die ihre Immobilie im Wesentlichen die Vorsorge für das Alter darstelle.
Die Neuregelung soll frühestens ab 1. Januar 2018 in Kraft treten, spätestens mit der von der Landesregierung geplanten Änderung der Gemeindeordnung. Bislang sind Kommunen im Land rechtlich verpflichtet, Straßenausbaubeiträge zu erheben.
Die Jamaika-Koalition von CDU, Grünen und FDP will das ändern und es künftig den Kommunen überlassen, ob sie Straßenausbaubeiträge erheben oder darauf verzichten. Nach einer Anhörung im Innen- und Rechtsausschuss am 29. November könnte der Landtag das Gesetz möglicherweise schon im Dezember in zweiter Lesung beschließen.
Die SPD in Schleswig-Holstein will statt der Wahlfreiheit für die Kommunen sogar ein Verbot zur Erhebung von Straßenausbaubeiträgen. Das Land solle die rund 40 Millionen Euro Mindereinnahmen komplett übernehmen, schlug SPD-Landeschef Ralf Stegner kürzlich vor. Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) hat dies abgelehnt.

Bergedorfer Zeitung 23.11.17

WASSERBEHÖRDE
In Wentorf versickert Regen bald mit Genehmigung

Wentorf (sho). Gute Nachrichten für Wentorfer Hausbesitzer, die ihr Regenwasser seit Jahrzehnten auf dem eigenen Grundstück versickern lassen. Die Gemeinde Wentorf hat sich mit der Wasserbehörde des Kreises auf eine Regelung geeinigt, die allen Beteiligten Nerven und Geld spart.
Generell gilt: Regenwasser soll dort entsorgt werden, wo es anfällt. Das allerdings nur in technisch einwandfreien und genehmigten Anlagen. Und Letzteres ist bei zahlreichen Grundstücken in Wentorf das Problem. Denn viele Hausbesitzer lassen Regenwasser seit den 60er-, 70er- und 80er-Jahren auf dem eigenen Grundstück versickern, haben dafür aber keine Genehmigung. „Wir gehen davon aus, dass es von 4000 Grundstücken rund 1000 betrifft“, schätzt Amtsleiter Karsten Feldt. Die restlichen 3000 sind an das Abwassernetz der Gemeinde angeschlossen.
Die Gemeinde geht davon aus, dass der überwiegende Teil dieser betroffenen 1000 Hausbesitzer technische Anlagen verwenden, die einwandfrei sind. Ein paar „schwarze Schafe“ hatte die Gemeinde im Zuge der Sielarbeiten am Reinbeker Weg entdeckt. Sie hatten vor mehr als 60 Jahren individuelle Lösungen für das Problem gefunden, ihre Regenrohre unter der Erde verlegt und eigenhändig an das öffentliche Schmutzwassersiel angeschlossen. Diese Anschlüsse waren nirgendwo verzeichnet. Andere ließen das Wasser einfach den Hang herunterlaufen, was unzulässig ist.
Alle Hausbesitzer, die sich nichts vorzuwerfen haben, können nun ein Formular ausfüllen, in dem sie diverse Fragen zu ihren Anlagen beantworten und versichern, dass diese technisch einwandfrei sind. Nach einer Prüfung der Wasserbehörde vom Schreibtisch aus erfolgt im Nachhinein eine Genehmigung. Kosten entstehen den Hauseigentümern keine.

Bergedorfer Zeitung 23.11.17

Turbo-Abi wird zum Auslaufmodell
GROSSE ZUSTIMMUNG für G 9 an den beiden Gymnasien in Reinbek und Wentorf

Von Anne Müller
Reinbek/Wentorf. Die neue Landesregierung will weg vom sogenannten Turbo-Abi (G 8) und zurück zum Abschluss nach neun Jahren. Das ist politischer Konsens der Kieler Jamaika-Koalition von CDU, Grünen und FDP. Auf das neue Schulgesetz, das die Details regelt, warten die Schulen zwar noch. Aber auch an den beiden Gymnasien in Reinbek und Wentorf nehmen Lehrer, Schüler und Eltern bereits Kurs auf G 9. Die Fünftklässler, die hier zum Schuljahr 2018/19 den Weg zum Abitur starten, werden dafür wohl wieder neun Jahre Zeit haben, statt wie aktuell acht.
Der Verbleib bei G 8 wäre auch schwierig. Dafür wurden politisch hohe Hürden gesetzt. Eine Mehrheit von 75 Prozent der jeweiligen Schulkonferenz müsste sich für das Turbo-Abi aussprechen. Wird ein entsprechender Antrag nicht gestellt, kommt automatisch G 9.
„Ich werde auf jeden Fall nicht die Initiative für G 8 ergreifen“, sagt Helga Scheller- Schiewek. Die Schulleiterin des Sachsenwald-Gymnasiums sieht das ursprüngliche Ziel für das Turbo-Abitur, das junge Menschen schneller in den Beruf führen sollte, ohnehin als gescheitert an: „Vielen Schülern, die noch nicht volljährig sind, fehlt die Orientierung. Sie gehen nach der Schule deshalb erst einmal ins Ausland oder sammeln Erfahrungen bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr“, weiß die Pädagogin.
Sie sieht sich darin vom Meinungsbild im Lehrerkollegium bestärkt, das ebenfalls G 9 wünsche, damit die Schüler zu einer gefestigten Persönlichkeit heranreifen können, bevor sie an die Unis gehen. In der Schulkonferenz, die in Drittelparität von Lehrern, Eltern und Schülern besetzt ist, würde es keine Mehrheit für G 8 geben, ist Scheller-Schiewek sicher. Deshalb glaubt sie, dass es in der Schulkonferenz am Mittwoch, 13. Dezember, keine Überraschungen geben wird.
Das bestätigt Carola Eberhardt, Vorsitzende des Schulelternbeirats: „Von unserer Seite aus wird es ebenfalls keinen Antrag für G 8 geben.“ Schulsprecher Niklas Donner sieht unter den 1300 Schülern eine „klare Mehrheit“ für G 9. Dafür spreche eine Menge: „Es gibt viele Schüler, die mit G 8 überfordert sind“, ist er sicher. Die längere Zeit zum Abi biete mehr Möglichkeiten für die persönliche Entfaltung und berufliche Planung.
G 9 ist zurzeit auch das beherrschende Thema am Wentorfer Gymnasium. Auch hier sieht Schulleiter Jan Andersen eine große Mehrheit für den längeren Weg zum Abitur. Die Schulkonferenz diskutiert das Thema am Dienstag, 29. November: „Dann werden wir unser Meinungsbild abschließen.“ Bis das Gesetz vermutlich im Januar in Kraft tritt, werde es dann keine weitere Schulkonferenz geben.

Glinder Zeitung / Sachsenwald 21.11.17

An der Gemeinschaftsschule wird wieder Französisch unterrichtet
„Das war die richtige Wahl“

Wentorf (hap) - Julia Ziep ist begeistert. „Das ist sensationell“ meint die Lehrerin, die an der Gemeinschaftsschule Wentorf unterrichtet. Der Grund für ihre Begeisterung: 20 Mädchen und Jungen der siebten Klassen meldeten sich nach den Sommerferien für das Wahlpflichtfach Französisch an. Solch einen Zuspruch für dieses Fach gab es an der Gemeinschaftsschule schon lange nicht mehr.
„Ein Jahr zuvor ist es uns nicht gelungen, eine Französischklasse einzurichten“, erklärt Ziep. Damals war das Interesse der Schülerinnen und Schüler an der Fremdsprache zu gering. Französisch gilt als schwierig, die Grammatik als kompliziert. Und eigentlich, so offenbar die weitverbreitete Meinung vieler Jugendlicher, brauche man diese Sprache heute kaum noch.
„Das ist falsch“, weiß Julia Ziep. 230 Millionen Menschen in mehr als 50 Ländern der Welt sprechen Französisch. „Französisch kann man nicht nur im Urlaub gebrauchen“, so die Pädagogin. In einer globalisierten Welt mit internationalem Handel und Kommunikationsverkehr sei die Kenntnis dieser Sprache besonders wichtig.
Der Besuch einer Dozentin des „France Mobils“ führte bei den Wentorfer Schülern im Sommer offenbar zu einem Sinneswandel. Auf spielerische Weise erfuhren die Jugendlichen, dass Französisch eine schöne Sprache ist, die sich mit ein bisschen Interesse gut erlernen lässt.
Diese Erfahrung haben seit Beginn des Schuljahres jene acht Mädchen und zwölf Jungen gemacht, die sich für dieses Wahlpflichtfach entschieden haben.
„Eigentlich wollte ich Naturwissenschaften wählen“, so Joschua Rönnau. Das „France Mobil“ habe ihn aber neugierig gemacht, und so habe er sich für Französisch entschieden. „Ich würde gern später Fußball spielen, da braucht man Französisch.“
Lina Grobe hatte bereits erste Erfahrungen mit der Sprache durch eine aus Frankreich stammende Freundin. „Mir gefällt die Sprache sehr gut“, sagt sie. Lotta Rotzal interessierte sich eigentlich eher für Spanisch, „das wurde aber nicht angeboten“. Deswegen entschied auch sie sich für Französisch - „das war die richtige Wahl“.
Joey Schacht meint: „Ich lerne Französisch, weil es angeblich dabei helfen soll, Italienisch zu lernen.“ Justin Voß findet, dass die französische Aussprache „lustig“ sei. Ihm gefällt die Sprache ebenso wie seinem Freund Levin Kühne. Sein Urteil: „Ich fand Französisch auch vorher interessant.“ Seine ersten Erfahrungen: „Es macht einfach Spaß, die Sprache zu erlernen.“

Der Reinbeker 20.11.17

Keine Kinder- und Jugendbeiratswahlen in Wentorf
Elf Kandidaten bewerben sich

Wentorf. Ende November sollten Wentorfs Kinder und Jugendliche einen neuen Beirat wählen, doch die Wahl wird entfallen, wie Gemeindejugendpfleger Mario Kramer erklärt. Es gab ursprünglich vierzehn Wahlvorschläge, aber »einer ist verspätet eingegangen, ein zweiter mit zu wenig Unterstützungsunterschriften und ein dritter Kandidat hat zurückgezogen.« Da mindestens fünf und maximal elf Plätze im Kinder- und Jugendbeirat zur Verfügung stehen und elf Kandidaten verblieben sind, erübrigt sich die Wahl.
»Darüber sind alle 1.234 wahlberechtigten Wentorfer Kinder und Jugendlichen schriftlich informiert worden«, sagt Kramer, der auf eine Wahl gehofft hatte. »Das ist eine spannende Sache, die beteiligten Jugendlichen können ein Stück Demokratie lernen.« Aus dem jetzigen Kinder- und Jugendbeirat wird entgegen früherer Planung übrigens niemand weiter im Amt bleiben. Die neuen Kandidaten kommen sowohl von der Gemeinschaftsschule als auch vom Gymnasium, was den Gemeindejugendpfleger freut. Er wird mit einem Teil der künftigen Mitglieder am 8. und 9. Dezember in die Jugendherberge in Ratzeburg fahren. Dort werden sie an einer Veranstaltung des Kreisjugendringes unter dem Motto »Demokratie leben« teilnehmen. »Das ist gedacht für Kinder und Jugendliche, die neu in einem Beirat sind und die gern lernen möchten, wie man sich mit Politik auseinandersetzt«, erläutert Mario Kramer, der zuversichtlich ist, dass der zukünftige Beirat sich gut einarbeiten wird.
Am Donnerstag, 14. Dezember, sollen die elf Beiratskandidaten in der Sitzung der Wentorfer Gemeindevertretung im Amt bestätigt werden. Die konstituierende Sitzung des Kinder- und Jugendbeirats ist für Montag, 18. Dezember, 17 Uhr, terminiert.
Christa Möller

Der Reinbeker 20.11.17

»Achten Sie auf das Melderegister«
»biregio« stellte in Wentorf den Schulentwicklungsplan fürs Mittelzentrum vor

Wentorf - Dr. Anja Reinermann-Matatko hat für die Projektgruppe Bildung und Region (»biregio«) an der Fortschreibung des 2013 erstellten Schulentwicklungsplans für das Mittelzentrum Wentorf / Reinbek / Glinde sowie Oststeinbek und Barsbüttel mitgearbeitet. Im Bürgerausschuss stellte die Geschäftsführerin des SPATIALCONSULTING - Büro für räumliche Datenanalyse und -Visualisierung, jetzt das aktuelle Ergebnis vor.
Wentorfs Schulen sind sehr beliebt: Es würden weitaus mehr Schüler aus umliegenden Gemeinden außerhalb des Mittelzentrums einpendeln als Schüler aus dem Mittelzentrum etwa nach Hamburg. Das Gymnasium habe mehr Schüler in den 5. Klassen als die Gemeinschaftsschule. Bei den Zahlen der zum Ende der Sekundarstufe 1 verbliebenen Fünftklässler liegt das Gymnasium Wentorf mit 85 Prozent in der Mitte. Defizite gebe es an der Gemeinschaftsschule im Bereich Fachraum und bei den Betriebsräumen, während das Gymnasium eine positive Raumbilanz aufweise und zudem gegebenenfalls Gespräche mit Reinbek geführt werden könnten, da dort die Raumbilanz negativ aussehe. Über Schülerlenkung könne eine bessere Verteilung der Schüler auf den vorhandenen Schulraum führen.
Die Bevölkerungsprognose für Wentorf sei relativ stabil mit leicht ansteigender Entwicklung, wie Reinermann-Matatko mit Blick auf mögliche Zuzüge beispielsweise durch Generationswechsel in den kommenden Jahren sagte. Steige der Anteil der 20- bis 35-Jährigen, dann sei zukünftig auch mit entsprechend steigenden Schülerzahlen zu rechnen. »Achten Sie auf die Melderegister«, empfahl sie dem Ausschuss.
Seit acht Jahren bilden Wentorf sowie die Nachbarstädte Reinbek und Glinde ein gemeinsames Mittelzentrum. Sie haben ein Leitbild als Orientierungsrahmen für weitere Entwicklungen festgelegt und wollen die Zusammenarbeit weiter konkretisieren. Neben dem Schulentwicklungsplan und einem Einzelhandelskonzept für den Bereich umfasst dies auch die zukunftsorientierte Seniorenarbeit, das Wohnen im Mittelzentrum 2030 und ein regionales Verkehrskonzept.
Der 183 Seiten umfassende Schulentwicklungsplan ist in Kürze auf der Homepage der Gemeinde unter www.wentorf.de zu finden.
Christa Möller

Der Reinbeker 20.11.17

Freiwärts-Schule im Bürgerausschuss
Wo die Schüler über ihr Lernprogramm selbst entscheiden

Wentorf - Die Vorsitzende Kristin Thode begrüßte auf der November-Sitzung des Bürgerausschusses die Wentorferin Jessica Dzubilla und den Hamburger Rolf Limpinsel vom Vorstand des vor zwei Jahren gegründeten »Freiwärts«-Trägerver- eins für ihre gleichnamige Schule im Raum Reinbek / Wentorf. Die beiden Lehrer stellten das Konzept der demokratischen, gewaltfreien und inklusiven freien Schule vor, dessen Entwurf dem Ministerium für Bildung vorliegt. »Die Schulgenehmigung ist der nächste Meilenstein«, sagt Rolf Limpinsel. Bis nach zwei Jahren die Landeszuschüsse fließen, erfolge die Finanzierung über die GLS-Bank. Der Elternzuschuss werde monatlich ungefähr 175 Euro betragen. »Unser Ziel ist, dass wir auch mit Stipendien arbeiten«, erklärt Limpinsel.
Noch ist offen, wo der Sitz der Freiwärts-Schule sein wird, denn bislang fehlt eine geeignete Immobilie, aber »wir sind in Verhandlungen«, so Rolf Limpinsel. »Ganz viele Familien würden ihren Lebensmittelpunkt verlagern oder gegebenenfalls Fahrtzeiten auf sich nehmen, damit ihre Kinder diese Schule besuchen können«, ergänzt Jessica Dzubilla. »Bislang haben sich bereits 75 Familien gemeldet, die sich für dieses Schulkonzept interessieren«, freut sie sich über genügend Kinder, um 2018 mit zunächst 25 bis 30 Kindern der 1. bis 6. Klassen starten zu können. Später soll die Schülerzahl auf maximal 100 Kinder steigen.
Vormittags erfolgt der Unterricht in altersgemischten Klassen durch examinierte Lehrer, den ergänzenden Nachmittag können die Eltern zusätzlich wählen. Es gibt keinen verbindlichen Lehrplan, an dieser Schule entscheiden die Schüler, was sie wann lernen. Jessica Dzubilla: »Die Schüler lernen frei. Wir vertrauen darauf, dass jeder Mensch weiß, was für ihn gut ist.« Die Prüfungen würden dann an den nahe liegenden Schulen erfolgen. Sie betont: »Das ist kein Experiment - es ist eine Form zu lernen, die in vielen anderen Ländern schon gegeben ist - basierend auf Erkenntnissen der aktuellen Lern- und Hirnforschung.«
Christa Möller

Der Reinbeker 20.11.17

Wie soll der Straßenbau künftig finanziert werden?
Neuer Fußgängerüberweg für die Berliner Landstraße

Wentorf - Auf Antrag der Fraktion von BÜNDNIS 90/DiE GRÜNEN befassten sich die Mitglieder des Liegenschaftsausschusses mit der Aufhebung der Straßenbaubeitragssatzung der Gemeinde.
Die GRÜNEN-Politiker wollen den Wegfall der Anliegerbeiträge durch eine Anpassung der Grundsteuer kompensieren. Die entsprechende Aufhebung war jedoch nicht möglich, weil die gesetzliche Grundlage dafür bislang noch fehlt. Allerdings wurde die Verwaltung beauftragt, andere Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen. ln diesem Zusammenhang zog die Fraktion ihren Antrag zurück, die Baumaßnahme »Fried- richsruher Weg« nur so weit fortzuführen, dass nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Aufhebung der Erhebungspflicht für Straßenausbaubeiträge und nach Aufhebung der Straßenausbaubeitragssatzung der Gemeinde Wentorf eine Erhebung von Anliegerbeiträgen nicht mehr erforderlich ist.
Stattgegeben wurde einem Antrag der CDU-Fraktion auf Errichtung eines Fußgängerüberweges in der Berliner Landstraße in Höhe des Querwegs, der als Verbindungsweg zwischen der Berliner Landstraße und der Feldstraße dient - allerdings ohne Beleuchtung.
Den Haushalt 2018 für den Bereich Immobilienmanagement beschlossen die Ausschussmitglieder - allerdings mit einigen Kürzungen, etwa bezüglich des Kompakttreckers für den Betriebshof - dieser soll ein Jahr später angeschafft werden.
Christa Möller

Bergedorfer Zeitung 18.11.17

GYMNASIUM
G8 oder G9? Entscheidung fällt im Februar

Glinde (ug). Ob Schüler am Gymnasium zukünftig nach acht oder neun Jahren ihr Abitur ablegen, ist weiter offen. „Die Entscheidung trifft die Schulkonferenz in ihrer nächsten Sitzung im Februar“, sagt Gesine Rangnick, Vorsitzende des Gremiums aus Schülern, Lehrern und Eltern.
Zuvor muss die Landesregierung das neue Gesetz vorlegen. Das soll Mitte Januar der Fall sein. Danach soll das Abitur nach neun Jahren an allen Gymnasien in Schleswig-Holstein der Regelfall werden. Erst 2008 war die Schule von G9 zu G8 gewechselt. In 2016 gab es einen Doppeljahrgang - Schüler haben sowohl nach acht als auch neun Jahren das Abitur abgelegt. Auf die Endnoten hatte das kaum Einfluss, die waren fast gleich.
Ein Verbleib bei G8 ist noch möglich, wenn ein Mitglied der Schulkonferenz das beantragt und 75 Prozent des Gremiums dem Antrag zustimmen. „Das ist eine hohe Hürde“, sagt Rangnick. Sollte die nicht genommen werden, gelten ab dem Schuljahr 2019/2020 für die Fünftklässler veränderte Lehrpläne. Derzeitige Viertklässler, die mit einem Wechsel aufs Gymnasium liebäugeln, sollten das im Hinterkopf behalten. Kommenden Sonnabend, 25. November, gibt es für sie und ihre Eltern am Schulzentrum einen Tag der offenen Tür. Zwischen 10 und 13 Uhr können sie mit Lehrern sprechen, in Fachräumen experimentieren, zudem spielen das Schulorchester und die Big Band.

Bergedorfer Zeitung 17.11.17

Ratspolitiker gesperrt für Abstimmung
KIEL legt Befangenheit streng aus

Von Timo Jann
Geesthacht. Wenn die Ratsversammlung am 8. Dezember über den Haushalt für 2018 abstimmen wird, dürften sich die Reihen der Fraktionen deutlich lichten. Dr. Georg Miebach, Erster Stadtrat von Geesthacht und für den juristischen Part in der Verwaltungsspitze zuständig, hat die Politiker auf neue Regelungen bei der Frage nach persönlicher Betroffenheit und damit Befangenheit hingewiesen. „Wer eine herausragende Position in Vereinen oder Organisationen hat, darf künftig beim Gesamthaushalt nicht mehr mit abstimmen“, erklärt Miebach. Anlass war die Abstimmung über einen Zuschuss für einen Verein.
Eine Regelung, die mindestens Sven Minge (CDU, Vorsitzender des Stadtjugendrings), Annemarie Argubi- Siewers (SPD, Geschäftsführerin der INI GmbH) und Heinrich Siewers (SPD, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt) treffen wird. Denn die Vereine und Organisationen erhalten von der Stadt Geld für ihre Arbeit oder Anschaffungen.
Bisher war es bei den Haushaltsberatungen im Finanzausschuss üblich, dass die betroffenen Politiker bei den sie betreffenden Einzelpositionen den Raum verließen und die Diskussion und Abstimmung den anderen Mitgliedern überließen, ohne diese zu beeinflussen. Beim Gesamthaushalt stimmten sie in der Ratsversammlung dann aber grundsätzlich mit ab. Miebach: „Das könnte natürlich dazu führen, dass der eine oder andere Politiker den Gesamthaushalt zwar eigentlich ablehnen möchte, sich dann aber unter Zugzwang sieht und zustimmt, um seine Zuschüsse nicht zu gefährden. Das soll nicht sein.“ Der Erste Stadtrat hatte sich eigens bei der Kommunalaufsicht des Kieler Innenministeriums informiert.
„Wir sind da eigentlich reingeschlittert“, berichtet Miebach. Bisher ist unklar, ob die neue Auslegung der Befangenheit auch noch weitere Politiker treffen könnte. Chris- tina Minge, die Frau von Sven Minge, die ebenfalls für die CDU in der Ratsversammlung sitzt, fällt nicht unter die neue Regelung, so Miebach. „Herr Minge wäre ja nicht persönlicher Nutznießer der Zuschüsse, von daher ist seine Frau nicht betroffen“, erklärt der Erste Stadtrat.
Er hofft, dass die Regelung keine Änderung von Mehrheitsverhältnisse zur Folge hat. Notfalls könnten Fraktionen das Pairing nutzen, also ebenfalls auf eine Stimme verzichten, sollten sich Mehrheiten durch Befangenheit von Politikern sonst verändern. Eine Regelung, die es in Geesthacht schon wegen eines fairen Umgangs miteinander gab.
„Ich finde, dass wir die Sache bei Abstimmungen in der Vergangenheit eigentlich vernünftig gelöst hatten“, sagt Sven Minge. „Wir haben ja auch keinen persönlichen Vorteil, wenn die Stadt beispielsweise für ein neues Fahrzeug des Stadtjugendrings Geld gibt“, berichtet er. Doch Miebach sieht selbst bei einem Zuschuss für ein Fahrzeug bedeutende Folgen: „Wenn die Arbeiterwohlfahrt mangels Unterstützung kein neues Auto für die Tafel kaufen könnte, dann wäre die Arbeit der Tafel nicht mehr zu leisten.“
„Ich finde, man müsste diese Hürden abschwächen, wir sind mit der neuen Regelung gar nicht glücklich“, sagt Heinrich Siewers. „Es darf doch nicht sein, dass sich Ehrenamtier künftig nicht mehr trauen, sich politisch zu engagieren.“
Eine Sorge, die er mit Minge und Miebach teilt. „Wir wollen nicht, dass sich die Politiker aus ihren anderen Funktionen zurückziehen“, sagt Miebach. Doch eine Lösung sieht er nicht. Minge: „Das beschneidet schon Möglichkeiten, sich verantwortlich in Vereinen zu engagieren.“

Bergedorfer Zeitung 16.11.17

KREISUMLAGE
Geesthacht spart 2018 500 000 Euro

Geesthacht/Ratzeburg (rpf). Der Runde Tisch des Kreises hat sich darauf verständigt, die Erhöhung der Kreisumlage zum 1. Januar 2018 zurückzunehmen. Die Umlage war zum Jahresbeginn 2017 um 1,69 Prozentpunkte auf 38,09 Prozent wegen der Konsolidierungsvereinbarung mit Schleswig- Holstein erhöht worden. Mit der Rücknahme der Steigerung reagiere man auf die „deutlich positive Entwicklung der Kreisfinanzen“, teilte Tobias Frohnert, Sprecher des Kreises Herzogtum Lauenburg, gestern mit.
Für Geesthacht bedeutet das Minderausgaben von rund 500 000 Euro für das kommende Haushaltsjahr. Das anvisierte Haushaltsdefizit sinkt damit unter die Sieben-Millionen-Euro-Grenze. Entsprechend erfreut reagierte gestern Bürgermeister Olaf Schulze (SPD): „Das ist nicht nur für Geesthacht, sondern für alle Kommunen des Kreises ein positives Signal.“

Bergedorfer Zeitung 15.11.17

Endspurt auf dem Reinbeker Weg
Zwischen Reinbek und Wentorf soll der Verkehr am 2. Dezember wieder fließen

Von Anne Müller
Wentorf/Reinbek. Das wird eine Punktladung. Vom 2. Dezember an soll der Verkehr zwischen Reinbek und Wentorf wieder ins Rollen kommen. Auf beiden Seiten gehen die Bauarbeiten in den Endspurt.
Wentorfs Ordnungsamtsleiter Sascha Kröger liegt mit der Koordination des anspruchsvollen Mammutprojektes, in dem mehrere Firmen und Gewerke aufeinander eingespielt werden mussten, genau im Zeitplan. Seit März ist er dafür im Dauereinsatz. Nachdem die Kanalarbeiten nun abgeschlossen sind, wurden gestern die letzten Meter Asphalttragschicht vor dem Kreisel Am Petersilienberg aufgebracht.
Arno Voß, Vorarbeiter der Asphaltkolonne, hatte seine Männer und vor allem die riesige „Straßenfertiger 1900/3“ von Vögele genau im Blick. 660 Tonnen Asphalt verteilte der dampfende Riese auf den letzten 210 Metern. Morgen wird die Binderschicht aufgetragen. Zeitgleich wird der Reinbeker Weg bis zur Einmündung „Am Haidberg“ gereinigt. Im Anschluss wird der komplette Reinbeker Weg mit einer Bitumenemulsion versehen, danach soll morgen (Donnerstag) auf 750 Metern die Asphaltdeckschicht aufgebracht werden.
Dafür müssen Anwohner allerdings ein letztes Mal Einschränkungen in Kauf nehmen. Von heute (Mittwoch) an muss die Straße komplett gesperrt werden. „Wegen der Anspritzarbeiten ist ein Anfahren zu den Grundstücken dann nicht mehr möglich“, bedauert Hauptamtsleiter Karsten Feldt. Freitag werden die anliegenden Einmündungen asphaltiert und gegen 19 Uhr die Sperrung aufgehoben.
Für alle anderen wird die Straße erst am 2. Dezember geöffnet. Es sind noch erhebliche Nacharbeiten notwendig, so müssen etwa die Schachtdeckel in die Fahrbahn eingepasst werden.
Probleme sind ausgeräumt
Auch auf Reinbeker Seite hat Bauamtsleiter Sven Noetzel den Zeitplan im Griff. Nach Problemen mit dem Rohrvortrieb zum neuen Regenwasserklärbecken unter dem Parkplatz am Museum Rade laufe jetzt wieder alles: „Auch wir können am 2. Dezember die Straßen freigeben.“ 80 Prozent der Fahrbahnen seien fertig. Am 21. November wird der Wehrstieg auf der Schlossstraße und am 28. November das Klärbecken eingehoben. Am 1. Dezember sollen dann die letzten Asphaltierungsarbeiten auf Reinbeker Seite folgen.
„Dann hat die Qual endlich ein Ende", freut sich Sven Noetzel mit Sascha Kröger auf die Eröffnung des Reinbeker Weges.
Die Nebenstraßen am Reinbeker Weg sind wie folgt erreichbar: Flurstraße über Verbindungsweg An der Bergkoppel, Wald-, Eichen- und Blautannenweg über Am Buchenhain, An der Hege über Verbindungsweg Waldweg weiter zum Am Buchenhain Haidgarten über Verbindungsweg Gärtnerstraße. Hochweg und Am Redder sind bis Freitag für Pkw und Lkw nicht erreichbar.

Lübecker Nachrichten 14.11.17

Land soll mehr Geld für Straßen geben

Kiel. Der Gemeindetag will von der Landesregierung Zuschüsse für den Ausbau kommunaler Straßen. Das wäre „die richtige Konsequenz“ aus dem von Jamaika geplanten Wegfall der kommunalen Pflicht zur Erhebung von Straßenausbaubeiträgen, sagte Vorstandsmitglied Jörg Bülow.
Er gehe von einem zweistelligen Millionenbetrag aus, den Städte und Gemeinden im Norden bislang Jahr für Jahr von Haus- und Wohnungsbesitzern beim Ausbau der Straßen vor Ort einforderten.
Die Koalition will den Kommunen künftig wieder selbst überlassen, ob sie von Anwohnern Beiträge für den Straßenausbau erheben oder nicht. Im September beriet der Landtag in erster Lesung einen entsprechenden Gesetzentwurf. Die Beiträge seien eines „der meistbeklagten Themen in den Kommunen“, sagte Innenminister Hans- Joachim Grote (CDU) während der Debatte.
„Es wird aber Kommunen geben, die aus finanziellen Gründen auch künftig Straßenausbau nur mit Ausbaubeiträgen leisten können“, sagte Bülow. Wegen des bevorstehenden Kommunalwahlkampfes seien in zahlreichen Orten Initiativen zur Aufhebung entsprechender Satzungen zu erwarten. „Aber da sich dadurch die Finanzierungsbasis für Investitionen verschlechtert, dürfte sich auch der Umfang der Investitionen in Straßen verringern. Deswegen wäre die richtige Konsequenz, dass das Land mit Zuschüssen Investitionen in Gemeindestraßen fördert.“
Bülow glaubt nicht, dass die Erhebung von Beiträgen zu einer Konkurrenz unter den Kommunen um neue Einwohner führen wird. Andere Faktoren wie die Kinderbetreuung, Schulen, die Verkehrsanbindung, das schnelle Internet, der Einzelhandel und die Grundsteuer seien dabei viel wichtiger und auch transparenter.
Hans-Jörn Arp, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU- Landtagsfraktion, weist das Ansinnen zurück: „Es kann nicht Sinn der Sache sein, dass die Gemeinden auf die Möglichkeit zur Erhebung von Straßenausbaubeiträge verzichten, um sich anschließend die entsprechenden Gelder vom Land zu holen.“ Die Neuordnung des kommunalen Finanzausgleichs solle zukünftig die Gemeinden in die Lage versetzen, ihrer Verpflichtung zum Ausbau kommunaler Straßen entsprechend weiterhin nachzukommen. „Wir unterstützen die Kommunen bei ihren Forderungen“, entgegnet Beate Raudies (SPD). Selbstverständlich müsse die Landesregierung das Geld für die zuvor versprochenen Leistungen zur Verfügung stellen.

Bergedorfer Zeitung 14.11.17

Straßenausbau: Mieter sollen zahlen
CDU will Kosten auf Grundsteuer umlegen

Oststeinbek (st). Für den Bau neuer Straßen werden die Anlieger zur Kasse gebeten. Muss die Trasse nach Jahrzehnten umfassend erneuert werden, geht damit häufig ein „Ausbau“ einher, so lassen sich die Grundeigentümer erneut zur Kasse bitten. Belastungen bis zu fünfstelligen Summen treiben Betroffene auf die Barrikaden, um so mehr, als die Berechnung komplex und oft nur schwer nachzuvollziehen sind. Die CDU beantragt für die nächste Bauausschusssitzung, Oststeinbeks Satzung abzuschaffen, sobald in Schleswig- Holstein das Gesetz in Kraft tritt, das dies finanzstarken Kommunen ermöglicht.
„Wir rechnen damit, dass es im Februar so weit ist“, sagte Hans-Joachim Vorbeck gestern. Seine Fraktion hatte bereits einen Auftragsstopp für den Straßenausbau beantragt, bis das Gesetz erlassen ist. „Wir wollten nicht, dass Anlieger unnötig belastet werden“, sagt der CDU-Fraktionschef.
„Unser Ziel ist, die Last auf alle zu verteilen, die die Straße nutzen, nicht nur Eigentümer“, erläutert Vorbeck. Denn bisher zwingt das Kommunalabgabengesetz Schleswig-Holsteins Städte und Gemeinden dazu, eine Satzung zu erlassen und Beiträge zu erheben. Diese lassen sich aber nicht auf die Miete aufschlagen, sodass allein die Eigentümer zahlen.
Wie die CDU den Straßenausbau künftig finanzieren will, ist noch offen. „Das hängt von der Haushaltslage ab“, sagt der 71-Jährige. Die Grundsteuer verteile die Belastung über die Jahre nicht nur auf alle Grundeigentümer, lasse sich auch auf die Mieter umlegen.

Die neue Landesregierung hat versprochen, es den Kommunen freizustellen, ob sie Beiträge erheben wollen. Auf der jüngsten Versammlung des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetags wurde dies kritisiert: Das Land wälze Entscheidungen auf die Kommunen ab, ohne Alternativen der Finanzierung zu bieten.
Vorbeck lobt den neuen Spielraum: „Wir müssen uns das Geld ohnehin von den Bürgern holen. Nun können wir unser Hoheitsrecht ausüben, die Belastung gerechter verteilen.“ Finanzschwache Kommunen würden wohl schlechter gestellt, auf Oststeinbek treffe dies jedoch nicht zu.
Sitzungsbeginn ist am Montag, 20. November, um 1930 Uhr im Bürgersaal, Möltner Landstraße 22.

Bergedorfer Zeitung 13.11.17

BESCHLUSS
Hier kommt nur „fairtrade" auf den Tisch

Geesthacht (wjö). Wenn Bürgermeister Olaf Schulze eine Tasse Kaffee anbietet, gibt es künftig keine zwei Meinungen: Im Geesthachter Rathaus sollen nur noch fair gehandelte Sorten ausgeschenkt werden. Denn die Ratsversammlung hat sich am Freitag hinter die Verwaltung gestellt und einstimmig deren Vorschlag zugestimmt: Geesthacht will „Fairtrade“-Stadt werden.
Um das Siegel der internationalen Kampagne des Vereins „Transfair“ zu erlangen, muss die Elbestadt nun fünf Kriterien erfüllen: Außer der Verwendung von fair gehandeltem Kaffee und einem weiteren Produkt bei städtischen Veranstaltungen sowie in den Büros von Bürgermeister, Bürgervorsteher und Erstem Stadtrat, müssen auch Bürger von der Idee überzeugt werden. Mindestens sechs Geschäfte und drei Gastronomiebetriebe müssen „Fairtrade“-Produkte anbieten, mindestens eine Schule, ein Verein oder eine Kirchengemeinde zum Mitmachen animiert werden. In der Ratsversammlung wurden bereits Kooperationen mit dem Verein Partnerschaft Afrika und der Wirtschaftlichen Vereinigung ins Spiel gebracht. „Ich denke, die fünf Kriterien dürften für Geesthacht kein Problem sein“, betonte Gabriele Peterburs, die im Namen der SPD wie Vertreter anderer Fraktionen für den Vorschlag der Verwaltung dankte. Weltweit gibt es mehr als 1000 „Fairtrade“-Städte. Beim fairen Handel geht es um angemessene Einkünfte für kleinbäuerliche Produzenten.

Bergedorfer Zeitung 10.11.17

Line 235 - „Der Fahrplan ist desaströs"
FAHRGASTÄRGER Übervolle Busse zu Stoßzeiten: Gemeinde verhandelt
über Verbesserung der Taktfrequenz

Wentorf (amü). Seit der Schließung des Reinbeker Weges für die Bauarbeiten reißt der Ärger um die stark frequentierte Linie 235 nicht ab. Spätestens ab den Stationen Henkenhoop und Sand weg ist der Bus „knackevoll“. Seit der Straßensperrung steigen nun alle Wentorfer, die bislang zum Reinbeker Bahnhof gefahren waren, mit in den Bus Richtung Bergedorf, vermutet der Wentorfer Klaus Tempke, der sich jeden Morgen mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg nach Hamburg macht.
Dr. Holger Stienen, der seit einem Jahr am Friedrichsruher Weg wohnt, machte jetzt ebenfalls seinem Ärger Luft: „Neben Verspätungen, oft bis zu sieben bis acht Minuten, ist die Überfüllung in den Stoßzeiten ein ständiges Problem. Dann können keine Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer mehr mitfahren.“ Daneben sei der Fahrplan desaströs: „Besonders in den Abendstunden und an Sonnabenden zu späterer Zeit, dann kommen immer noch viele Menschen von der Arbeit.“ Dazu geschehen täglich unglaubliche Dinge: „Da viele Busse laut provisorischem Fahrplan nur bis Grotensahl fahren und es keine Wendemöglichkeit gibt, kurven manche Fahrer durch das Gewerbegebiet zurück zur Haltestelle Henkenhoop und dann Richtung Bergedorf. Manche werfen die Fahrgäste im Dunkeln raus, andere nehmen Fahrgäste mit und lassen sie auf der Rundtour aussteigen“, hat der Wentorfer beobachtet und seine Kritik bei den Verkehrsbetrieben Hamburg- Holstein (VHH) kundgetan.
„Fahrten, die an besagter Haltestelle Grotensahl enden sollen, haben keine Möglichkeit dort über den Kreisverkehr zu wenden, da durch einen Baukran eine Einbahnstraßenregelung festgelegt wurde“, so VHH-Sprecher Martin Beckmann. Mittlerweile wurde die Zufahrtsstraße zum Kreisverkehr komplett gesperrt. Grundsätzlich verspricht er: „Wir werden die Kritikpunkte in unseren Betrieb weiterleiten.“ Ob und in welcher Form Veränderungen möglich sind, lasse sich nicht vorhersagen, da die Entscheidungen nicht allein von der VHH getroffen werden. Der Einsatz von Gelenkbussen oder eine Taktverdichtung müssten mit Aufgabenträgern abgestimmt werden.
Und auf dieser Ebene tut sich etwas. Bürgermeister Dirk Petersen sieht nach einem Gespräch mit dem Landrat neue Hoffnung für eine Taktverbesserung. „Dr. Christoph Mager hat zugesichert, dass eine neue Überprüfung umgesetzt wird.“ Fahrgastzählungen hatten zuletzt zu einer Verschlechterung der Taktungen geführt. Für die alte Bedienung hätte die Gemeinde 250 000 Euro pro Jahr dazu zahlen müssen. Gerade vor dem Hintergrund zweier neuer Baugebiete im Gemeindegebiet (Lange Asper und Bauernvogtskoppel) sei der Gemeinde daran gelegen, die Taktung der Bus-Linie wieder auszuweiten.

Bergedorfer Zeitung 09.11.17

Für „Ditt & Datt" Helfer gesucht
KLEIDERKAMMER braucht Unterstützung

Wentorf (amü). Gute Laune ist auf jeden Fall garantiert, wenn sich die 15 Ehrenamtlichen in der Kleiderkammer „Ditt & Datt“ des DRK treffen. Montags und mittwochs heißt es Strampler sortieren, Wäschespenden auf brauchbare Textilien sichten und nicht zuletzt die Regale und Kleiderständer mit der aktuellen „Spenden- Kollektion“ zu bestücken.
Wenn sich die Türen öffnen, stöbern 30 bis 50 Besucher aus allen Altersgruppen in den Hallen. „Die Bedürftigkeit muss niemand nachweisen“, sagt Nicole Bombeck. Allerdings haben die Vorsitzende des Ortsvereins und ihr Team beschlossen, nicht mehrere gleiche Kleidungsstücke an eine Person abzugeben. So solle verhindert werden, dass die Teile wieder auf dem Flohmarkt weiterverkauft werden. Für Kleidungsstücke, Spielzeug oder Geschirr wird eine geringe Gebühr berechnet, denn im Fundus seien auch viele neuwertige Spenden ansässiger Firmen.
„Wir sind überwältigt von den vielen Spenden der Wentorfer“, lobt die zweite Vorsitzende, Sandra Tiedemann, die Hilfsbereitschaft. Davon könne sich jeder mit günstiger Second-Hand-Kleidung eindecken. Auch viele junge Familien würden das für Kinderkleidung nutzen. Mit den Erlösen wird die ehrenamtliche Arbeit des DRK-Ortsvereins unterstützt.
Das engagierte Team hat seit 2016 wieder neues Leben in die Hallen des DRK am Südring 48 gebracht. „Wir haben uns in der Flüchtlingsbetreuung der Landesunterkunft an der Golfstraße kennen gelemt“, sagt Nicole Bombeck. Nach Schließung der Unterkunft setzten die Helfer die Arbeit am Südring fort.
Die ersten Räume sind renoviert und die Helfer stecken voller Ideen für neue Projekte. Allerdings sind unter den 200 Mitgliedern des Ortsvereins immer weniger aktiv. Helfer werden daher gebraucht - ob beim Regale aufbauen, sortieren, der Verteilung von Iso- Matten an Obdachlose oder für den Sanitätsdienst. Jeder sei willkommen, auch wenn er nur einmal im Monat vorbeischauen kann. Wer helfen möchte, kann sich unter Telefon (040) 720 7811 melden.
Öffnungszeiten: montags von 15 bis 18 Uhr, mittwochs von 10 bis 12 Uhr, jeden ersten Sonnabend im Monat von 10 bis 12 Uhr.

Bergedorfer Zeitung 09.11.17

Rathaus Geesthacht setzt auf fairen Handel
INITIATIVE Verwaltung möchte, dass Geesthacht Fairtrade-Town wird

Geesthacht (wjü). Produkte, die unter verträglichen Arbeits- und Lebensbedingungen entstehen und deren Erzeuger von ihrer Arbeit leben können: Immer mehr Menschen bewerten Lebensmittel und Textilien nicht mehr nur nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis, sondern legen auch eine moralische Skala an. Deutlich wird das an den Marktanteilen fair produzierter Erzeugnisse. Lag der Umsatz mit dem Fairtrade-Label ausgezeichneter Produkte 2006 in Deutschland noch bei 110 Millionen Euro, ist er 2016 auf 111,5 Millionen Euro gestiegen. Und auch die Stadt Geesthacht springt auf diesen Trend auf: Die Elbestadt will „Fairtrade-Town“ werden - so wie es mehr als 500 Städte in Deutschland bereits sind, unter anderem Hamburg, Lüneburg und Lübeck.
„Wir wollen in Geesthacht den Fairtrade-Gedanken voranbringen. Wir finden das gut“, nennt Rathaussprecher Torben Heuer die Motivation der Verwaltung, die internationale Kampagne der Organisation TransFair an die Politik heranzutragen. Bevor Geesthacht sich Fairtrade-Stadt nennen kann, müssen jedoch einige Hürden genommen werden. Erste Voraussetzung ist, dass die Politik dem von Bürgermeister Olaf Schulze angeschobenen Vorhaben grünes Licht gibt. Die Ratsversammlung diskutiert den Vorschlag morgen um 18 Uhr im Rathaus (Markt 15).
Stimmt die Politik zu, geht es an die Erfüllung von fünf Kriterien. So dürfte bei städtischen Veranstaltungen ausschließlich fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt und ein weiteres gelabeltes Produkt wie Tee, Zucker oder Orangensaft müsste angeboten werden. Gleiches gilt für Treffen in den Büros von Bürgermeister, Bürgervorsteher und Erstem Stadtrat. Außerdem müssen mindestens sechs Geschäfte und drei Gastronomiebetriebe Fairtrade-Produkte anbieten - die Zahl richtet sich nach der Einwohneranzahl. Darüber hinaus gelte es, mindestens eine Schule, einen Verein oder eine Kirchengemeinde zum Mitmachen zu animieren. Koordiniert würde die Umsetzung über eine Steuerungsgruppe bestehend aus Privatleuten, Politikern und Verwaltungsmitarbeitern.
Alle Städte Deutschlands, die sich mit dem Label schmücken können, das Geesthacht erhalten möchte, sind unter www.fairtrade-town.de gelistet. Dort sind auch die Kommunen aufgeführt, die sich im Bewerberstatus befinden und die andere Ziele bereits erreicht haben: So ist Glinde mit ihrer „Fairtrade-School" aufgeführt.

Der Reinbeker 06.11.17

Politik verzichtet auf Vorbildfunktion
Stadtradeln für Wentorf zu teuer

Wentorf - Die Nachbarkommune hat es vorgemacht: Seit Beginn der Kampagne beteiligt sich Reinbek an der Aktion STADTRADELN. In diesem Jahr war erstmals auch Glinde dabei. Das Projekt soll Klimaschutz und Radverkehr fördern, es läuft jeweils an 21 zusammenhängenden Tagen zwischen dem 1. Mai und dem 30. September. Nun kam in der Lenkungsgruppe Mittelzentrum die Frage auf, ob sich nicht auch Wentorf beteiligen sollte, um das Ziel »Entwicklung und Stärkung eines Wir-Gefühls und eines gleichberechtigten Miteinanders« gemäß Leitbild des Mittelzentrums zu stärken. Im Kreis Herzogtum Lauenburg sind bislang Geesthacht, Mölln und das Amt Büchen dabei.
Die Kampagne soll Bürger für die Benutzung des Fahrrades im Alltag sensibilisieren und die Themen Fahrradnutzung und Radverkehrsplanung verstärkt in die kommunalen Parlamente einbringen. Kommunalpolitiker, als die lokalen Entscheider in Sachen Radverkehr, sollen im wahrsten Sinne des Wortes verstärkt »erfahren«, was es bedeutet, in der eigenen Kommune mit dem Rad unterwegs zu sein und Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation für Radfahrer dann anstoßen respektive umsetzen. Zudem soll die Politik ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und nutzen, um durch positive Beispiele andere zum Radfahren zu ermuntern.
Die Teilnahmegebühr für Wentorf als Nicht-Mitglied des Klima-Bündnisses würde 900 Euro betragen, zusätzlich hatte die Verwaltung weitere 1.100 Euro für Preise, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit veranschlagt, und Personalkosten wären ebenfalls zu berücksichtigen. Der Planungs- und Umweltausschuss steht dem Projekt zwar durchaus positiv gegenüber, die Mitglieder lehnten einen entsprechenden Beschluss jedoch nach kurzer Diskussion aus finanziellen Gründen mehrheitlich ab.
Christa Möller

Der Reinbeker 06.11.17

Mehr Leben in den Casinopark
Neuer Eigentümer sieht weiteren Bedarf im Dienstleistungssektor und im Bereich Schuh- und Textilhandel sowie Gastronomie

Wentorf - Diesen »Park« gibt es in Wentorf infolge des Abzuges der Bundeswehr 1995: Im Zuge der Konversion des ehemaligen Kasernengeländes entstanden 2001/2002 unter anderem auch ein Einkaufszentrum sowie Wohnungen: der aus fünf Blöcken bestehende »Casinopark«. Das Investitionsvolumen betrug rund 60 Millionen D-Mark. Inzwischen hat der Casinopark einen neuen Eigentümer: Anfang April hat die Concept-Immobilien Projektentwicklungs GmbH (CIP) das Ruder im Casinopark Wentorf übernommen. Projektleiter Norman Chrubasik erläutert: »Die Mieter sind generell sehr zufrieden mit dem Standort. Sieben zum Teil kleinere Ladenlokale stehen derzeit noch leer«, weiß er und ergänzt, der Leerstand der Einzelhandelsflächen betrage nur etwa zehn Prozent.
Der neue Eigentümer will den »Casinopark« mit rund 7.100 Quadratmetern Einzelhandelsfläche, dessen Hauptmieter Aldi, Edeka, Rossmann sowie weitere Einzelhändler sind, mit mehr Leben füllen und ihn attraktiver machen: »Wir arbeiten an der Beseitigung sämtlicher bautechnischer Mängel. Des Weiteren nehmen wir Flächenoptimierungen vor und entwickeln eine sinnvolle Vermietungsstrategie«, betont der Projektentwickler. Was den Branchenmix anbelangt, sieht er bezüglich des Dienstleistungssektors und im Bereich Schuh- und Textilhandel sowie Gastronomie noch weiteren Bedarf.
Mit viel freier Fläche und wenig einladend wirkend, zeigt sich derzeit der Marktplatz. Aber auch dort soll sich etwas tun, Konzepte für eine sinnvolle, nachhaltige Nutzung sind in Arbeit. Ein Schritt in diese Richtung war das Weinfest im September, »für uns und unsere Mitveranstalter ein erster großer Erfolg«, freut sich Norman Chrubasik. »Seitens der Besucher und Einzelhändler haben wir durchweg positives Feedback erhalten.« Die CIP sei außerdem im Austausch mit der Wirtschaftsinitiative Wentorf.
Nun würden Ideen für eine regelmäßige, nachhaltige Nutzung des Platzes beispielsweise durch attraktive, laufende Veranstaltungen gesammelt, wie Chrubasik erklärt. »Wir wollen das Flair und die Aufenthaltsqualität steigern.« Des Weiteren soll der Wochenmarkt wieder aktiviert werden.
Christa Möller

Der Reinbeker 06.11.17

Grundschule Wentorf als Referenzschule
für den Offenen Ganztag ausgezeichnet
290 Kinder nutzen zur Zeit die Angebote der Offenen Ganztagsschule

Wentorf - Seit dem Start im Sommer 2013 hat sich das Konzept der Offenen Ganztagsschule (OGS) an der Grundschule Wentorf stetig weiterentwickelt. Auf dem Weg zu einem ganztägig geöffneten Haus des Lernens und Lebens entstanden in den vergangenen vier Jahren zahlreiche neue Angebote für die Schülerinnen und Schüler. Die Grundschule Wentorf ist nun in das landesweite Netzwerk »Ganztägig lernen« aufgenommen worden und als Referenzschule für den Offenen Ganztag ausgezeichnet worden.
Das Referenzschulnetzwerk »Ganztägig lernen«, ein Projekt der DEUTSCHEN KINDER- UND JUGENDSTIFTUNG, unterstützt bundesweit seit 2007 die Zusammenarbeit und Vernetzung der Ganztagsschulen. In Schleswig-Holstein sind in diesem Jahr 24 Schulen als Referenzschulen ausgewählt worden. Ziel ist es, durch Austausch, fachliche Vorträge und Besuche von anderen Referenzschulen voneinander zu lernen. Beispiele guter Praxis werden landesweit bekannt gemacht, Erfahrungen im Rahmen von Hospitanzen und Fortbildungen an andere Schulen weitergegeben.
Die Grundschule Wentorf sieht sich durch die Auszeichnung in ihrem Konzept bestätigt. »Wir freuen uns, unsere Erfahrungen an andere weitergeben zu können. Man muss ja das Rad nicht immer neu erfinden. Wir können sicher auch von anderen noch viel lernen«, sagt Schulleiterin Sonja Henke. »Die Entwicklung der Ganztagsschule ist ein ständiger Prozess. Wir haben uns als besonderes Vorhaben für dieses Schuljahr zum Ziel gesetzt, die Verzahnung des Vormittags- und des Nachmittagsbereichs noch weiter voran zu bringen«, ergänzt OGS-Leiterin Sabine Schratzberger-Kock. Alle Beteiligten sollen noch enger zusammen arbeiten. Dabei ist die Verzahnung bereits durch die gemeinsame Nutzung der Räume, ein gesamtschulisches Hausaufgabenkonzept und beispielsweise die Teilnahme der pädagogischen Fachkräfte der OGS an den Fachkonferenzen gegeben. Auch gibt es Projekte wie die Musical AG oder die Lauf AG, die vormittags und nachmittags stattfinden. Trotzdem sollen beide Bereiche noch weiter zusammen wachsen. »Das fördert die Identifizierung mit der Schule«, ist Konrektor Oliver Fünning-Segieth überzeugt.
Insgesamt 290 Kinder nutzen zur Zeit die Angebote der Offenen Ganztagsschule der Grundschule Wentorf. Das sind 70 Prozent der Grundschülerinnen und Grundschüler, die nach Unterrichtsschluss in der Schule essen, ihre Hausaufgaben erledigen und ihre Freizeit verbringen. »Die OGS ist ein Erfolgsmodell. Wir können sehen, dass die Nachfrage weiter steigt. Die Auszeichnung als Referenzschule ist auch eine Anerkennung für die Gemeinde Wentorf insgesamt, die mich mit Stolz erfüllt. Bei der Ausstattung der OGS wird nicht gespart. Es gibt eine hohe Akzeptanz in der Politik. Wir setzen auf hochqualifiziertes Personal. Das ist es uns wert und es zahlt sich aus«, sagt Bürgermeister Dirk Petersen. Durch die gute finanzielle Ausstattung kann die OGS jeder Familie, die es wünscht, einen Platz garantieren. Schulleiterin Henke betont, dass das keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist: »Das gibt den Eltern Sicherheit und schafft Flexibilität. Die Eltern können sich in jeder Hinsicht auf uns verlassen.«
Susanne Martensen

Bergedorfer Zeitung 03.1.17

Auftakt zum Stadtcheck im Rathaus
STARTSCHUSS für die große Umfrage zur Entwicklung Reinbeks
- Die Meinung der Bürger ist gefragt

Von Anne Müller
Reinbek. Der kleine Justus lief ausgelassen von Alt-Reinbek nach Schönningstedt. Das ging am Mittwochabend im Rathaussaal blitzschnell, denn auf dem Teppichboden war zum Auftakt des Stadtchecks ein riesiger Stadtplan ausgebreitet. Vor zwei Jahren haben die Eltern des Zweijährigen, Stefanie Hartmann (37) und Steffen Baden (39), ein Reihenhaus in Alt-Reinbek gekauft. Dafür, dass die vielen kleinen Grünflächen in den Stadtteilen bleiben, kam die Familie zum Stadtcheck und füllte Fragebogen und Wunschkarten aus. „Wenn gebaut wird, dann zentral und gut geplant, ohne überall kleine Flächen zu verbrauchen“, wünschen sich die Neu-Reinbeker.
Bürgermeister Björn Warmer freute sich vor allem über die unbekannten Gesichter, die neben Stadtverordneten und geladenen Multiplikatoren ins Rathaus gekommen waren. Um herauszufinden, wie sich Reinbek auf zukünftige Entwicklungen vorbereiten kann, möchte die Stadtverwaltung mit den 27 000 Bürgern in einen Dialog eintreten. Moderiert und begleitet wird der Stadtcheck von den Hamburger Projektentwicklern Urbanista. Das Team aus Stadtplanem, Soziologen, Architekten, Raumplanern und Kommunikationsdesignern hat sich zum Ziel gesetzt, Politik, Wirtschaft und Bürger miteinander ins Gespräch zu bringen. Zum Auftakt fanden sich etwa 40 Politiker, Verwaltungsmitarbeiter, Multiplikatoren aus Schulen, Sportvereinen und Verbänden und interessierte Bürger ein.
Begeistert hielt Karin Weniger ihren Beitrag zum Stadtcheck in den Händen. „Es ist toll, dass die Stadt nach unseren Ideen fragt“, sagt die ältere Dame. Das Angebot zum Dialog hat sie gern angenommen und auch gleich einen Vorschlag ausformuliert. Denn es fehlen ihrer Meinung nach bezahlbare Mini-Appartements für Senioren und Studenten in der Stadt: „Der Rowohlt Verlag zieht nach Hamburg. In der Annahme, dass auch hier die Stadt Reinbek das Vorkaufsrecht besitzt, entspringt folgender Wunsch: Der Innenausbau mit den günstig geschnittenen Büroräumen und der vorhandenen Heizungs- und Elektroanlage bieten sich doch geradezu an, für dringend benötigte, etwa 25 Mini- Appartements mit Küchenzeile, Flur und Duschbad.“
Dieser Vorschlag passte zum Anliegen von Dr. Heinz- Dieter Weigert. Der Seniorenbeiratsvorsitzende wollte auch privat die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum in der Stadt untermauern: „Es ist ein Skandal, dass wir so wenig geförderte Wohnungen in der Stadt haben.“
Das Thema Wohnen nimmt im Fragebogen, der auch online (www.reinbek-im-dialog .de) anonym ausgefüllt werden kann, großen Raum ein. Auf einer Karte können dazu Potenzial- und Schutzflächen eingezeichnet werden.
Dörte Kabel (50), Anke Nord (54) und Marina Walter (58) aus Ohe hätten sich gewünscht, dass auch die Themen Verkehrsanbindung, Umwelt oder Kinderbetreuung mit abgedeckt werden. Grundsätzlich begrüßten sie sehr, dass die Menschen beteiligt werden. „Das wollen wir auf jeden Fall unterstützen“, sagte Dörte Kabel. Die Mutter eines zehnjährigen Sohnes fährt wegen der schlechten Anbindung durch den öffentlichen Nahverkehr mit dem Auto zur Arbeitsstelle in Hamburg. „Das würde ich gern anders machen“, sagt sie, zum Beispiel wenn die S-Bahn häufiger fahren würde.
Wie auch Anke Nord würde sie gern den Charme des Stadtteils, der an schöne Natur grenzt, erhalten. „Das eine oder andere Mietshaus wäre gut, damit auch Menschen mit geringerem Einkommen in den Stadtteil ziehen können“, sagt sie. Als Übungsleiterin im Sportverein wünscht sie sich auch weniger vernachlässigte Sportstätten an Schulen.
Wegen des dörflichen Charakters ist auch Marina Walter 2003 mit der Familie nach Ohe gezogen. Sie wünscht sich, dass das Verkehrskonzept vor der Haustür der Praxis standhält, bevor neue Wohngebiete geplant werden: „In unserer Straße fährt niemand das vorgesehene Schritttempo“, gibt sie zu bedenken.
Während die Frauen aus Ohe die Bögen ausfüllten, wuchs an der Pinwand die Zahl der Antworten auf die Frage: „An welchen Orten soll Reinbek sich verändern?“ Dabei fiel auch das Stichwort Holzvogtland mit dem Zusatz: „Neues Stadtzentrum mit geförderten, günstigen barrierefreien Wohnungen“ oder zum S-Bahnhof: „Der Fußweg am nördlichen Rand ist zu schmal“. Der „Ausbau von Fahrradwegen“ und „mehr Einkaufsmöglichkeiten“ wurden ebenfalls notiert.
„Geben Sie uns richtig was mit“, hatte Julian Petrin, Gründungsgesellschafter von Urbanista, angeregt: „Wir wollen hören, wo der Schuh drückt und wo vielleicht noch Platz ist.“ Nach dem Auftakt bekommen Bürger am Lichterfest in der Innenstadt (1. Dezember), beim Adventsmarkt in Neuschönningstedt (3. Dezember) und beim Weihnachtsmarkt (9./10. Dezember) Gelegenheit zum direkten Dialog.

Bergedorfer Zeitung 02.11.17

GRÜNEN-ANTRAG
Straßen mit Steuern sanieren

Reinbek (sho). Forum 21 und FDP haben das Thema Straßenbaubeiträge auf die politische Tagesordnung setzen lassen, die Grünen gehen jetzt noch einen Schritt weiter.
Sie stellen für die Stadtverordnetenversammlung am 7. Dezember den Antrag, dass die Stadt künftig Sanierungen über Steuern oder wiederkehrende Beiträge finanziert.
Die Verwaltung wird beauftragt, beide Modelle zu prüfen und darzulegen, ob die Umsetzung machbar ist. Zudem soll eine sogenannte Verschonungsregelung aufgenommen werden. Damit werden Anwohner jüngst sanierter Straßen bei einer erneuten Maßnahme nicht zum zweiten Mal zur Kasse gebeten. Interessierte sind am 7. Dezember, 19.30 Uhr, im Rathaus willkommen.

Bergedorfer Zeitung 01.11.17

Ein Blick hinter die Kulissen der Kommunalpolitik
PLANSPIEL Kreistag und Kreisjugendring laden Teilnehmer ab 16 Jahre
zum Politikseminar ein

Mölln/Ratzeburg (cus), „Junge Menschen sind oft politisch sehr interessiert, sie finden sich aber in der Parteienlandschaft vor Ort nicht wieder“, beschreibt Kreispräsident Meinhard Füllner (CDU) das Dilemma der Politik. Auf Antrag der SPD wollen die im Kreistag vertretenen Parteien jedoch noch vor der Kommunalwahl am 6. Mai 2018 gegensteuern: Bereits vor einem Jahr hatten sie das „Planspiel Kommunalpolitik“ beschlossen.
Am 8. und 9. Dezember wird es nun in der Ratzeburger Jugendherberge auf die Beine gestellt - und ist offen für alle Generationen.
„Unser primäres Ziel ist es nicht, Menschen zu gewinnen, die anschließend zur Wahl antreten, sondern den Teilnehmern zu helfen, hinter die Kulissen zu schauen und gemeinsam zu überlegen, wie sie sich einbringen können“, sagt Arne Strickrodt, Geschäftsführer des Kreisjugendrings, der das Planspiel im Auftrag des Kreises mit einem Berliner Büro durchführt. Den Auftakt bilden am Freitagabend moderierte Gesprächsrunden mit Landes- und Bundespolitikern. Am Sonnabend folgt ein Ideenlabor.
Weil das Planspiel über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert wird, entstehen den Teilnehmern keine Kosten. Untergebracht sind sie in Einzel- und Doppelzimmern in der Ratzeburger Jugendherberge. Als besonderes Extra laden die Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann, Nina Scheer und Konstantin von Notz die Mitwirkenden zu einer zweitägigen Fahrt nach Berlin ein. Teilnehmer ab 16 Jahren können sich bis zum 15. November unter (0 45 42) 84 37 84 oder per E-Mail unter info@kjr-herzogtum-lauenburg.de anmelden.
Bereits durchgeführt hat das Frauennetzwerk KoPF ein für Frauen konzipiertes Politikseminar mit 15 Teilnehmerinnen. Vor fünf Jahren hatten zahlreiche spätere Kommunalpolitikerinnen dort ihr politisches Handwerkszeug gelernt.

Bergedorfer Zeitung 26.10.17

Grüne wollen Anliegerbeiträge kippen
STRASSENSANIERUNG Wentorfer wagen neuen Vorstoß:
Straßenbau über Grundsteuererhöhung finanzieren

Von Susanne Holz
Wentorf. Die Wentorfer Grünen bringen ein heißes Eisen wieder auf die politische Tagesordnung der Gemeinde: Die Straßenbaubeitragssatzung. Ihrer Meinung nach soll diese abgeschafft werden. Schließlich sei es ungerecht, dass alle eine Straße benutzen, aber bei Sanierungen nur die Anlieger kräftig zur Kasse gebeten werden. Diskutiert wird das im Liegenschaftsausschuss am 9. November im Wentorfer Rathaus (19 Uhr) in großer Runde.
Das Thema ist nicht neu, nimmt jetzt aber wieder Fahrt auf. Grund: „Die Landesregierung möchte es Kommunen freistellen, ob sie von Anwohnern Beiträge für den Straßenausbau erhebt oder nicht“, erklärt Gregor Zahnow, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Nun sei also die Gelegenheit da, die Frage auch für Wentorf endgültig zu klären.
Fest steht: Komplett aus Eigenmitteln wird die Gemeinde keine Straße sanieren können - die Kassen sind leer. Doch wie soll das ganze finanziert werden? „Wir Grünen sind dafür, die Grundsteuer zu erhöhen“, sagt Gregor Zahnow. Pro Monat würde das Eigenheimbesitzer rund drei bis fünf Euro mehr kosten, schätzt er.
Ob die Grünen dafür eine Mehrheit bekommen, ist derzeit fraglich. „Wir haben 2016 versprochen, dass wir keine weitere Steuererhöhung mitmachen“, sagt SPD-Chefin Andrea Hollweg. Daran werde sich nichts ändern, bekräftigte sie gestern. Auch für Günter Weblus ist die Finanzierung der Knackpunkt schlechthin. „Grundsätzlich ist die Idee, die Straßenbaubeitragssatzung abzuschaffen, gut. Das haben wir als FDP ja auch im Wahlkampf betont“, sagt der Fraktionsvorsitzende. Wenn da nur die Gegenfinanzierung nicht wäre. Die Idee etwa, nicht die Grundsteuer zu erhöhen, sondern wiederkehrende Beiträge zu erheben, war 2014 vom Bundesverfassungsgericht an eine Bedingung geknüpft worden: Rechtmäßig ist das nur, wenn die Baumaßnahme für jeden, der zahlt, einen direkten Vorteil bringt. Was aber nützt es einem Wentorfer, der im Süden der Gemeinde wohnt, wenn im Norden eine Anliegerstraße ohne Durchgangsverkehr saniert wird?

Glinder Zeitung / Sachsenwald 24.10.17

120 Mädchen und Jungen der Grundschule wurden mit Warnwesten ausgestattet
Für mehr Sicherheit auf dem Schulweg

Wentorf (hap) - Kinder sind in Schleswig-Holstein besonders gefährdet, bei Verkehrsunfällen verletzt zu werden. Bezogen auf den Einwohneranteil ihrer Altersgruppe wurden vergangenes Jahr im nördlichsten Bundesland 359 Mädchen und Jungen pro 100.000 Einwohner im Alter bis 15 Jahre verletzt - der höchste Wert im Vergleich aller Bundesländer. Das hat das Statistische Bundesamt ermittelt.
In Schleswig-Holstein wurden nach Angaben des Bundesamtes im vergangenen Jahr insgesamt 1.346 Kinder im Alter bis 15 Jahre bei Unfällen im Straßenverkehr verletzt, davon 583 als Radfahrer und 184 als Fußgänger.
Der Schulweg gilt dabei als besonders riskant, denn die meisten Kinder werden laut Statistik in der Zeit zwischen 7 und 8 Uhr bei Unfällen verletzt.
Diese Zahlen machen zum einen deutlich, wie wichtig Verkehrserziehung in der Schule ist. Und sie zeigen andererseits, dass jede Maßnahme, die zu mehr Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr führt, sinnvoll ist. An der Grundschule Wentorf wurden jüngst die Mädchen und Jungen der fünf ersten Klassen mit leuchtendgelben Warnwesten ausgestattet - vor allem in der jetzt beginnenden dunklen Jahreszeit besonders wichtig, denn so sind die Kleinen auf dem morgendlichen Weg zur Schule besser zu erkennen.
Überreicht wurden die Warnwesten von Schülerlotsen der Gemeinschaftsschule und des Gymnasiums in einer kleinen Feierstunde in der Aula der Grundschule. „Die Zusammenarbeit von Gemeinschaftsschule und Gymnasium ist sehr gut“, erklärt Felix Moser, Lehrer am Gymnasium, der die Schülerlotsen aus den neunten und zehnten Klassen betreut.
Die Jugendlichen sichern allmorgendlich schwerpunktmäßig den Kreisverkehr am Reinbeker Weg, den alle Schüler passieren müssen. Die Mädchen - in diesem Jahr fanden sich ausschließlich Schülerinnen - versehen den Lotsendienst ehrenamtlich, durchlaufen dafür einen sechs Unterrichtsstunden umfassenden Lehrgang bei Patrick Moser, Verkehrserzieher bei der Polizei in Bad Oldesloe.
In der Aula der Grundschule konnten die Jugendlichen ihre Kellen jetzt liegenlassen. Statt- dessen überreichten sie den rund 120 Erstklässlern die Warnwesten, die vom Allgemeinen Deutschen Automobil-Club gespendet worden waren. Die Kleinen ließen es sich natürlich nicht nehmen, die bunten Westen gleich anzuprobieren - auf dass sie ihnen in Zukunft auf dem Weg zur Schule mehr Sicherheit geben.

Bergedorfer Zeitung 21.10.17

„Die Ignoranz einiger ist gefährlich"
SPERRUNG REINREKER WEG Einige Anwohner räumen Barrieren weg,
fordern Öffnung eines Fußwegs

Von Katrin Bluhm
Wentorf. Sie ignorieren Durchfahrtverbote, greifen zum Dreikantschlüssel, öffnen Baustellenbarrieren und entfernen Poller. Einige Wentorfer, die in Seitenstraßen des gesperrten Reinbeker Weges wohnen, meinen, die Welt drehe sich nur um sie. „Es sind doch nur noch fünf bis sechs Wochen, bis der Reinbeker Weg wieder geöffnet wird“, sagt Bürgermeister Dirk Petersen und schüttelt genervt den Kopf. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Ärger um die Sperrung jetzt kurz vor Fertigstellung der Straße bei einigen wieder Fahrt aufnimmt.“
Dabei geht es um eigenmächtiges Handeln einiger, die vermutlich An der Hege, am Waldweg, am Eichen- oder Blautannenweg wohnen. Sie wollen nicht akzeptieren, dass nun auch sie einen größeren Umweg bis in den Ort auf sich nehmen müssen. Denn der Waldweg ist vom Reinbeker Weg aus nicht mehr zu erreichen, just an der Kreuzung wird die Straße ausgekoffert.
Diese Anwohner können nun nur über An der Hege auf die Durchgangsstraße - in die falsche Richtung - gelangen. Sie fordern, dass ein kleiner Fuß- und Schulweg zwischen Blautannenweg und Am Buchenhain für Autos freigegeben wird. Weil die Gemeinde dem nicht nachkommt, haben sie schon zum Dreikantschlüssel gegriffen und die Durchfahrtsbarriere geöffnet.
„Glücklicherweise sind Ferien. Denn das ist gefährlich. Der Weg wird von vielen Schul- und Kita-Kindern benutzt und ist sehr schlecht einsehbar ist“, begründet Petersen das Nein der Gemeinde. Er hat den Bauhof angewiesen, die Durchfahrt nun durch Findlinge zu blockieren. Sie werden erst beseitigt, wenn während der abschließenden dreitägigen Asphaltierung eine Zuwegung zu den genannten Grundstücken hergestellt werden muss. „Klar. Alle Grundstücke müssen jederzeit von Rettungswagen angefahren werden können. Das ist sichergestellt“. sagt der Verwaltungschef. „Asphaltiert wird übrigens schon im November. Wir liegen sehr gut im Plan und werden den Reinbeker Weg am 2. Dezember öffnen“, versichert Christiane Schabert, Tiefbauingenieurin bei der Gemeinde.
Appell an die Vernunft
Die Entscheidung, den Stichweg bis dahin geschlossen zu halten, befürwortet ein Anwohner des Reinbeker Weges (der Name ist der Redaktion bekannt): „Ich bringe meine beiden Kinder seit Baubeginn mit Rad und Anhänger zu Schule und Kita am Wohltorfer Weg und fahre genau dort entlang. Ich verstehe nicht, dass die Leute, die erst jetzt für eine wirklich überschaubare Zeit von der Baustelle beeinträchtigt werden, so einen Aufriss machen.“ Er habe sein Grundstück während der Kanalarbeiten mehrere Wochen gar nicht mit dem Auto erreichen können und musste es andernorts abstellen. „Aber wir wurden doch alle sehr früh darüber informiert und es gab keine Alternative, wenn man sich den schlechten Zustand der Straße vor Augen hält“, sagt er. Übrigens habe es tatsächlich stets eine enge Abstimmung mit den Bauarbeitern und eine große Hilfsbereitschaft gegeben. Er appelliert an die Vernunft der wenigen Anlieger. „Die Ignoranz einiger ist gefährlich.“
Dirk Petersen ist etwas ratlos. Schließlich hätten sich auch die Gewerbetreibenden, die unter der Sperrung zu leiden haben, oder auch die Anwohner der Golfstraße mit der Situation arrangiert. „Das Gröbste ist überstanden. Aber die Leute sind für sachliche Argumente nicht mehr zugänglich. Im Gegenteil: Es haben sich welche eine Scheinbehörde ausgedacht. Die habe sie beauftragt, dort die Baustellenbegrenzungen abzubauen. Das Vorgehen sei mit der Polizei abgestimmt. Das stimmt nicht. Alles Humbug.“ Er hofft, dass es auch diesen Bürgern möglich sei, die letzten Wochen auszuhalten und sich auf die neue Straße zu freuen.

Bergedorfer Zeitung 19.10.17

Mit prominenter Hilfe in der Lohe Wurzeln schlagen
WILDPFLANZEN Moderator Yared Dibaba pflanzt in der Lohe Thymian und Goldrute

Von Susanne Holz
Wentorf. Wilder Thymian, Gemeine Goldrute und Tausendgüldenkraut sollen nun mit prominenter Unterstützung in der Wentorfer Lohe Wurzeln schlagen. NDR-Moderator und Plattsnacker Yared Dibaba hat gestern für die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zu Arbeitshandschuhen und Erdbohrer gegriffen, um seltene Wildpflanzen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz anzusiedeln. Denn sie kommen dort bislang kaum vor. Das Problem: Wildpflanzen sind wichtig, damit sich Bienen, Hummeln und Schmetterlinge wohlfühlen.
„Der Rückgang von seltenen Wildblumen und Wildpflanzen hierzulande ist alarmierend hoch“, warnt Stiftungs-Biologe Christian Dolnik. Allein in den vergangenen 25 Jahren habe das nördlichste Bundesland - unter anderem auch durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung - im bundesweiten Vergleich die größten Verluste hinnehmen müssen.
Diese Entwicklung will die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein stoppen. Mit dem aus dem Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ geförderten Projekt „Blüten- Meer 2020“ will sie den heimischen Wildblumen und Wildpflanzen wieder ein Zuhause geben. Bis März 2020 wird das Projekt mit 2,9 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet. Allein die Kosten für die Pflanzaktion gestern in der Lohe liegen bei rund 2000 Euro.
Das Besondere: „Die Eltern aller eingesetzten Pflanzen kommen aus Schleswig-Holstein“, sagt der Biologe Dr. Björn-Henning Rickert. Gestern wurden die Pflanzen entlang eines Weges gesetzt. Die Hoffnung ist, dass sie gut anwachsen, Saat treiben und diese sich dann über die ganze Lohe verteilt. Im kommenden Frühjahr wird durchgezählt: Welche Pflanzen haben überlebt, wie viele haben sich Wildschweine oder Rehe schmecken lassen.
„Natürliche Auslese gibt es leider immer“, sagt Rickert. Er selbst ist immer wieder in Wäldern und Wiesen unterwegs, um die Samen seltener Pflanzen zu sammeln. Gezielt werden aber auch noch Samen von Wildgräsern und Wildpflanzen eingesät. Im Rahmen des Projekts wurde zudem noch die Archegärtnerei im Archepark in Eggebek eingerichtet. Dort sollen besonders seltene, bedrohte Pflanzen, die früher einmal ihr Zuhause in der Kulturlandschaft Schleswig-Holstein hatten, vermehrt werden. Das Projekt ist ganz im Sinne von Yared Dibaba, der sich in seiner Freizeit gern in der Natur aufhält. „Die Vielfalt fordern und trotzdem wissen, wo die eigenen Wurzeln sind, das passt nicht nur in der Wentorfer Lohe, sondern auch im Leben“, sagt er. Nächstes Jahr wird er schauen, ob „seine“ Pflanzen heimisch geworden sind.